Burgkunstadt
handball

HG Kunstadt verliert das Topspiel verdient

Die Kunstadter unterliegen im Topspiel beim HSV Hochfranken mit 21:26.
So hätte es eigentlich funktionieren können: Nach schönem Anspiel wirft Kunstadts Marco Scholz vom Kreis sicher ins Tor des HSV. Allerdings blieben solche Momente selten bei der HGK, die fast nur über den Rückraum zum Torerfolg kam. Da sich der Gegner hier deutlich flexibler präsentierte, ging der Erfolg des HSV im Spitzenspiel der Bezirksoberliga auch völlig in Ordnung.  Foto: Matthias Schneider
So hätte es eigentlich funktionieren können: Nach schönem Anspiel wirft Kunstadts Marco Scholz vom Kreis sicher ins Tor des HSV. Allerdings blieben solche Momente selten bei der HGK, die fast nur über den Rückraum zum Torerfolg kam. Da sich der Gegner hier deutlich flexibler präsentierte, ging der Erfolg des HSV im Spitzenspiel der Bezirksoberliga auch völlig in Ordnung. Foto: Matthias Schneider
Die Handballer der HG Kunstadt können nicht mehr aus eigener Kraft Bezirksoberliga-Meister werden. Die Mannschaft von Trainer Kostja Zelenov muss nach der verdienten 21:26 (11:10)-Niederlage am Samstag im Topspiel beim HSV Hochfranken in den restlichen drei Saisonspielen auf einen Ausrutscher des neuen Tabellenführers hoffen. Die Gastgeber fügten der HGK die erste Saisonniederlage bei, zogen nach Punkten gleich und hätten, wenn es so bis zum Saisonende bliebe, aufgrund des direkten Vergleiches die Nase vorn.


HSV gut auf Kunstadter eingestellt

Wie bereits im Hinspiel konnte die Zelenov-Truppe ihr Potenzial in der Offensive nicht abrufen, was erneut an einem hervorragend eingestellten HSV lag. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte stellten die Gastgeber nach dem Wiederanpfiff auf eine offensivere Abwehrvariante um und brachen der HG damit sportlich gesehen das Genick. Ernüchternd war aus Kunstadter Sicht aber auch die Tatsache, dass den Gästen neben einem Konzept gegen diese taktische Maßnahme ganz offensichtlich auch der Glaube an die eigene Stärke abhanden gekommen war.


HGKler zu behäbig

Dabei agierten die Gäste von Beginn an mit angezogener Handbremse. Im Angriff spielten die Kunstadter sehr behäbig und ohne großes Tempo. Tore fielen deshalb fast ausnahmslos nach Einzelaktionen von Sergey Trotsenko und Anton Lakiza aus dem Rückraum. Vom zuletzt so sicheren Kombinationsspiel war kaum etwas zu sehen. Allerdings zeigte die Zelenov-Truppe in der Abwehr eine bärenstarke Leistung. Gegen das schnelle Kombinationsspiel des HSV war man hellwach, schirmte ganz hervorragend das Spiel des Gegners über den Kreis ab und hatte zudem mit Alexander Kießling erneut einen großartigen Torhüter zwischen den Pfosten.


Zu viel aus dem Rückraum probiert

Auch deshalb glich die HG nach dem Fehlstart den 0:3-Rückstand (4.) relativ zügig zum 4:4 (13.) aus und ging nach einem Treffer von Nicklas Oester sogar mit 7:6 (18.) erstmals in Führung. Das Problem der HGK blieb aber bestehen: Im Angriff konzentrierte man sich fast ausnahmslos auf den Rückraum. Flügelspieler wie Andrei Stirbati blieben völlig wirkungslos, und auch das Konterspiel fand überhaupt nicht statt. Dank des kämpferischen Einsatzes ging die HG aber dennoch mit einer knappen 11:10-Führung in die Pause. In dieser stellten sich die Zuschauer in der gut gefüllten Realschulhalle die Frage, wann der HSV taktisch reagieren würde. Die Antwort darauf folgte direkt nach dem Wiederanpfiff.


Hochfranken mit längerer Bank

Gegen eine konditionell abbauende HGK machten die Hochfranken jetzt in der Abwehr ernst, indem sie mit der offensiveren 5-1-Formation und einem frühen Rausrücken auf die Halbpositionen die HGler mächtig unter Druck setzten. Einen weiteren Vorteil hatte die Mannschaft von Trainerfuchs Luka Veraja mit der deutlich breiter besetzten Auswechselbank.
Denn während bei der HG beispielsweise Nicklas und Oliver Oester sowie Anton Lakiza und Sergey Trotsenko fast 60 Minuten durchspielten, brachte Veraja immer wieder frische Spieler von der Bank, ohne dass die Qualität des Gastgebers darunter litt. Als Hochfranken nach dem 13:13 (34.) dann auch noch über den Tempogegenstoß zu einfachen Toren kam, nahm das Kunstadter Schicksal seinen Lauf.


Glaube an die Wende fehlte

Das 17:13 durch den erneut wieselflinken Jan Schörnberner sorgte bereits in der 40. Min. für hängende Köpfe im Kunstadter Fanblock - aber eben auch auf dem Feld, wo man der HG frühzeitig anmerkte, dass der Glaube an eine Wende fehlte. Stattdessen suchte man weiterhin verzweifelt den Abschluss aus dem Rückraum, was gegen einen guten HSV-Torwart Michanek aber zu selten gelang.
Sehenswerte Tore von Jonas Dirr, Dominik Krauß und Jan Schönberner hielten die HGK konsequent auf Distanz, so dass bereits Mitte der zweiten Halbzeit keiner mehr in der Halle Zweifel am Sieg der Gastgeber hatte. Die Partie verlief damit zwar unerwartet einseitig, aber über 60 Minuten auch ausgesprochen fair. Letztlich untermauerten die Hochfranken mit dieser starken Leistung und dem hochverdienten 26:21 ihren Anspruch auf den Aufstieg in die Landesliga. mts


Die Statistik

HSV Hochfranken: Michanek, Köhler - Schönberner (9), Krauß (5), Dirr (3), Görlitz (2), Ludwig (2/2), Kempf (2), Herkt (1), Stöckert (1), Becker (1), Kropf, Mocker, Dietel / HG Kunstadt: Kießling, Etterichretz, Swoboda - Trotsenko (8), Lakiza (5), O. Oester (3), Jung (3/1), Scholz (1), N. Oester (1), Stirbati, Maile, Deuber, Petersen, Steuer / SR: Heeg, Wagner (Pegnitz)