Sollte es im Lager noch einen Optimisten gegeben haben, der daran geglaubt hat, dass das Frauenteam der HG Kunstadt noch in den Meisterschaftskampf der Handball-Bezirksoberliga eingreifen würde, so wird nun auch dieser verstummt sein. Denn nach der 11:14-Niederlage beim HC Creußen ist für das Team von Trainer Udo Prediger bereits jetzt klar: Das vor der Saison gesteckte Ziel von Platz 1 oder 2 ist endgültig außer Reichweite.

Den Faden im Angriff verloren

Die Niederlage beim Aufsteiger aus Creußen war dabei nicht einmal unverdient und spiegelte den Trend wider, der sich bereits beim Unentschieden in Bayreuth abgezeichnet hatte: Die junge Mannschaft um Rückraumschützin Fabienne Seufert hat vor allem im Angriff den Faden verloren.

Vor der Partie hatte die HG noch einen Schnitt von 26 Treffern pro Spiel. Dass es dann in Creußen nur elf waren, lag sicherlich nicht nur an der guten Abwehrleistung der Gastgeberinnen.

Abwehrleistung stimmt bei der HGK

Diese hatten sich in der Tat gut auf die HGK eingestellt und forderten dem Gast von der ersten Minute an alles ab. Nichts zu meckern gab es jedoch hinsichtlich der Kunstadter Abwehrleistung. Hier hatte man den Gegner meist gut im Griff, und wenn einmal eine Creußner Spielerin den Durchbruch gefunden hatte, stand mit Kerstin Pitterich die beste Kunstadter Akteurin im Tor bereit. Ihre teils spektakulären Paraden hielten die HG in der Partie.

Kunstadt hatte somit das Spiel in der ersten Halbzeit trotz aller Offensivprobleme noch im Griff. Auch wenn Creußen das 1:3 (9.) zum 4:4 (18.) wieder ausglich, so hatte die HG bis zum Halbzeitpfiff (5:7) die Nase wieder leicht vorne.

Ladehemmung nach dem 10:8

Die Gastgeberinnen machten dann aber vor allem im zweiten Spielabschnitt ihrem Ruf als bärenstarker Aufsteiger alle Ehre. Mit fortlaufender Spielzeit erkannten die Spielerinnen von Trainer Müller, dass es gegen den Favoriten an diesem Tag etwas zu holen gab. Dennoch hielt die HG bis zum 8:10 (42.) dagegen. Doch dann machten sich die Ladehemmungen in der Offensive fatal bemerkbar.

Kein Tor aus dem Rückraum

Das Rückraumduo Bornschlegel/Seufert kam auf keinen einzigen Treffer. Die jeweils drei Tore von Lisa Bauer und Elena Kerling waren noch das Beste, was die HG an diesem Tag offensiv zu bieten hatte. Diese Schwäche nutzte Creußen. Es genügte mit Vanessa Kausler eine richtig gute Angreiferin, um die Trendwende einzuläuten. Die HG schaffte noch den 11:11-Ausgleich, musste sich aber nach drei Treffern des Gegners endgültig von allen Meisterschaftsambitionen verabschieden. mts

Die Statistik

HG Kunstadt: Pitterich - Kerling E. (3), Bauer (3), Kerling A. (1), Baier (1), Weber (1), Freitag (1), Schneider (1), Seufert, Bornschlegel, Neckermann, Hümmer, Schröppel