Der FC Lichtenfels geht mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause. Die Mannschaft des Trainergespanns Alexander Grau und Christian Goller siegte am Samstag bei einem direkten Konkurrenten im Kampf um den Verbleib in der Fußball-Landesliga Nordwest, der TG Höchberg, mit 2:1. Damit überwintert der FCL, der seit acht Partien ungeschlagen ist (drei Siege, fünf Remis), auf Rang 10.
Umso erfreuter war hinterher auch der Trainer des Aufsteigers, Alexander Grau: "Wir sind natürlich sehr glücklich über diesen wichtigen Sieg, der meiner Meinung nach unter dem Strich auch verdient war. Wir hatten in der ersten Halbzeit zugegebenermaßen einmal Glück, als der Schiedsrichter in einer elfmeterreifen Situation nicht pfiff. Ansonsten haben wir allerdings kaum etwas zugelassen. Das war dann auch der Schlüssel zum Sieg."


Kampf auf dem Kunstrasen

Auf dem für die Gäste ungewohnten und schmalen Kunstrasenplatz entwickelte sich von Beginn an eine kampfbetonte Partie. Die Gäste starteten gut und gingen bereits nach sieben Minuten in Führung: Nach einem von Manuel Aumüller getretenen Eckball brachten die Hausherren das Leder nicht aus der Gefahrenzone. In dem Getümmel kam Kevin Wige zum Schuss und netzte die Kugel aus kurzer Distanz zum 0:1 ein.
Die Unterfranken versuchten nun Druck zu machen, doch der FCL stand defensiv sehr kompakt auf dem engen Spielfeld. Von einem Heimvorteil der Würzburger Vorstädter war auf dem Kunstrasenplatz, der die Bälle schneller macht und deswegen ein genaueres Passspiel voraussetzt, nichts zu merken.
Im Gegenteil, die gute Verteidigungsarbeit der Lichtenfelser zwang Höchberg zu hohen Bällen, die sicher geklärt wurden.


Glück für Lichtenfels

Trotzdem hatten die Gäste in der 31. Min. Glück: Manuel Aumüller rannte im eigenen Strafraum einem Höchberger in die Hacken, sodass der Unparteiische durchaus Strafstoß für die TG hätte geben können. Zum Entsetzen der Heimelf blieb die Pfeife von Schiedsrichter Hertlein stumm. Doch auch die Gastgeber hatten Glück, als Daniel Oppel kurz vor der Pause nach einem Standard zu früh eingerückt war und den Flankenball verpasste.
Auch in der zweite Hälfte spielte sich die Partie hauptsächlich im Mittelfeld ab, Torchancen waren Mangelware. Nach einer Stunde dann eine schlechte Nachricht für die Oberfranken: FCL-Torwart Sven Göhring, inzwischen 36 Jahre alt, verletzte sich nach einer Standardsituation der Höchberger und musste vom Platz.


Niklas Lulei als Torhüter

Da Stammkeeper Hannes Köster verletzt, Florian Roßbach erkrankt und Nachwuchstorwart Jan Hetzel verletzt ist, musste Feldspieler Niklas Lulei ins Torhütertrikot schlüpfen. Er machte in den letzten 30 Minuten - nach Aussage von FCL-Abteilungsleiter Christopher Fischer - "seine Sache gut". "Glücklicherweise gab es gar nicht so viel zu tun. Die Abwehr ist sehr gut gestanden, so dass ich nur zwei bis drei Bälle aufs Tor bekommen habe", meinte Lulei hinterher. "Vielleicht habe ich ein stückweit auch die Veranlagung meines Vaters Stefan mitbekommen, der sein Leben lang für Staffelstein, den FC Lichtenfels und den Schwabthaler SV im Tor stand", freute sich der 21-jährige Abwehrspieler über sein erfolgreiches Landesligadebüt als Torwart.


Aumüller erneut ein Elfmetersituation beteiligt

In der 65. Min. hatten die Lichtenfelser erneut Glück, als wiederum Aumüller einen Höchberger im eigenen "Sechszehner" zu Fall brachte, die Partie jedoch erneut weiterlief.
Auf der Gegenseite hatte Daniel Oppel nach einer schönen Kombination von Lukasz Jankowiak und Steffen Hönniger die Chance zum 0:2, doch der FCL-Angreifer lupfte aus fünf Metern das Leder über den Kasten, obwohl Torhüter Christoph Ritter bereits am Boden lag.
Die Entscheidung fiel in der 80. Min.: Erst wurde Hönniger im Strafraum der Hausherren gefoult und verwandelte selbst den Elfmeter zum 0:2. Dann echauffierte sich Jeffrey Karl über einen Einwurf beim Linienrichter so sehr, dass ihm der Unparteiische erst Gelb und dann, als sich der Höchberger nicht beruhigen wollte, Gelb-Rot zeigte.
Höchberg warf trotz Unterzahl nun alles nach vorn und kam, obwohl die Gäste defensiv aufmerksam standen, in der 90. Min. durch Julian Geiger zum Anschlusstreffer. Doch diesmal kam - im Gegensatz zu den vergangenen Partien - in der Schlussphase kein weiteres Tor dazu. Die Gästeabwehr hielt und brachte den Sieg über die Runden.
Nach dem Abpfiff lobte FCL-Coach Grau sein Team: "Mein Kompliment an das gesamte Team für eine sehr gute Entwicklung in den letzten Monaten. Jetzt freuen wir uns auf die Winterpause, in die wir mit einem guten Gefühl gehen werden." sthu


Die Statistik

TG Höchberg: Ritter - Grünewald, Bergmann, Unger, Fromm, Geiger, Riedner, Schiebel (46. Woller), Priesnitz, Ettinger, Schmid (46. Karl) / FC Lichtenfels: Göhring (60. N. Lulei) - F. Goller, Mex, Schardt, Wige, Scholz, Dietz (77. Gutgesell), Hönninger, Oppel (90. + 1 Graf), L. Jankowiak, Aumüller / SR: Markus Hertlein (Dinkelsbühl) / Zuschauer: 50 / Tore: 0:1 Wige (8.), 0:2 Hönninger (80., Foulelfmeter), 1:2 Geiger (90.) / Gelb-Rote Karte: Karl (80.) / -