Mit neuem Mut und der Erkenntnis, dass man in der Landesliga Nordwest doch gewinnen kann, geht der TSV Ebensfeld (17.) am Samstag um 14 Uhr beim TSV Neustadt/Aisch (10.) wieder auf Punktejagd. Ein Sieg in Neustadt scheint, nach der vor allem spielerisch deutlichen Steigerung gegen den SV Memmelsdorf, zumindest nicht außer Reichweite zu liegen.


Spielerisch überzeugt

Nach dem 2:1-Sieg über Memmelsdorf war TSV-Trainer Klaus Gunreben begeistert: "In der ersten Halbzeit standen wir taktisch hervorragend und im zweiten Durchgang haben wir sogar spielerisch klasse agiert. So viele Chancen wie in der zweiten Halbzeit hatten wir glaube ich noch nie in einem Partie in der Landesliga."
Tatsächlich überzeugte der TSV Ebensfeld eigentlich erstmals auch auf diesem Niveau mit spielerischen Mitteln und war dem Gegner zeitweise sogar überlegen.
Deshalb dürften in Ebensfeld nun auch die Hoffnungen wiederbelebt werden, dass dieser Heimsieg nun einen Schub auslösen könnte. So hofft sicherlich auch Klaus Gunreben insgeheim auf einen Befreiungsschlag seiner Mannschaft: "Man hat auch gegen Memmelsdorf wieder gesehen, dass sich einige Spieler enorm gesteigert haben. Trotzdem werden wir gerade auf unserem großen Platz weiterhin einigen Mannschaften unterlegen sein. Schließlich gibt man den Gegner damit fast zwangsläufig den gewünschten Raum." Dennoch überwiegt nach dem letzten Erfolgserlebnis ganz klar der Aufwärtstrend, der die Gunreben-Elf nun wieder bis auf zwei Punkte an Platz 16 herangebracht hat.


Streik und Trainerentlassung

Ob die Erfolgsgeschichte nun gleich heute beim TSV Neustadt/Aisch weitergeschrieben werden kann, gilt zumindest nicht als aussichtslos. Immerhin haben die Mittelfranken gerade sehr turbulente Tage hinter sich gebracht. Die Neustädter sind finanziell angeschlagen. Gegen den TSV Kleinrinderfeld (0:3) streikten zuletzt die Spieler und traten zum Reservenspiel nicht an.
Da - laut Aussage von Abteilungsleiter Klaus Becke - Trainer Uwe Neunsinger nicht genug getan habe, die Spieler vom Streik abzuhalten, wurde er entlassen und ein Hausverbot gegen ihn ausgeprochen. Am Dienstag haben sich die Spieler Marcel Poetsch, Oliver Harnos, Alexander Gebelein und Co-Trainer Benjamin Rudin solidarisch mit ihrem Ex-Coach erklärt und wollen nicht mehr für die Neustadter spielen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass weitere Akteure folgen.
Neuer Trainer ist Reinhold Fischer (55), der bis Oktober 2014 den Nordost-Landesligsten Vach trainierte. Der muss sein neues Team, das nach einem tollen Saisonstart von neun Spielen ohne Niederlage zuletzt nur einen Sieg aus sechs Partien holte, erst kennenlernen. Eine Chance für die Ebensfelder, die im Hinspiel zu einem 0:0 gegen die Mittelfranken kamen. Ein Dämpfer ist allerdings der verletzungsbedingte Ausfall von Stammtorhüter Heiko Brückner, der wegen einer Muskelverletzung fehlen wird.


Grunreben will etwas mitnehmen

Dafür steht Urlauber Matthias Vogt wieder zur Verfügung und dürfte der Gunreben-Elf weiteren Halt geben. "Man muss abwarten, mit welcher Mannschaft Neustadt gegen uns antritt", schaut Klaus Gunreben voraus und fügt selbstbewusst an: "Aber wir wollen so oder so dort etwas mitnehmen." Berg
TSV Ebensfeld: Bablitschky, Mantel - Alt, Ammon, Popp, B. Quinger, C. Quinger , Degel, Scheler, Eideloth, Kremer, Stölzel, Häublein, Ziegelhöfer, Dierauf, Grünert, Vogt