"Quälen macht Spaß", scherzte der 21-Jährige, der beim erstmaligen Bergzeitfahren von der Kreisstraßen-Abzweigung bis zur Frankenberger Kapelle im Vorjahr noch den zweiten Platz hinter dem diesmal verhinderten Marco Sesselmann (Siegerzeit 2012: 5:41) aus Burgkunstadt belegt hatte, im Ziel. Ernst gemeint war seine Einschätzung, wonach er selbst nicht mit einer solchen Fabelzeit gerechnet hatte, als er auf Strecke mit ihren zahlreichen Kurven und bis zu 15 Prozent Steigung unterwegs war: "Es ist schon erstaunlich, zu welchen Leistungen der Körper imstande ist", wunderte sich der Altenkunstadter selbst ein wenig darüber, dass er 1:04 Min. schneller war als vor gut einem Jahr.


Heuer bessere Bedingungen

Allerdings konnte er den Erfolg und seine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20,37 km/h auch begründen: Zum einen seien die Bedingungen trotz höherer Temperaturen besser gewesen als damals, weil heuer kein Gegenwind gestört habe; zum anderen seien mehr Zuschauer an der Strecke gewesen, die "an den richtigen Stellen angefeuert habe". Und nicht zuletzt war David diesmal mit einem 5000-Euro-Rennrad seines älteren Bruders, Radsport-Profi Grischa Janorschke, unterwegs.
Auch wenn nicht alle Teilnehmer den "Frangabärche Berg" so scheinbar mühelos bewältigten wie David Janorschke, bei der Siegerehrung vor der Frankenberger Gaststätte Klemenz-Dauer waren sie wieder ebenso gut gelaunt wie die Veranstalter. Einer musste aber sein Gefährt am steilsten Stück sogar schieben.

Heuer 34 Sportler am Start

Organisator Heinrich Grebner zeigten sich "hochzufrieden" mit der Resonanz. 34 Radsportler (Vorjahr 29) waren am Start. Sein Dank galt der Helfern des Skivereins, der Stadt für das Ermöglichen des Wettbewerbs auf der Gemeindeverbindungsstraße sowie dem Gasthaus, das neben kühlen Getränken auch Gegrilltes für die Teilnehmer servierte.
"Im vergangenen Jahr habe ich gesagt: Wer unter sechs Minuten bleibt, muss ein Verrückter sein. Diese Meinung muss ich jetzt revidieren", leitete Co-Organisator Markus Endres, der ebenso wie Grebner auch in den Sattel stie, die Preisverleihung ein, bei der die Besten Sachpreise und Gutscheine erhielten. Schließlich blieben gleich zehn "Verrückte" unter besagter Sechs-Minuten-Marke. Neben Janorschke knackte der Zweitplatzierte Michael Zahn (Stetten; 4:55 Min.) und Benjamin Korndörfer (Danndorf bei Kulmbach; 4:57) sogar die Fünf-Minuten-Marke.

Ursula Schedel: "Ich komme wieder"

Was die Ausrichter in ihrem Vorhaben bestärkt, das Bergzeitfahren künftig jährlich abzuhalten: Die schnellste Dame, Ursula Schedel aus Lichtenfels (6:00), nahm ihre Belohnung mit den Worten "Ich komme wieder" entgegen; ebenso äußerte sich Marco Eckert aus Schneckenlohe, der sich in 5:49 Min. den Sieg der erstmals angebotenen Mountainbikewertung vor Reinhard Ziegler (7:12) und Uwe Geßlein (7:17) sicherte. Eckert sprach von einen gelungenen Veranstaltung, wäre wieder dabei, obwohl er mit seinem Zehn-Kilo-Vehikel schon alleine aufgrund des Gewichts keine Chance gegen die 6,8 Kilo leichten Rennräder habe: "Ich kann nicht verstehen, warum manche Radsportler von hier zu Wettkämpfen in die Alpen fahren, wenn doch auch in der Region etwas geboten ist."

Jüngster war zehn, Ältester 79 Jahre alt

Einen Sonderapplaus gab es für die beiden jüngsten Teilnehmer. Der zehnjährige Julian Hatzold aus Burgkunstadt bezwang der Berg in 7:35 Minuten, sein zwei Jahre jüngerer Vereinskamerad von TV Redwitz, Elias Reh aus Weiden, in 10:11 Min. Aber auch die Sportlegende des Landkreises, Alfred Zach aus Michelau, schwang sich im zarten Alter von 79 Jahren nach vielen Hundert Starts bei Laufevents und Skilanglaufrennen erstmals zu einem Rennen aufs Rad. Er ließ mit seinen 10:33 Min. noch zwei Teilnehmer hinter sich und hatte nach eigenem Bekunden keine Probleme mit der steilen Strecke: "Wenn man seine Kräfte richtig einteilt, ist das gar nicht schwierig", meinte er - auch mit Blick auf manchen anderen Fahrer, dem das Quälen nicht so viel Spaß machte wie David Janorschke.
Ergebnisse unter www.skiverein-weismain.de/ergebnisse.html .