Dieser Sieg ist definitiv mehr wert als "nur" die erkämpften zwei Punkte. Denn die Kunstadter Bezirksoberliga-Handballerinnen haben am Freitagabend das Kunststück geschafft, den bis dahin noch verlustpunktfreien Tabellenführer der HG Hut/Ahorn in dessen Halle mit 24:22 (14:7) zu bezwingen. Für das Team von HGK-Trainer Udo Prediger war dieser Auswärtserfolg vor allem Balsam auf die Seele nach vielen bitteren Niederlagen in dieser Saison.

Kunstadterinnen ohne Druck

Allein an der Reaktion des jungen Teams vom Obermain konnte man erkennen, welch großer Befreiungsschlag ihnen da gelungen war, auch wenn der Meisterschaftszug für die Kunstadterinnen bereits abgefahren ist. Im Gegensatz zur 16:18-Heimniederlage in der Vorrunde hatte das Team um HGK-Spielführerin Anne Kerling diesmal den Vorteil, ohne großen Druck gegen Ahorn auflaufen zu können.
Und dies machte sich vor allem in der ersten Halbzeit bemerkbar. Hier bestimmten die Gäste das Spielgeschehen, indem sie hinten gut standen und vorne konsequent und mit viel Tempo Lücken in Ahorns Abwehr rissen. Spielmacherin Elena Kerling & Co. zogen auf 7:2 weg.

Seufert trifft aus dem Rückraum

Fabienne Seufert aus dem Rückraum sorgte mit ihren Kolleginnen dann für eine hohe 14:7-Pausenführung. Die Fans in der Halle stellten sich die Frage, wer hier eigentlich der Tabellenerste sei.
Ahorns Trainer Jan Claas de Rooij hatte in der Kabine wohl die passenden Worte gefunden, denn in Hälfte 2 bestimmten wieder die Gastgeberinnen die Partie. Julia Weißenborn, Nadine Lehmann und Nora Streichert rissen das Spiel an sich. Ahorn verkürzte, hatte beim 19:19 den Ausgleich geschafft und zog kurz darauf mit 20:19 in Front (53.).

Stark nach dem Rückstand

Das junge Prediger-Team bewies dann aber eine bemerkenswerte mentale Stärke und stemmte sich vehement gegen die drohende Niederlage. Ohne die verletzt ausgeschiedene Seufert fand die Abwehr plötzlich zur alten Stärke zurück. Mit Toren von Nadine Freitag und erneut Elena Kerling schlug die HGK zum 20:22 zurück und rette diesen Vorsprung mit viel Einsatz und auch ein wenig Glück über die Zeit. Mit dem 22:24 bezwang man den Meisterschaftskandidaten dann auch noch im direkten Vergleich aus Hin- und Rückspiel. Auch diese Randnotiz sollte dem jungen Team für die Zukunft viel Selbstvertrauen verleihen. mts

Die Statistik

HGK: Pitterich, Dill - E. Kerling (7/1), Seufert (7), Freitag (3), Baier (2), Bauer (2), Bornschlegel (2/1), Schneider (1), Neckermann, Schröppel, Hümmer, A. Kerling / HG Hut/Ahorn: Jugenheimer - Weißenborn (6), Lehmann (5), Streicher (4/1), Trautwein (4/2), Domke (3), Herpich, Mierzwa, Gesell, Schwager, Gittermann, Schäfer, Ohland / SR: Bönisch (Rödental), Weißflog (Coburg)