Nachdem der Lichtenfelser vor wenigen Wochen nicht rechtzeitig zum World-Cup - dem coronabedingten Ersatzturnier der Weltmeisterschaft - fit geworden war, stand der 25-Jährige am Wochenende in Kroatiens Hauptstadt auf der Matte.

In der ersten Runde traf der Lichtenfelser in der 82-Kilo-Klasse im griechisch-römischen Stil auf den Tschechen Oldrich Varga. "Abtasten, abwarten, erst einmal ins Turnier finden", lautete das Motto des Sportpolizisten. Letztlich stand ein 5:1-Sieg für den Korbstädter zu Buche. Im Viertelfinale gegen den Italiener Maffezzoli war Wagner fast den ganzen Kampf lang der Aktivere und sicherte sich in beiden Runden die erste Oberlage und damit den 2:0-Punktsieg.

Im Vorwärtsgang ins Finale

Gegen den Vize-Weltmeister der Kadetten 2019, Gabriel Lupasco aus Moldawien, schaltete Wagner in den Vorwärtsgang, sicherte sich die erste Oberlage und den ersten Punkt, dem nach drei Durchdrehern noch weitere folgten. Beim 7:0 und damit einen Punkt vor dem Überlegenheitssieg, konterte der Moldawier eine Aktion des Lichtenfelsers und sicherte sich Punkte. In der zweiten Runde sorgte Wagner mit einer spektakulären Verteidigung noch für einen Höhepunkt.

"Obwohl es mein erstes Turnier nach einem Jahr war, das Training und die Vorbereitung nicht optimal waren, lief es ganz gut. Bei den Zielen, die ich mir gesteckt habe, waren das drei Gegner, die ich schlagen muss", sagte das ACL-Aushängeschild vor dem Finale.

Schwede ein Gegner auf Augenhöhe

Dort traf der Lichtenfelser auf seinen Dauerrivalen Alex Kessidis. Den Schweden hatte Wagner 2019 in der Bundesliga klar besiegt. Allerdings zog er vor einem Jahr bei den Thor-Masters gegen den Vizeweltmeister und Olympia-Qualifikanten den Kürzeren. "Er ist ein Gegner auf Augenhöhe, ein Ringer, mit dem ich mich gerne messe", führt der Lichtenfelser aus, schließlich sind es Gegner dieses Kalibers, mit denen er auf Europa- und Weltmeisterschaften konkurrieren muss, will er dort um die Medaillen mitringen.

Wagner machte gleich Druck, was auch der Unparteiische erkannte. In Führung liegend besaß er die Chance, aus der Oberlage weitere Punkte folgen zu lassen, was ihm aber misslang. Nach der Pause erhielt der Schwede zweimal die Oberlage und den obligatorischen Wertungspunkt. Trotz einiger Ansätze gelang es dem ACler nicht mehr, den Spieß umzudrehen. Nach sechs Minuten stand es unentschieden. Wagner verlor, da der Gegner die letzte Wertung erzielte.

Gleich wieder ins Trainingslager

"Hinten raus war er schon ein wenig stärker", gestand Wagner am Montag im Telefongespräch aus dem folgenden zweiwöchigen Trainingslager in Heidelberg. "Wenn es wirklich um einen Titel gegangen wäre, hätte ich vielleicht etwas rumreißen können", meinte der Franke, der diesmal nur drei Kilo auf 82 plus 2 Kilo hatte abkochen müssen.

EM im April der nächste Höhepunkt

Bis zu den Europameisterschaften im April steht noch ein Turnier in Ungarn auf dem Programm. "Bis dahin habe ich 100 Prozent meiner Form und nicht nur 80", sagte Wagner.dma