Drei schlampige Anspiele in den letzten Spielminuten haben den Handballmännern der TS Lichtenfels ein knapperes Ergebnis im Derby gegen die HG Kunstadt gekostet. Der vom Abstieg bedrohten Mannschaft von TSL-Spielertrainer Nicholas Cudd kann man dennoch ob ihrer guten Moral ein gutes Spiel gegen den haushohen Favoriten und Bezirksoberliga-Zweiten attestieren, in dem sie einen Acht-Tore-Rückstand bis auf drei Treffer aufholte.
Freilich war das 12:19 der TSL zum Seitenwechsel gegen die abgeklärten und spielerisch überzeugenden Kunstadter einfach zu hoch, um noch ernsthaft in die Nähe eines Punktgewinns zu kommen. Mit einem 35:28-Auswärtssieg trat die Truppe von HGK-Coach Kostja Zelenov den Heimweg an.


Beide Teams ersatzgeschwächt

Beide Teams liefen im Sportzentrum nicht komplett auf. So fehlten bei der TSL Ferdinand Brunner, Jonas Höfner und Stammkeeper Andreas Lutz.
Auf Kunstadter Seite wurde Anton Lakiza geschont, Kamil Piskac musste wegen Krankheit passen.
In der ersten Halbzeit hatten die Korbstädter kaum einen Zugriff auf das schnelle, bewegliche und variable Angriffsspiel der Kunstadter. Die TSL-Abwehr wurde immer wieder erfolgreich gesperrt, sodass sich für den Gast viele Freiräume boten, die nach dem 2:2 (3.) zu einem komfortablen Vorsprung von 9:3 führten. Kunstadt spielte Lichtenfels bis zur Halbzeit in Grund und Boden, obwohl HG-Coach Zelenov seine Asse Hannes Beuerle und Andrei Stirbati noch im Ärmel ließ.


Kraus trifft aus zweiter Reihe

Für kräftigen Applaus im TS-Lager sorgte immerhin Andreas Kraus, der HG-Torwart Sven Etterichretz aus dem Rückraum die Bälle um die Ohren schlug und mit seinem siebten Treffer das 10:16 markierte (24.). Insgesamt gingen die Lichtenfelser aber zu fahrlässig mit ihren Chancen um. Sie verzeichneten auch viele Ballverluste, die Kunstadt mit schnellen Gegenstößen bestrafte. Mit Daniel Maile hatte die HG einen sicheren Siebenmeterschützen, wodurch die Gästeführung zur Pause auf 19:12 anwuchs.


Junge TSL-Torhüter überzeugen

Eine aggressive Abwehr und gute Leistungen der beiden jungen Torhüter Tim Renner und Jonas Ottolinger waren die Basis der Lichtenfelser für eine ausgeglichene zweite Halbzeit, die unentschieden (16:16) endete. Eine Manndeckung sowie die gut funktionierenden 6:0- und 5:1-Formationen führten dazu, dass die Kunstadter in den letzten 20 Minuten ein bisschen ausgebremst wurde. Zuvor hatten David Jung mit starken Würfen aus der zweiten Reihe, Michael Deuber auf außen und Nicklas Oester in der Mitte - auch begünstigt durch mehrfaches Überzahlspiel - den Vorsprung auf 27:19 (43.) für den Gast ausgebaut. Doch damit war dann erstmal Schluss.
Die TSL eroberte sich durch ihre bewegliche und bärenstarke Verteidigung viele Bälle, spielte mit hohem Tempo und unermüdlichem Einsatz. Auf Lichtenfelser Seite überzeugten die Nachwuchsspieler Lukas Tremel und Joris Rießner sowie Cornelius John und weiterhin Kraus, deren Würfe knallhart im HG-Netz landeten.
Die HGK hingegen schwächelte jetzt in der Offensive, sodass ihr Vorsprung sukzessive schmolz. Nach 58 Minuten war Lichtenfels schließlich durch Nevin Opitz' Treffer auf 28:31 herangekommen. Drei ungenaue Anspiele der Gastgeber in der restlichen Spielzeit nutzten die Gäste, um in der Korbstadt doch noch ein standesgemäßes Endergebnis einzufahren.
TS Lichtenfels: Renner, Ottolinger, Cudd - Rödel (2), Rießner (1), Schulze, Hansen, Schröck (1), Tremel (6/3), Mahler, Kraus (13/2), John (3), Söllner, Opitz (2) / HG Kunstadt: Etterichretz, Swoboda, Kießling - Petersen (2), Stirbati (1), O. Oester (4/2), N. Oester (6/2), Lakiza, Beuerle (3), Deuber (4), Maile (8/3), Schülein, Heppner (2), Jung (5) / SR: Heeg (Pegnitz), Hering (Königsberg)