Auch wenn die Saison erst im September diesen Jahres starten wird, so befinden sich die Kunstadter Handball-Damen seit Anfang Juni wieder voll im Training. Immerhin erwartet den frisch gebackenen Landesligisten die sportlich bisher größte Herausforderung der Abteilungsgeschichte. "Unser gemeinsames Ziel kann nur einen Namen tragen: Klassenerhalt!", stellt Udo Prediger klar.

Nach einem Jahr Auszeit kehrte er vor kurzem als Trainer der Frauen-Mannschaft zur HGK zurück, wo man auch aufgrund seiner großen Erfahrung hofft, das angestrebte Ziel zu erreichen. Im Interview erklärt der 55-jährige Beiersdorfer Handball-Trainer, was er sich trotz einzelner Probleme von der Saison erhofft und warum gerade die HG Kunstadt vor allem im Frauenbereich auf eine viel versprechende Zukunft blicken darf.

Nach einem Jahr Auszeit sind Sie nun wieder zur Frauen-Mannschaft der HGK zurückgekehrt. Wie kam es dazu?
Udo Prediger: Es war schon immer reizvoll, eine Frauen-Mannschaft zusammen mit der entsprechenden A-Jugend zu trainieren. Als man dann nach dem Aufstieg der HGK in die Landesliga wieder auf mich zukam und dieses Konzept umsetzen wollte, entschied ich mich für den Posten. Ich kenne die Mannschaft noch gut und weiß, welches Potenzial in ihr steckt. Und nach einem Jahr ohne Handball sah ich mich wieder bereit für eine neue Aufgabe.

Hat das erneute Engagement für die Frauen der HGK auch etwas mit der sportlichen Herausforderung zu tun?
In den letzten Jahren war es fast ausnahmslos so, dass der Aufsteiger aus der Bezirksoberliga ein Jahr später wieder Abschied von der Landesliga nehmen musste. Der Unterschied zwischen Bezirksober- und Landesliga ist gerade im Frauenbereich ein ganz gewaltiger. Das muss auch meiner Mannschaft klar sein. Eine wichtige Grundvoraussetzung ist der Wille, diese Herausforderung anzunehmen. Da das Team kurz nach dem Aufstieg unmissverständlich klar gemacht hatte, dass man die Herausforderung Landesliga mit vollem Einsatz angehen will, habe ich mich gerne überzeugen lassen, das Ruder bei den Frauen noch einmal zu übernehmen.

Trotz aller Bekundungen zum vollen Einsatz und großem Engagement werden Rückschläge aber sicherlich nicht ausbleiben.
Das ist richtig, und genau an diesem Punkt wird sich der Charakter der Mannschaft beweisen müssen. Es werden sicherlich Wochen auf uns warten, in denen wir einige Klatschen in Serie bekommen werden. Davon dürfen wir uns aber nicht entmutigen lassen. Stattdessen müssen wir weiterarbeiten und versuchen, uns stetig weiterzuentwickeln. Die Mannschaft ist sehr jung. Das ist eine große Chance und eine Gefahr zugleich. Immerhin wird die Landesliga-Saison fast drei Monate länger dauern als in der Bezirksoberliga. Da werden wir viel Durchhaltevermögen brauchen.

Ist die HGK personell bereit für die neue Liga?
Das wird sich zeigen. Mit Steffi Huber vom TV Helmbrechts haben wir eine neue Spielerin gewinnen können, die aufgrund ihrer Landesliga-Erfahrung, aber auch aufgrund ihrer positiven Ausstrahlung auf und abseits des Spielfeldes viel bewegen kann. Zusammen mit ihrer Freundin Caro Fürst, die im letzten Jahr zur Mannschaft gestoßen war, wird sie sicherlich eine Schlüsselposition einnehmen. Ich hoffe, dass sie die jüngeren Mitspielerinnen mitreißen können. Potenzial ist auf jeden Fall ausreichend da.

Ist das auch der Grund, warum Sie zeitgleich die weibliche A-Jugend mitbetreuen?
Das haben auch andere Vereine längst erkannt: Eine Mannschaft im Seniorenbereich kann ohne die enge Zusammenarbeit mit den A-Jugendlichen nicht dauerhaft bestehen. Bei der HGK sind wir in der glücklichen Lage, dass aufgrund jahrelang hervorragender Nachwuchsarbeit einige wirklich tolle Talente in den Startblöcken stehen. Die weibliche B- und die weibliche A-Jugend der HG haben sich in dieser Saison ebenfalls für die Landesliga qualifiziert. Meine Aufgabe wird es sein, die Spielerinnen der A-Jugend langsam in den Erwachsenenbereich zu integrieren. Damen und A-Jugend haben bereits erfolgreich zusammen trainiert. Mittelfristig könnte die HG hier auf ein Potenzial zurückgreifen, mit dem man sich in der Landesliga profilieren kann. Kurzfristig gesehen würde uns die eine oder andere Verstärkung aber sicherlich gut tun.

Wie gehen Sie damit um, dass die Obermainhalle wegen der Generalsanierung mindestens ein Jahr geschlossen sein wird?
Es ist gut, dass die HG Kunstadt mit der Kordigasthalle eine weitere attraktive Trainings- und Spielstätte hat. Zwar sind die Trainingspläne aufgrund der Vielzahl anderer Vereine eng und somit für eine Vorbereitung auf die Landesliga nicht optimal. Aber gerade weil die Kordigasthalle ab dieser Saison erstmalig für den Spielbetrieb genehmigt ist, hoffen wir neben den etablierten Fans aus der Obermainhalle viele weitere Zuschauer für den Handball-Sport begeistern zu können. Wir werden auf jeden Fall alles dafür tun und erhoffen uns die entsprechende Unterstützung von den Rängen.

Das Gespräch führte
Matthias Schneider