600 Läufer und Läuferinnen ließen beim 10. Silvesterlauf des TSV Staffelstein den letzten Tag des Jahres 2019 sportlich ausklingen - das war ein neuer Teilnehmerrekord. Dabei setzten die Nachwuchstalente genauso Glanzpunkte wie einige unverwüstliche Laufsport-Urgesteine.

"Diese tolle Teilnehmerzahl freut mich natürlich riesig", zeigte sich Hauptorganisator Karl-Heinz Drossel genauso begeistert wie Bürgermeister und Schirmherr Jürgen Kohmann. Da konnte man auch den Ausfall der Starterpistole verschmerzen. Kurzerhand wurde bei den verschiedenen Läufen einfach herunter gezählt.

Allein rund 400 Athleten gingen im Hauptlauf über zehn Kilometer an den Start. Schnellster war Mario Wernsdörfer von der LG Bamberg, der in sehr starken 31:01 Minuten gewann. Mit einer Minute Rückstand folgte David Gärtlein (Team GWZ Bayreuth/TSV Staffelstein). Vom ausrichtenden Verein schaffte es auch Christian Gründel als Sechster in die Top Ten.

Bewundernde Blicke erntete der älteste Läufer im Feld, der 77-jährige Berthold Wolf von der Turnerschaft Lichtenfels.

Neben vielen Läufern aus der Region waren auch Sportler aus Ismaning, Stuttgart oder Ulm am Start. Sie haben wohl ihren Urlaub über die Jahreswende am Obermain mit der Herausforderung des Silvesterlaufs verbunden.

Doppelerfolg für SC Kemmern

In der Frauenkonkurrenz des Hauptlaufs sah das Publikum einen Doppelsieg für das wieder stark vertretene Team des SC Kemmern. Es entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Elvira Flurschütz und ihrer Teamkollegin Margit Elfers. Am Ende setzte sich Flurschütz, die bereits 2016 und 2017 in der Kurstadt gewonnen hatte, in 38:39 Minuten hauchdünn vor Elfers durch. Dritte wurde wie im Vorjahr die für den TSV Stafffelstein laufende Burgkunstadterin Sophia Franz.

Der SC Kemmern hatte zudem mit Sibylle Vogler eine Läuferin am Start, deren Geburtsjahr 1944 man angesichts ihrer Leistung kaum glauben mag. Denn die 75-Jährige lief nach ausgezeichneten 55:54 Minuten mit einem Lächeln im Gesicht ins Ziel.

130 Athleten machten sich auf die sportliche Reise des 5,5 Kilometer langen Hobbylaufs. Auf und davon liefen Simon Ochmann von der LG Bamberg und der für den TV 1848 Coburg startende Schwürbitzer Alexander Finsel. Ochmann war schließlich nach 19:02 Minuten zehn Sekunden eher im Ziel als Finsel. Dritter wurde der erst elfjährige Noah Möller, der zum Aufwärmen den Schülerlauf über die Kurdistanz von 1000 Metern (Jahrgang 2008 und jünger) bestritten und auch gewonnen hatte.

Auch in der Frauenkonkurrenz des Hobbylaufs setzte der Nachwuchs ein Ausrufezeichen - oder besser gesagt gleich zwei, nämlich durch Julia und Anna Barth, dem für die LG Bamberg startenden Zwillingspaar. Nachdem sie im Schülerlauf über 2250 Meter in 8:38 (Julia) beziehungsweise 8:40 Minuten (Anna) Rang 1 und 2 belegt hatten, konnten sie diesen Coup wenig später beim Hobbylauf wiederholen, den Julia in 21:48 Minuten wieder knapp vor ihrer Zwillingsschwester Anna (21:51) gewann.

77 Jungen und Mädchen bewältigten je nach Alter die Kurzstrecke über 1000 Meter oder die lange Distanz von 2250 Metern. Mit genauso viel Spaß und Ehrgeiz wie die "Großen" waren die 50 "Bambinis" bis sieben Jahre bei der Sache, die eine 400-Meter-Distanz zurücklegten und stolz eine Medaille in Empfang nahmen.

Und noch viele weitere Geschichten schrieb der zehnte Adam-Riese-Silvesterlauf. Zu nennen wären etwa die teilnehmenden Aktiven der Altenkunstadter Feuerwehr, eine samt Fananhang angereiste zehnköpfige Läufergruppe aus Plankenfels oder ein junges Ehepaar, das beschlossen hatte, das alte Jahr gemeinsam sportlich ausklingen zu lassen und sich nach Zielankunft innig umarmte.