Die SG Kunstadt-Weidhausen ist in der Handball-Landesliga Nord die Mannschaft der Stunde. Mit dem 28:20 (12:9)-Heimerfolg gegen den Tabellenzweiten TS Herzogenaurach II feierte das Frauenteam von SG-Trainerin Christine Gahn den dritten Sieg in Serie. Damit kletterten die SGlerinnen erstmals in der Saison aus der Abstiegszone ins Mittelfeld der Tabelle.

Leere Blicke bei den Gästen

Nach dem Schlusspfiff saßen die Gäste ausgepumpt und mit leerem Blick in der Kordigasthalle und versuchten zu verstehen, was ihnen widerfahren war. Die Mittelfranken wurden mit ihren eigenen Waffen geschlagen: Die SG zeigte in der Defensive eine starke und mannschaftlich geschlossene Leistung, bei der immer mindestens zwei Spielerinnen die Angriffsaktionen des Gegners unterbanden. Da die Drittliga-Reserve der TSH nur mit einer Auswechselspielerin angetreten war, fehlten den Gästen in der zweiten Halbzeit die Kräfte, um sich gegen die Übermacht der SG zu wehren.

Die Gastgeberinnen erwischten die Truppe von Trainer Hermannstädter auf dem falschen Fuß und führten schnell mit 4:0 (6. Minute). Dass die Herzogenauracher aber nicht grundlos auf Platz 2 stehen, untermauerte die Mannschaft in den folgenden Minuten. Janka Kräck, Barbara Denkl und vor allem die durchsetzungsstarke Veronika Willert verstanden es, den Ball schnell durch die eigenen Reihen laufen zu lassen, und fanden meist über den Kreis Lücken in der ASG-Abwehr. Beim Anschlusstreffer zum 10:9 (29.) durch Willert war die TSH wieder im Rennen, kassierte aber in den letzten 60 Sekunden noch zwei Treffer.

Tempo schmeckt Gästen nicht

Nach dem Wiederanpfiff zahlte sich die Defensivleistung der SG aus. Mit einem variablen 5-1- beziehungsweise 4-2-System unterbrach man geschickt den Spielfluss des Gegners und gewann meisten Zweikämpfe. Die Ballgewinnen nutzten die Gastgeberinnen zu Tempogegenstößen. Der knappe Kader der TSH bekam zunehmend Probleme. Bis zur 40. Minute war die Gahn-Truppe auf 19:14 enteilt. Auch wenn Torgefahr von allen Positionen ausging, war es erneut Vanessa Staudt, die ihre überragende Form bestätigte und eine nahezu hundertprozentige Trefferquote aufwies.

Herzogenaurach stemmte sich selbst nach dem 23:17 (49.) gegen die Niederlage, offenbarte aber aufgrund des Kräfteverschleißes zunehmend Lücken in der Abwehr, die die SG über Marie Berghold und Marion Held bis zum 28:20-Endstand zu nutzen wusste.

Die Statistik

SG Kunstadt-Weidhausen: K. Pitterich, Fritz - Staudt (8), Freitag (5/5), Riedel (4), Held (3), Berghold (2), Seufert (2), Kübrich (2), Glaß (1), A. Pitterich (1), Pühlhorn, Schnack, Bauer / TS Herzogenaurach II: Ebersberger, Markus - Willert (5/3), ten Brink (4/1), L. Kräck (4), Denkl (3), Wittmann (2), J. Kräck (1), Hentschke (1) SR: Berghammer, Kalina (beide Bayreuth)