22 Spieltage sind vorüber. 613 Tore sind in allen Begegnungen gefallen, im Schnitt 3,10 pro Spiel. Die Spreu hat sich von Juli bis November schon ein wenig vom Weizen getrennt - aber entschieden ist noch überhaupt nichts, ehe es Anfang März nach der Winterpause weiter geht.

Total im Soll ist vor allem eine Mannschaft: Spitzenreiter TSV 1860 Rosenheim. Vier Punkte hat die Elf von Marco Schmidt Vorsprung auf die ersten Verfolger. "Unsere interne Vorgabe waren 35 Punkte - die haben wir übererfüllt", freut sich der Coach. Ob sich die "Sechziger" ganz vorne halten können, ist jedoch völlig offen.


Offensivstarker Aufsteiger



Den zweiten Platz hat sich völlig überraschend ein Aufsteiger gesichert: der SC Eltersdorf. Mit 51 Toren hat er sich zur stärksten Offensivtruppe der Liga gemausert, worüber Trainer Ludwig Preis nur hochzufrieden sein kann. "Damit hat niemand gerechnet. Es geht stetig bergauf, wir haben die Fehler minimiert", sagt er. Acht Heimsiege hat Eltersdorf landen können, "die Regionalliga Bayern ist unser erklärtes Ziel", erklärt Preis.

Nur knapp dahinter, exakt einen Punkt, ist die SpVgg Bayern Hof gelandet. Ihr hat diesen Husarenritt nach einer eher schwachen Vorsaison kaum jemand zugetraut - doch Trainer Norbert Schlegel hat eine starke Elf um sich geschart und viel aus ihr gemacht. Nur 16 Gegentore bedeuten die solideste Abwehr der Bayernliga. Hof stellt mit 18 Punkten das zweitbeste Auswärtsteam.

Den Reigen der Verfolger dieses Spitzentrios führt ein weiterer starker Aufsteiger an, der VfL Frohnlach. 34 Punkte hat der Klub auf dem Konto, ebenso viele wie die Teams dahinter. Zwischenzeitlich sah es sogar danach aus, als könnte die Truppe von Dieter Kurth noch weiter oben überwintern. Aber dann kam eine Serie von sechs sieglosen Spielen zum Abschluss des Jahres - und Frohnlach musste abreißen lassen. "Unter den ersten Fünf zu stehen, ist einfach wunderbar", kommentiert Kurth. "Unser Kader ist gut und homogen. Am liebsten würde ich gar nichts ändern", fügt der Coach hinzu und peilt die direkte Qualifikation für die Regionalliga Bayern fest an.

Ein ziemliches Auf und Ab war die Spielzeit für den SV Seligenporten: Nach zwei Siegen zum Auftakt schlichen sich gewaltige Verletzungssorgen ein. Sogar Coach Karsten Wettberg dachte zwischenzeitlich ans Aufhören. Doch er krempelte die Ärmel hoch, genauso wie nach einer langen Durststrecke seine Elf. Die Heimmacht schlechthin stellt der TSV Buchbach. Zu Hause ist der Tabellensechste stark. Hier hat er sich das Gros seiner 34 Punkte erkämpft.


Bamberg erreicht Minimalziel



Den achten Platz nimmt der FC Eintracht Bamberg ein, der damit noch eben so im Soll liegt. Trainer Christoph Starke spricht vom "Erreichen des Minimalziels", sieht aber noch jede Menge Luft nach oben. "Ein ,Dreier' mehr wäre mir lieber gewesen. Aber wir können mit dem Erreichten leben", äußert er sich. So gut seine offensivstarke Truppe zu Hause zurecht kam (31 Heimtore), so schwer tat sie sich in der Ferne. Nur elf Treffer in fremden Stadien waren zu wenig, um weiter vorne zu landen.

Der Letzte im Bunde jener Teams, die auf einem direkten Quali-Rang überwintern dürfen, ist der FSV Erlangen-Bruck. Die Defensivkünstler waren vor allem auswärts top. 20 Punkte in der Fremde - das ist Ligaspitze. Unterhalb des ominösen Strichs steht der SV Heimstetten. Drei Punkte fehlen aktuell auf den letzten direkten Qualifikationsplatz. Auf dem elften Platz hat sich der SB DJK Rosenheim eingerichtet. "Als Aufsteiger haben wir alles erfüllt, was von uns erwartet wurde", hat Trainer Walter Werner die Ruhe auf seiner Seite.

Etwas weiter vorne sah sich der TSV Großbardorf. Lange hielt die Truppe von Hansjürgen Ragati Kontakt zur Spitze. Zehn Punkte in der Fremde sind zu wenig für ein Topteam, so dass Ragati noch Arbeit vor sich hat.
Unter Wert hat sich der FC Ismaning verkauft. Der Meister ist nur auf Rang 13 - und das ist auch Trainer Frank Schmöller eindeutig zu wenig. Im Grunde gilt das auch für den Würzburger FV, bei dem Trainer Michael Hochrein das Zepter in der Hand hält und ebenfalls darüber klagt, zu wenig Punkte zu haben. Dass es eine schwere Saison werden würde, war Stefan Anderl, neuer Trainer beim TSV Aindling, von vornherein klar. Eine neue Elf hat er konstruiert, die aber nur einen Sieg aus den letzten neun Spielen holte.


Enttäuschte "Nullfünfer"



Aufsteiger TSV Gersthofen hat viel investiert, hatte aber seine Probleme damit, die richtige Formation zu finden. Abhaken kann der FC Schweinfurt 05 die Regionalliga-Qualifikation. Unter Trainer Klaus Scheer hat es nicht gepasst, aber auch Udo Romeis war nach dem Trainerwechsel nicht unbedingt erfolgsverwöhnt. Auswärts gelang kein Sieg. Zu Hause lief es besser, trotz insgesamt satter 51 Gegentore. Schweinfurt wird den Tabellenkeller wohl kaum noch verlassen. Das gilt noch mehr für Schlusslicht SpVgg Unterhaching II, das erst elf Punkte geholt hat. bfv