Auf diesen Moment hatten die Handball-Frauen der SG Kunstadt/Weidhausen lange warten müssen. Jubelnd lagen sich die Spielerinnen des SG-Trainers Udo Prediger nach dem deutlichen 24:15 (13:8)-Sieg über den Tabellennachbarn MHV Schweinfurt 09 in den Armen. Mit einer Standing Ovation würdigte das Publikum den verdienten ersten Saisonsieg.


Landesliga Nord

SG Kunstadt/W. -
MHV Schweinfurt 24:15

Viel wichtiger als der Sieg, der an der Tabellenposition der SG nichts veränderte, ist jedoch der psychologische Zugewinn. Endlich hat die Mannschaft gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt und sich damit selbst, ihrem Trainer und ihren Fans das schönste Weihnachtsgeschenk gemacht.
Die Gäste wirkten vor allem in den Anfangsminuten des Spiels unkonzentriert und überfordert. Lena Bauer traf fast nach Belieben und bescherte ihrer Mannschaft mit ihren Würfen von der Außenposition und ihrem zweiten Treffer die 6:1-Führung in der 13. Minute.

Die frühe Auszeit der Gäste konnte Schlimmeres nicht verhindern. Schweinfurt leistete sich zu viele technische Fehler und brachte damit die Heimmannschaft immer wieder in Ballbesitz. Immer wieder schallte auch das gedehnte "Kristiiiin" des Hallensprechers durch den Raum, nachdem Kristin Fritz den gegnerischen Werferinnen reaktionsschnell den Zahn gezogen hatte.

Die SG dominierte weiterhin das Geschehen und spielte die Gäste bis zur 20. Minute (10:2 durch Lina Pühlhorn) regelrecht an die Wand. Die Zuschauer mochten es kaum glauben, dass hier eine Mannschaft auf dem Spielfeld stand, die nach einem Remis zehn Niederlagen in Folge kassiert hatte und nun wie der Phoenix aus der Asche eine Auferstehung feierte. Doch ganz so einfach wollten es die Gäste den Spielerinnen der SG Kunstadt doch nicht machen. Allmählich stellte sich die gegnerische Torhüterin besser auf die Würfe der Gastgeberinnen ein. Trainer Prediger bemerkte den Knick im Spiel und rief seine Damen zu sich, konnte aber nicht verhindern, dass Schweinfurt bis auf 10:7 (25.) aufschloss. Die Partie war noch nicht gewonnen, auch wenn sich die SG trotz einer Zeitstrafe gegen Lina Pühlhorn durch drei Tore in Folge den 13:8-Halbzeitstand sicherte.

Hochmotiviert kehrten die Frauen der SG Kunstadt/Weidhausen ins Spiel zurück. Diese mentale Überlegenheit drückte sich bereits in der 41. Minute in einer Zehn-Tore-Führung zum 20:10 aus. Man durfte an den Sieg glauben - auch wenn man aus früheren Spielen wusste, dass gerade im letzten Viertel die Kondition und die Konzentration bei einigen SG-Damen nachlässt.

Doch der Adrenalinspiegel lag hoch. Die SG hielt den Abstand bis zur 45. Minute, zumal Lena Klihm erneut durch ihre ausgezeichnete Siebenmeterausbeute überzeugte (5/4). Vier Minuten vor Schluss nahm die Nervosität nochmals zu, als Zeljka Parad beim Stand von 22:15 zum Strafwurf gegen die eingewechselte Jessica Kübrich antrat. Doch die entschärfte den Wurf überragend. Yvonne Lang und Lena Klihm komplettierten den hochverdienten 24:15-Erfolg der Heimmannschaft. kag