Marcel Kittel (Etixx-Quick-Step) hat seinen bei der Dubai Tour (2.HC) begonnenen Siegeslauf in Portugal fortgesetzt und den Auftakt der 42. Algarve-Rundfahrt (2.1) für sich entschieden. Der 27 Jahre alte Erfurter setzte sich am Mittwoch auf der ersten Etappe über 163,6 Kilometer von Lagos nach Albufeira im erwarteten Massensprint vor André Greipel (Lotto Soudal) durch, der für einen deutschen Doppelerfolg sorgte. Rang 3 ging an den Belgier Jasper Stuyven (Trek-Segafredo).
Bei der fünftägigen Rundfahrt sind 24 Teams am Start, darunter zwölf World-Tour-Teams. Vom Pro-Kontinental-Team Roth aus der Schweiz mit dem Altenkunstadter Grischa Janorschke will vor allem der Portugiese Brune Pires vor seinen Landsleuten gute Leistungen zeigen.


Stürze kurz vor dem Ziel

Zwei Stürze sorgten für ein turbulentes Finale, in dem das Feld in mehrere Gruppen zerteilt wurde. Die meisten der Favoriten wie Alberto Contador (Tinkoff), Titelverteidiger Geraint Thomas (Team Sky) oder Thibaut Pinot (FDJ) büßten dabei nur wenige Sekunden ein, doch Vuelta-Gewinner Fabio Aru (Astana) kam mit elf Sekunden Rückstand ins Ziel. Letztlich entschied die Jury allerdings, dass die ersten 116 Fahrer zeitgleich gewertet wurden.
Darunter war auch Janorschke, der auf Rang 92 ins Ziel kam. Bester seines Teams war der Italiener Andrea Pasqualon auf Platz 28. Pires wurde 37.


Ausreißer acht Minuten weg

Schon kurz nach dem Start machten sich Kamil Gradek (Verva ActiveJet), Domingos Gonçalves (Caja Rural) und Alexandr Kolobnev (Gazprom-RusVelo) auf und davon. Bis zu Kilometer 55 hatte sich das Trio einen komfortablen Vorsprung von rund acht Minuten herausgefahren, ehe das von Etixx-Quick-Step und Lotto Soudal angeführte Feld reagierte. Gradek, offensichtlich der stärkste der drei Ausreißer, sicherte sich unterwegs die einzige Bergwertung sowie alle drei Zwischensprints und damit gleich zwei Wertungstrikots.
Vor allem Greipels Lotto-Team sorgte dann aber mit gleich fünf Fahrern an der Spitze des Feldes dafür, dass der Abstand bereits bei Rennmitte auf drei Minuten zusammengeschrumpft war und auch schnell weiter abnahm. Auf der Schlussrunde um Albufeira wurden die Ausreißer rund sieben Kilometer vor dem Ziel gestellt.


Janorschke: Eines von zwei Zielen erreicht

"Unser Ziel war es heute, mit Andrea Pasqualon im Finale mitzumischen, unsere beiden Klassementfahrer Bruno Pires und David Belda keine Zeit verlieren zu lassen und möglichst Kräfte zu schonen. Letzteres gelang uns, ersteres leider nicht. Ich sollte Andrea möglichst gut platzieren, dabei ging aber einiges schief", berichtete Janorschke auf dem Online-Portal radsportnews.com. Sieben Kilometer vor dem Ziel stürzte vor dem Altenkunstadter ein Fahrer von Etixx. "Sein Rad flog quasi seitlich auf mich drauf. Ich konnte eine Kollision gerade so vermeiden und mich auf dem Rad halten. Jedoch fiel mir bei der Aktion die Kette runter und es öffnete sich zudem eine meiner Schuhschnallen. Während der Fahrt konnte ich die eingeklemmte Kette mit der Hand aber wieder aufs Kettenblatt legen und auch wieder meine Schuhschnalle schließen. Durch die ganze Aktion befand ich mich nun aber ganz am Ende des lang gezogenen Feldes wieder und war erstmal nur happy, dass ich nicht auf der Straße lag."
Der 28-Jährige arbeitete sich wieder zu seinem Teamkollegen nach vorn. 1,3 Kilometer vor dem Ziel lag er mit seinem Sprinter an Position 20. Doch im letzten Kreisverkehr stürzte wieder ein Etixx-Fahrer und bremste das Duo vom Team Roth aus. Der Sprintzug vorne ging ohne Janorschke und Pasqualon ab.


Greipel nützen Helfer nichts

Greipel musste von Position 30 die folgenden 500 Meter bergauf fast schon in die Spitzengruppe sprinten und hatte trotz mehrerer Helfer gegen Kittel keine Chance, der sich mit deutlichem Vorsprung durchsetzte. rsn/us