Vier Punkte und oben drauf noch eine große Portion Selbstvertrauen. So lautet das Fazit der Kunstadter Handballer vom vergangenen Wochenende. Nach dem 39:25-Sieg im Topspiel am Samstag über Bamberg (wir berichteten) ließen die Kunstadter am Sonntag im Derby gegen die TS Lichtenfels ein 38:32 folgen.
Ein weiteres Lokalduell stieg in der Michelauer Mainfeldhalle zwischen dem TV Weidhausen und dem HSC Coburg III. Hier behielt die HSC-"Dritte" knapp mit 26:26 die Oberhand.


HG Kunstadt - TS Lichtenfels 38:32

Einer der Kunstadter Sieggaranten war Rückraumschütze Sergey Trotsenko. Gegen Bamberg hielt er sich mit zehn Toren noch vornehm zurück. Gegen Lichtenfels traf er 16 Mal. Dabei war das Spiel der HGK bei weitem keine One-Man-Show.
Gerade in der ersten Halbzeit setzten die Gastgeber den Tempohandball vom Vortag nahtlos fort und erzielten Tore im Minutentakt und von allen Positionen. Lichtenfels, das von Luggi Scherer betreut wurde, musste früh erkennen, dass sein Team der Kunstadter Übermacht nur wenig entgegenzusetzen hatte. Vor allem Nachwuchstorwart Ottolinger konnte einem Leid tun. Ihm flogen die Bälle reihenweise um die Ohren, ohne dass er eine Chance gehabt hätte, sich auszuzeichnen. Dennoch zeigte Lichtenfels mit seinem kleinen, aber beherzt auftretenden Kader und mit seinem bulligen Kreisspieler Simon Schröck von Beginn an mehr Gegenwehr als der HC Bamberg am Vortag.
Andreas Kraus und Cornelius John gingen selbstbewusst in die Zweikämpfe, fanden aber nur selten den erfolgreichen Abschluss. Über Zwischenstände von 3:1, 11:6 und 20:12 schüttelte die HG den Lokalrivalen ab und glänzte neben tollem Zusammenspiel auch mit Tempogegenstößen und einer konsequenten zweiten Welle. Zur Pause führte Kunstadt mit 24:16.
Die zweiten 30 Minuten verliefen deutlich ausgeglichener, was vor allem am couragierten Auftritt der Lichtenfelser lag. In der Abwehr fand die TSL zwar noch immer kein Mittel gegen die schnellen Kombinationen der HG, aber in der Offensive kämpfte der Gast in der Tradition eines Derbys um jede Chance. Natürlich war die Partie bei Zwischenständen wie 32:21 (43.) früh entschieden, doch Lichtenfels hatte mit dem Rücken zur Wand alle Hemmungen abgelegt und präsentierte schnelle Ballstafetten mit sehenswerten Abschlüssen von Joris Rießner oder Wolfgang Schulze.
Den Kunstadtern war gegen Ende der Kräfteverschleiß anzumerken. Eine Kehrtwende wie im letzten Derby gegen Weidhausen gab es aber nicht, weil die HGK mit dem wieder gefundenen Selbstvertrauen die nötige Stabilität bewies, um den Vorsprung bis zum Endstand von 38:32 über die Zeit zu retten. mts
HG Kunstadt: Kießling, Etterichretz, Swoboda - Trotsenko (16/3), O. Oester (4), Petersen (4), Stirbati (3), Lakiza (3), Scholz (2), Jung (2), Beuerle (1), Deuber (1), Steuer (1), N. Oester (1) / TS Lichtenfels: Ottolinger - Kraus (7), Schröck (6), Höfner (5), John (5/1), Rießner (4), Schulze (4), Rödel (1), Mahler, Machelaid / SR: Schüller (Aue), Wiswedel (Annaberg)


TV Weidhausen - HSC Coburg III 25:26

"Wir haben bis zum Schluss gekämpft und uns immer wieder vom Rückstand zum Ausgleich herangespielt, es jedoch nicht geschafft selbst mal in Führung zu gehen. Das hat auch mental viel Kraft gekostet und uns zum Ende der Partie auch das Genick gebrochen", sagte Weidhausens Trainer Frank Steinberger nach der 25:26-Niederlage seines Teams gegen den HSC Coburg III.
Die Gäste waren fast komplett mit der A-Jugend angetreten. Komplettiert wurde das Gästeteam durch den 21-jährigen Lars Fichtner, der tags zuvor in der Regionalliga gegen Großwallstadt zum Einsatz kam. Weidhausen seinerseits musste ohne seinen Torhüter Zapf antreten. führte aber in der ersten Hälfte immer wieder. Doch zur Pause gelang den Gästen der verdiente Ausgleich (14:14).
"Wir haben uns gegen eine sehr bewegliche 6:0-Deckungsformation des HSC sehr schwer getan", stellte Steinberger fest, der auch die großartigen Paraden des HSV-Torhüters Fabian Apfel entsprechend würdigte.
Das Spiel war in der zweiten Hälfte hart umkämpft. In der 48. Min.wurde der HSCler Lars Fichtner nach der dritten Zeitstrafe aus dem Spiel genommen. Mehrfach legten die Gäste zwei Tore vor. Die Heimmannschaft glich aus und besaß in der Schlussminute die Chance zur Führung, doch HSC-Torwart Apfel parierte.
42 Sekunden vor Schluss nahm der HSC eine Auszeit. Die Mannschaft spielte den Angriff aus und bekam einen acht Sekunden vor Schluss einen Siebenmeter zugesprochen. Der in Weidhausen geborene, 17-jährige Nicolas Carl verwandelte den Strafwurf nervenstark zum 25:26. Schnell versuchten die Weidhausener, noch den Ausgleich zu erzielen, doch Torhüter Fabian Apfel war auf dem Posten. Genau so gut hätten auch die Weidhausener gewinnen können. rhe
TVW: Schieber - Bauer (9/3), F.Büttner (2), Recknagel (3), De Roij (2), Querfeld (4), C.Büttner (5), S.Büttner, Staude, Werner, Morgenthum, Erbe