Das knappe 25:23 (12:12) zwischen dem TV Helmbrechts und der HG Kunstadt im Spitzenspiel der Handball-Bezirksoberliga täuschte ein wenig über die wahren Kräfteverhältnisse hinweg. Denn eigentlich waren die Gastgeber am Samstag in der Helmbrechtser Sporthalle den Männern vom Obermain vor allem in der zweiten Halbzeit deutlich überlegen und feierten einen ungefährdeten Heimerfolg.

Gewinner des neunten Landesliga-Spieltags war auch die HSG Rödental/Neustadt, die sich knapp in Bamberg durchsetzte und damit nun vier Punkte Vorsprung zu den beiden Titelkonkurrenten von HSV Hochfranken und HG Kunstadt besitzt. Helmbrechts, als der nun hartnäckigste Verfolger, wird aufgrund einer Kooperation mit Münchberg nicht aufsteigen können.

Die HGK lieferte ihrerseits am Samstag ersatzgeschwächt zu wenige Argumente, die sie zu einem derzeitigen Anwärter für die nächste Landesliga-Saison machen. In der Defensive blieb die HGK ihrer 6-0-Formation über nahezu 60 Minuten treu, ohne dadurch die wendigen und passsicheren Helmbrechtser in Gefahr zu bringen.

Tarek Legat fällt nach Foul aus

In der Offensive präsentierten sich die Gäste rechts einfallslos, was aber auch daran lag, dass Tarek Legat nach nicht einmal drei Minuten bei einem Gegenstoß vom besten Helmbrechter Angreifer, Tobias Sammet, in der Luft gestoßen wurde und auf den Hinterkopf fiel. Sammet erhielt dafür die Rote Karte, doch Legat war angeschlagen und musste in der zweiten Halbzeit in die Kabine. Weil Spielmacher Nicklas Oester verhindert war, waren somit die Offensivmittel der Kunstadter trotz der Unterstützung dreier Spieler aus der zweiten Mannschaft einfach zu limitiert, um dem zweikampfstarken TVH Paroli zu bieten.

Bis zur Roten Karte Sammets hatte die HG mit 3:0 geführt, doch in der Folge fanden die Männer von TVH-Spielertrainer Niki Aust mit ihrem schnellen Kombinationsspiel immer besser in die Partie. Johannes Richter erzielte in der 12. Minute den 5:5-Ausgleich. Die Kunstadter durften sich bei ihrem bärenstarken Torhüter Alexander Kießling bedanken, dass sie nicht frühzeitig in Rückstand gerieten, sondern bis zur Pause das 12:12 hielten.

Widerstand schnell gebrochen

Nach dem Wiederanpfiff war der Kunstadter Widerstand relativ schnell gebrochen. Es fehlten die Überraschungsmomente im Angriff. Deshalb bekam Tim Hoffmann im Helmbrechtser Gehäuse immer mehr Bälle zu halten. Das Angriffsspiel der Gastgeber war deutlich variabler. Dominik Schneider setzte sich über Rechtsaußen genauso eindrucksvoll durch wie Daniel Schrepfer aus dem linken Rückraum. Vor allem aber die schnellen Pässe der Aust-Brüder Benjamin und Dominik bekam die HG nie richtig in den Griff. Die Kunstadter setzten vor allem David Jungs Wurfgewalt aus dem Rückraum oder die gute Trefferquote von Tobias Schnapp am Kreis entgegen. Ansonsten rieben sich Karapetjan & Co. aber in Zweikämpfen auf, ohne nach dem 22:17 (47.) nochmals in die Nähe eines Ausgleichs zu kommen.

Ergebniskosmetik durch Manndeckung

Erst die offene Manndeckung in den Schlussminuten ermöglichte den Gästen Ergebniskosmetik zum 23:25-Endstand.

Die Statistik

TV Helmbrechts: Hoffmann, Uzun - D. Aust (7/5), Schrepfer (6), Schneider (4), B. Aust (2), Richter (2), Breuherr (2), Gmach (1), Rittweg (1), Köhler, Roßner, Frisch, Sammet / HG Kunstadt: Kießling, Doerfer - Karapetjan (7/5), Jung (6), Deuber (4), Schnapp (3), Legat (2), Petersen (1), Maile, Volk, Kauper / SR: Bönisch, Weisflog