Nimmt der Nervenkrieg zum Thema "Klassenerhalt" für die Bezirksoberliga-Handballer der TS Lichtenfels doch noch ein gutes Ende? Die circa 40 TSL-Fans, aber vor allem die Mannschaft und ihr Trainer Hans Borchert waren nach dem enttäuschenden Auftritt beim TV Gefrees, der eine 24:28 (9:13)-Niederlage zur Folge hatte, gänzlich am Boden zerstört.

Handy-Kontakt nach Weidhausen

Gleich nach dem Abpfiff der für die Lichtenfelser so schicksalsträchtigen Partie in Marktleugast liefen die Handys heiß. Im Zwei-Minuten-Takt wurde der Spielstand aus der Partie TV Weidhausen gegen HaSpo Bayreuth II abgefragt, ehe es große Aufatmen gab: "Unentschieden". Ein Punkt, mit dem der TVW die TS Lichtenfels in der Bezirksoberliga vorerst gerettet hat! Bei drei Absteigern wäre nämlich - auch wenn die TSL ihr letztes Spiel in der kommenden Woche gegen den TV Coburg verliert, die HaSpo Bayreuth II
dabei, da sie den direkten Vergleich mit der TS Lichtenfels laut Spielordnung verliert. Allerdings besagt die Theorie, dass ein bis vier Absteiger möglich wären. Endgültige Sicherheit gibt es erst nach dem Ende der Landesliga-Saison.

Druck zu hoch

Bei aller Rechnerei gerät der Spielverlauf in Gefrees fast in den Hintergrund. Fakt ist, dass die Lichtenfelser mit dem großen Druck des Gewinnenmüssens nicht zurecht kamen. Dabei begann die Partie beim Vorletzten sehr ausgeglichen. Die Gäste hatten immer wieder mit einem Tor Vorsprung geführt, was vor allem dem durchsetzungsstarken Thorsten Nickol zuzuschreiben war.
Gefrees präsentierte sich aber insgesamt schneller, zielstrebiger und war in der Abwehr gut organisiert. Die Gäste agierten plötzlich im Passspiel zu nervös, wodurch dem TVG der Weg zu Kontern auf den schnellen Alexander Bippus freigemacht wurde.
Mit der ersten Heimführung zum 7:6 (15.) verstärkte sich die Unsicherheit der TSL, der nun nichts mehr gelingen wollte. Erst nach 26 Minuten erlöste Christian Goller den Gast von seinem erfolglosen Anrennen mit dem Tor zum 7:12. Mehr als das 9:13 war zum Wechsel trotz aller Mühe der TSL nicht mehr möglich.

John holt Siebenmeter heraus

In Hälfte 2 sah es zunächst so aus, als würde sich die Borchert-Truppe ihrem Schicksal ergeben. Jedoch sorgten bärenstarke Einsätze von Kreisläufer Alexander John wieder für Hoffnung. Er holte mehrere Siebenmeter heraus und traf über den Kreis zum 11:15 (36.). Aber immer wieder spielte der TVG hervorragend seine Außen frei, die das 17:11 markierten. Nach 40 Minuten waren die Korbstädter dann nicht mehr zu halten. Cornelius John, sein Bruder Alexander und Jonas Höfner übernahmen viel Verantwortung und setzten die Kugel zum 15:18 ins Netz der Gastgeber.

Zeitstrafen verhindern Wende

Sehr ungünstig und vor allem unnötig war die doppelte Zwei-Minuten-Strafe eines Lichtenfelsers zu diesem Zeitpunkt. Vier Minuten lang Unterzahl nutzte Gefrees, um sich mit 21:16 wieder abzusetzen. Die folgenden Minuten waren Kampf pur. Maurizio Korte und Alexander John bissen sich durch die TVG-Abwehr und verkürzten zum 19:21 und 20:22. Doch die TSL schaffte es einfach nicht, die Abwehr dicht zu machen. Somit war nach dem 25:23 durch Nickol (57.) der Zug für die Korbstädter abgefahren, die sich ihrem Schicksal - am Ende vielleicht etwas zu deutlich - ergeben mussten.

Die Statistik

TV Gefrees: Wiesenberg, Flatley - Jenschl, Richter, Wohlrat (3), Benker (6), Greiner, Smentek (1), Leppert (1), Balzer (3/2), Hellmuth (4), Findeis, Ruckdeschel (4), Bippus (6) / TS Lichtenfels: Heide,Zapf, Lutz - Chr. Goller (1), A. John (6/2), Höfner (4/1), Eisele, Bernecker, Eckert, Kraus, Nickol (4), C. John (5), Korte (4) / SR: Cyranek, Eberlein (Weitramsdorf)