Der "Derby-Klassiker" lockt regelmäßig viele Zuschauer in die Halle. Doch diesmal bleibt die Obermainhalle in Burgkunstadt leer.

Bezirksoberliga, Männer

HG Kunstadt -

TV Weidhausen

In Rücksprache mit dem Landratsamt Lichtenfels haben sich Vertreter der HGK zu einem restriktiven Hallennutzungsplan entschlossen: In der Obermainhalle sind für Erwachsenenspiele lediglich die Personen zum Aufenthalt in der Halle berechtigt, die auf dem Spielprotokoll eingetragen sind.

Hinzu kommen nur nochweitere Personen des Gastgebers, die für den Hallen- und Spielbetrieb relevant sind. Heißt: Die Fans beider Lager müssen draußen bleiben. Auch auf eine Verlegung, die der Bayerische Handballverband (BHV) für die ersten beiden Spieltage anbietet, griffen die Kunstadter nicht zurück. "In zwei oder drei Wochen ist die Lage nicht anders und ein freier Termin war ob des dicht getakteten Spielplanes nicht möglich", erklärt Jochen Gierlich, der Sportliche Leiter der HG Kunstadt.

Während in anderen Hallen eine begrenzte Zahl an Zuschauern zugelassen ist, wird das prestigeträchtige Derby zum Geisterspiel. "Der Name HGK ist schon immer mit der lautstarken Unterstützung von der Tribüne der Obermainhalle aus verbunden. Dass wir darauf verzichten müssen, ist mehr als bitter, aber eben derzeit absolut angebracht. Sicherheit hat höchste Priorität", erläutert Gierlich. Auch für die Spieler beider Mannschaften wird der Ablauf ein anderer sein.

Es gibt festgelegte Ein- und Ausgänge nach dem Einbahnstraßensystem und die Kabinen dürfen nur zum Wechseln der Schuhe betreten werden. Die Spieler müssen umgezogen zur Halle kommen, geduscht wird zu Hause. "Wir hoffen nicht nur auf die Vernunft aller unserer Gästemannschaften, sondern vor allem auch auf das Verständnis der Fans", sagt Gierlich. Bei derart schwerwiegenden Einschränkungen besteht auch die Gefahr, dass das Derby einen Großteil seines sportlichen Wertes verlieren könnte. "Meine Mannschaft ist nach der langen und intensiven Vorbereitung heiß auf diesen ganz besonderen Saisonauftakt", hält Weidhausens neuer Trainer Michael Bernert diesem Umstand gleich eine ordentliche Portion Vorfreude entgegen.

20 Jahre HG Kunstadt

Die Personalie des neuen TVW-Trainers macht einen weiteren Reiz der Partie aus. Die vergangenen 20 Jahre stand "Mick" Bernert auf und neben dem Feld als Frauen- und Jugendtrainer für die HGK seinen Mann. Dass er nun als Trainer des TVW bei seinem Debüt als Männertrainer auf seine ehemaligen Farben trifft, ist nicht nur für ihn etwas ganz Besonderes. Und Bernert geht optimistisch an die Sache heran. "Mein Team hat in der Vorbereitung toll mitgezogen und vor allem in der Defensive mehr Stabilität erlangt", so Bernert, der im Vorfeld außerdem darauf geachtet hat, dass die Mannschaft um die beiden Büttner-Brüder in der Breite besser als in den Jahren zuvor aufgestellt ist. Möglich machen dies die Neuzugänge vom TV Ebersdorf, Tristan Büschel, Tobias Rohr und Michael Eberlein, die durch den Nachwuchs aus der eigenen Jugend unterstützt werden.

Etwas langsamer hat sich im Vergleich das Personalkarussell bei der HGK gedreht. Die Rückkehr von Tarek Legat zum Landesliga-Aufsteiger HSG Rödental/Neustadt ist bitter für Trainer Lakiza, da Legat gerade im letzten Jahr zum absoluten Leistungsträger bei der HGK wurde. Immerhin hatten in der langen Corona-Pause aber Kapitän Oliver Oester und Torwart Alexander Kießling ausreichend Zeit, ihre teils schweren Verletzungen auszukurieren. Die HGK steht somit nahezu mit derselben Formation auf der Platte, die die abgebrochene Saison auf dem dritten Tabellenplatz beendete - direkt gefolgt vom TV Weidhausen. Derart eng beieinander dürften beide Mannschaften auch in dieser Saison stehen, was dem Saisonauftakt trotz aller Einschränkungen doch noch die angemessene sportliche Aussagekraft verleihen sollte. Während die Kunstadter Männer in die Saison starten, sind die Frauen der SG Kunstadt-Weidhausen spielfrei. Das ebenfalls für Sonntag angesetzte Heimspiel der Landesliga-Frauen wurde auf Wunsch des Gegners von der HSG Nabburg/Schwarzenfeld auf das Saisonende im Juni 2021 verschoben.