Mit einer starken Leistung haben die Handballer der HG Kunstadt die Bezirksoberliga-Saison am Samstagabend beendet. Da die Mannschaft von Trainer Kostja Zelenov an diesem Tag aber auf einen am Ende noch stärkeren Gastgeber von der SG Bad Rodach/Großwalbur traf, mussten sich die Kunstadter trotz zwischenzeitlich guter Erfolgsaussichten gegen den Tabellendritten letztlich mit 31:34 (18:14) geschlagen geben, setzten aber zugleich ein hoffnungsvolles Zeichen für die nächste Spielrunde.

Zelenov mit komplettem Kader

Trainer Kostja Zelenov muss sich vor dem Anpfiff wie im "Schlaraffenland" vorgekommen sein, als er vor der Partie auf seinen Kader blickte: Erstmalig in der gesamten Saison lief die HGK mit der Maximalzahl von 14 Spielern auf.
Nach langer Auszeit verstärkte etwa Tobias Steuer die Gästemannschaft, und auch der Einsatz von Andrei Stirbati unterstrich den Eindruck, dass die HG diesen aus sportlicher Sicht eigentlich bedeutungslosen Vergleich sehr ernst nahm. Folgerichtig entwickelte sich ein packendes Duell, das bei den Fans für beste Unterhaltung sorgte.

Viele Strafzeiten für Rodacher

Die ersten 30 Minuten gehörten dabei eindeutig der HGK. Während die Hausherren sehr robust zu Werke gingen und dafür in den ersten sechs Minuten gleich viermal mit einer Zeitstrafe bedacht wurden, behielt das Team von Kapitän Oliver Oester kühlen Kopf und rief routiniert sein Leistungsvermögen ab. Erfolgsgarant war hierfür vor allem die offensive Abwehrformation, die die Rodacher vor große Probleme stellte. Zudem kam die HG durch diese Maßnahme auch immer wieder zum Tempogegenstoß. Nach dem 4:6 (11.) und dem 8:10 (20.) setzten sich die Gäste mit einem Zwischenspurt auf 9:14 (24.) ab.
Daniel Maile, Michael Deuber und Oliver Oester trafen zu diesem Zeitpunkt fast nach Belieben. Bitter war in dieser Phase, dass man aber dennoch nicht alle Einwurfchancen konsequent nutzte und auch einzelne Bälle leichtfertig verlor. Der Halbzeitstand von 14:18 war folglich hoch verdient, hätte aber gut um zwei bis drei Tore höher ausfallen können.

Vier-Tore-Polster reicht nicht

Wie wichtig dieses noch dickere Torpolster gewesen wäre, offenbarte sich dann im zweiten Abschnitt, denn die Mannschaft von SG-Spielertrainer Stefan Fladt kam ganz klar mit der Marschroute aus der Kabine, die Partie noch drehen zu wollen. Schnell war der Gastgeber auf 16:18 (33.) herangerückt, doch die Gäste wehrten sich nach Kräften und konnten ihren Vorsprung bis zum 26:28 (49.) behaupten

Heppner fehlt in der Schlussphase

Doch dann machte sich der Verlust von Lukas Heppner nach dessen dritter Zeitstrafe bemerkbar. Ferdinand Wagner und Tom Kretschmer zündeten aus dem Bad Rodacher Rückraum eine "Rakete" nach der anderen und hatten dabei gegen die nun defensivere 6:0-Abwehr der HGK relativ leichtes Spiel. Der Ausgleich fiel erstmals beim 28:28 (53.).
Es dauerte aber bis in die Schlussminuten, bis sich die Hausherren in der Bayernhalle mit einem Zwischenspurt von 30:30 (55.) auf 34:30 (59.) absetzten. Die HG musste sich der Übermacht und dem Willen des Gegners am Ende geschlagen geben, durfte sich aber aufgrund der couragierten Leistung im Spiel und über die gesamte Saison betrachtet den stehenden Ovationen der eigenen Zuschauer sicher sein. mts

Die Statistik

SG Bad Rodach: Weiß, Heublein - Wagner (9), Kretschmer (7), Bunk (4/3), Fladt (3), Martin (3), Schuhmann (3), Lippold (2), Seifert (2), Kuhn (1), Lutz, Wutschka, Reinermann / HGK: Etterichretz, Swoboda, Kießling - Maile (9/1), O. Oester (9/1), Deuber (6), Stirbati (3), N. Oester (2), Petersen (1), Heppner (1), Volk, Söllner, Jung, Steuer / SR: Bayer, Schimik (Schwarzenbach)