Dank ihrer guten Platzierung bei der letzten Weltmeisterschaft durften die deutschen Griechisch-Römisch-Ringer mit dem Klosterlangheimer Ringer Hannes Wagner am Mannschafts-Weltcup der acht besten Teams des Ringer-Weltverbands United World Wrestling (UWW) in Shiraz (Iran) teilnehmen.
Das Greco-Team des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) kam allerdings nicht über den achten und damit letzten Platz hinaus. In einem an Dramatik nicht zu überbietenden Finale erzielte Gastgeber Iran vor 5000 euphorischen Fans in der überfüllten Sportarena einen souveränen 8:0-Turniersieg über die verbissen kämpfende russische Mannschaft.


Nur Iraner mit der ersten Riege

Die Hausherren waren die einzige Mannschaft, die mit allen Stars antrat, die anderen Teams aus Russland, der Türkei, Kasachstan, Weißrussland, Aserbaidschan, der Ukraine und Deutschland traten zum Großteil mit der Generation 2020 an.
"Der Weltcup passte eigentlich gar nicht in unsere Olympiavorbereitung, daher bot sich für die zweite Reihe die Chance, hier zu ringen", sagte Bundestrainer Michael Carl. So fiel dann auch sein Fazit nach dem letzten Platz wenig traurig aus: "Gut gekämpft und doch verloren."


Knappe Niederlage

In der Vorrunde kämpften die deutschen Ringer gegen Kasachstan, Russland und Weißrussland. Knapp ging es gleich im Auftaktduell gegen Kasachs-tan zu, das die Schützlinge um Michael Carl mit 3:5 verloren. Dustin Scherf (59 kg/KFC Leipzig), Florian Neumaier (85 kg/VfK Mühlenbach) und Etka Sever (98 kg/VfK Schifferstadt) holten die Siegpunkte für das DRB-Team, wobei vor allem Hannes Wagner (75 kg/AC Lichtenfels) und Maximilian Schwabe (75 kg/KSV Pausa) angesichts knapper Punktniederlagen die Chance besaßen, dem Mannschaftsvergleich eine Wende zu geben.


Russen zu stark für Deutschland

In Runde 2 unterlag die Mannschaft dem jungen, russischen Team mit 1:7. Nur Etka Sever, der gleich zum Kampfbeginn von Aleksandr Golovin fast geschultert wurde, holte den einzigen Sieg für das deutsche Team.
Im letzten Vorrundenduell stand Deutschland Weißrussland gegenüber. Diese Begegnung begann verheißungsvoll, denn Dustin Scherf (59 kg) holte gleich im Auftaktkampf einen Sieg. Danach unterlag Yasin Yeter (66 kg/KV Riegelsberg) hauchdünn mit 2:4 gegen Mikita Zinewich. Einen weiteren Siegpunkt holte Maximilian Schwabe (71 kg) bei seinem 5:0-Punktsieg über Pavel Liakh, doch dann unterlagen nacheinander Hannes Wagner (75 kg/AC Lichtenfels), Jan Rotter (80 kg/SV Triberg), Florian Neumaier (85 kg/VfK Schifferstadt), Etka Sever (98 kg/VfK Schifferstadt) und Christian John (130 kg/Eisenhüttenstädter RC), sodass auch dieser Gesamtsieg mit 6:2 an Weißrussland ging.


Gegen Ukraine gescheitert

Im Kampf um Platz 7 mussten die deutschen Ringer gegen die Mannschaft aus der Ukraine antreten. Ausgerechnet gegen das DRB-Team steigerte sich die schwach ins Turnier gestartete Mannschaft um Ukraine-Trainer Artur Dzigasov im Gegensatz zu den Vorkämpfen enorm und verwies die Deutschen mit 5:3 auf den achten und letzten Platz des Gesamtklassements. Maximilian Schwabe, Jan Rotter und Etka Sever gewannen ihre Duelle, während vor allem Florian Neumaier beim 1:2 die Möglichkeit hatte, den Ausgleich nach Kämpfen zu erzwingen.


Bundestrainer trotz letztem Platz zufrieden

"Trotz des achten Ranges im Gesamtklassement bekamen wir von den anderen Mannschaften, sowie den Verantwortlichen, aber auch von den vielen Fans immer wieder Lob und Anerkennung für den Kampfgeist, den meine Ringer an den Tag gelegt haben. Es gab auch Applaus von den vielen Fans für unterlegene Ringer, wenn sie gut gekämpft haben", freute sich Michael Carl über die freundschaftliche Atmosphäre.
Endergebnis: 1. Iran, 2. Russland, 3. Türkei, 4. Kasachstan, 5. Weissrußland, 6. Aserbaidschan, 7. Ukraine, 8. Deutschland.