Zwei heimische Schachvereine gaben ein gutes Beispiel für vernünftigen Umgang zwischen Frischgetrennten: Auch nach Auflösung der Spielgemeinschaft stellte der Schachverein Seubelsdorf der ersten Michelauer Mannschaft hilfsbereit sein Vereinslokal für ein beiderseitiges Heimspiel zur Verfügung. So konnten die Michelauer einen Schachkrimi verfolgen, den SVS 1 mit den Gästen aus Kirchenlamitz erlebte. Beide Teams schenkten sich nichts, vielmehr folgte ein Anschlusstreffer auf den nächsten, so dass der Wettkampf bis zuletzt vor Spannung knisterte.


Bezirksoberliga

SV Seubelsdorf -
SF Kirchenlamitz 4,5:3,5
An Brett 4 ließ sich Christian Gebhardt durch einen passiven gegnerischen Aufbau dazu verleiten, die Bauern vor seinem König allzu forsch vorrücken zu lassen. Alsbald nutzten feindliche Truppen die so entstandenen Strukturlücken für einen erfolgreichen Mattangriff. Mannschaftskapitän Kilian Mager bereitete seine Initiative an Brett 6 etwas geduldiger vor und konnte mit starkem Figurendruck spielentscheidenden Materialgewinn erzielen. Die Partie an Brett 3 steuerte Marko Hofmann in ein taktisches Fahrwasser, in dem sein Springer das investierte Material mit siegbringenden Zinsen hereinholte. Harald Schulze bekam an Brett 2 unangenehmen "Damenbesuch", so dass die Partie und damit die Führung für den SVS verlorenging. Hans-Jürgen Drechsel stellte sie an Brett 8 wieder her.
Uwe Voigt kam in Zeitnot viel Material abhanden und er musste seinem Gegner gratulieren. Kirchenlamitz hatte gleichgezogen, der Druck lastete auf den letzten beiden Partien.
Tobias Kolb an Brett 7 geriet in ein kompliziertes Endspiel und musste das einzige Unentschieden in diesem Wettkampf zulassen. Entschieden wurde das Spiel letztlich durch ein episches Duell am ersten Brett: Matthias Bergmann musste die gegnerischen Schwerfiguren aus ihren offensiven Stellungen verdrängen. Nachdem ihm dies glückte, war ihm der Zähler nicht mehr zu nehmen.
Die Nachbesprechung dieser Begegnung findet am Freitag, 20. Januar, 19 Uhr, im Lichtenfelser Myconius-Haus (Kronacher Str. 16) statt. uv

SK Michelau -
SC Waldsassen 5,5:2,5
Routinier Gert Grüner legte das Fundament für den Sieg. Gegen Vladimir Stech brachte er ein Fesselungsmotiv an. Zudem hatte Stech einen unsicher stehenden König. Als er ein Unentschieden anbot, lehnte Grüner. Wenig später sah der Waldsassener seine Verteidigung überlastet - die Folge war ein verlorenes Endspiel.
In Nachbarschaft zu diesem Geschehen bekämpfte auch Edgar Schaller seinen Gegner. Der, Sdenek Skokan, verlor im Mittelspiel einen Bauern. Sein materieller Rückstand blieb und Schaller kombinierte diesen Vorteil geschickt mit taktischen Drohungen. Das 2:0 war damit sicher. Ab jetzt waren mehr und mehr Vorteile im Lager des SK.
Das zeigte sich besonders bei der Partie von Markus Häggberg. Der bot seinem Gegner in besserer Stellung ein Remis an, welches Markus Fröhlich ablehnte. Als es Häggberg im Endspiel gelang, sein Läuferpaar zu entfesseln, fielen ihm Fröhlichs Bauern bald in den Schoß.
Nur noch eineinhalb Punkte vom Mannschaftssieg entfernt, steuerte Spitzenspieler Klaus Beier einen halben Punkt bei. Er nahm dem Waldsassener Michael Schmid in nur 16 Zügen die Luft aus der Stellung und remisierte. Dann gelang auch Benjamin Zerr ein halber Punkt gegen Zdenek Burc.
Bernd Stammberger, auch ein Routinier beim SK, beschied Uwe Braunschläger einen unbequemen Vormittag, an dem er damit zu tun hatte, einen ihm zugefügten Isolani zu verteidigen. Mit dem Ergebnis, unrettbar und zur Niederlage führend Bauern zu verlieren.
Was sich bei Patrick Schüpferlings Kampf mit Matthias Vogl tat, ist schwer zu rekonstruieren. Die Notation der Züge gelang ihm auf seinem Partieformular nur schwer leserlich. Aber für eine Zeit, da war man sich im Team einig, habe er mehr als kritisch gestanden. Dennoch besiegelten er und Vogl nach überstandenen Turbulenzen das Remis. Blieb noch Andreas Schüpferlings Begegnung mit Siegfried Oppl. Der Michelauer fuhr gegen Oppl einen souveränen Sieg ein, zu dem schon im Mittelspiel die Grundlagen gelegt wurden: von Oppl. Dieser forcierte dort einen zweifelhaften Bauernvorstoß. Der Rest war Sache der Technik.