Spannung bis zum letzten Spieltag und darüber hinaus in den sich anschließenden nochmals kräftezehrenden Relegationsrunden, bescherte die Fußball-Bezirksliga Oberfranken West den Fans.
Das Titelrennen schien frühzeitig entschieden, hatte doch der Aufsteiger TSV Sonnefeld einen schier uneinholbaren Vorsprung vor der Konkurrenz aus Oberhaid, Ebensfeld und Ebing. Doch die Sonnefelder ließen in der Saisonendphase Punkt für Punkt liegen, die Konkurrenz blieb dran. Am Ende aber wurde mit dem TSV Sonnefeld die beste Mannschaft Meister.
Zwei Zähler dahinter der FC Oberhaid, der in die Relegation durfte. Ein hervorragendes Ergebnis für die Stretz-Schützlinge. Dort aber war der TuS Feuchtwangen in den zwei Partien das bessere Team.
Lange Zeit zum Kreis der Anwärter auf Platz 2, der TSV Ebensfeld und die SpVgg Ebing. Doch im Schlussspurt fehlten beiden Teams die passenden Ergebnisse. Auffallend beim TSV Ebensfeld, dass die Mannen von Trainer Klaus Gunreben viele Zähler gegen abstiegsgefährdete Mannschaften liegen ließ. Platz 3 aber entsprach den Zielsetzungen des Teams aus dem Kreis Lichtenfels.
Nicht ganz zufrieden war die SpVgg Ebing mit Platz 6. Hier war mehr drin für die Schützlinge von Coach Heiner Dumpert. In die Relegation musste der FSV Unterleiterbach und die SpVgg Stegaurach. Beide Teams überstanden diese Runde nicht, sie steigen ab. Direkt zurück in die Kreisliga ging es auch für den Aufsteiger TSV Marktzeuln, der nach einem furiosen Saisonstart in die Kellerregion rutschte und erst an den letzten Spieltagen auf einen direkten Abstiegsplatz verwiesen wurde.
Nachfolgend die Statements der Vereinsverantwortlichen aus dem Kreis Lichtenfels und den grenznahen Klubs.

Thomas Häublein (Abteilungsleiter TSV Ebensfeld: 4./53): "Nach dem letztendlich doch etwas unglücklichen Abstieg aus der Landesliga lautete das Ziel mindestens Platz 5. Die Vorbereitung auf die neue Saison fiel aufgrund des Nachsitzens in der Relegation etwas kürzer aus, doch konnte man in den Freundschaftsspielen durchwegs gute Leistungen abrufen und Siege einfahren. Doch der Saisonstart gestaltete sich dann eher durchwachsen. Die Hypothek aus den vier kraftraubenden Extrapartien in der Landesliga-Abstiegsrunde lastete doch schwerer auf den Schultern der Spieler als erwartet. Man holte aus den ersten vier Spielen lediglich zwei Punkte und fand sich schnell im unteren Tabellendrittel wieder. Dem mühsamen Derbysieg über Unterleiterbach folgte der Tiefpunkt mit der Niederlage bei der DJK Bamberg II.
Die Mannschaft raufte sich jedoch zusammen und startete mit dem anschließenden Sieg über die SpVgg Stegaurach eine Serie von elf Spielen ohne Niederlage bis zur Winterpause, was zwischenzeitlich Platz 2 bedeutete. In 2017 waren die Leistungen jedoch insgesamt zu wechselhaft für die Verteidigung dieses Tabellenplatzes. Es wurden Spitzenleistungen gegen die Schwergewichte der Liga abgerufen. So konnten Bosporus Coburg, FC Oberhaid und SpVgg Ebing jeweils auswärts besiegt werden. Dann allerdings ließ man gegen die Teams aus dem Tabellenkeller unnötig Federn. So reichte es nur zu einer Punkteteilung gegen Stegaurach und Kleintettau und es setzte Niederlagen gegen Unterleiterbach, Ebern und Schammelsdorf sowie auch im letzten Heimspiel der Saison gegen Mönchröden, was auch das Ende, der bis dahin makellosen Heimbilanz bedeutete. Mit dem dritten Rang hat aber die Mannschaft durch hervorragende Leistungen in einer ausgeglichen und starken Bezirksliga das ausgegebene Ziel aber mehr als erfüllt."

Bernhard Landgraf (Abteilungsleiter SpVgg Ebing - 6./47): "Bis zur Winterpause haben wir gut gespielt und waren in der Tabelle oben dabei. Danach sind wir zwar mit zwei Siegen gestartet, doch bis zum Ende der Saison haben wir vergessen, trotz vieler Möglichkeiten, Tore zu schießen. Deshalb wurden einige Punkte liegen gelassen. Nur ein Punkt aus den letzten fünf Spielen, war eben zu wenig, um oben dran zu bleiben. Mit Tabellenplatz sechs, somit nicht unter den ersten fünf, wie in den vier Jahren zuvor, sind wir trotzdem zufrieden. Dies nach einer anstrengenden Saison. Nun gilt es, die kleinen Wehwehchen auszukurieren, sich zu erholen und neue Kraft zu tanken. Schauen wir auf die neue Saison und da werden wir erneut im oberen Drittel angreifen. Aber es wird eine schwere Saison in einer starken Bezirksliga."

Gerald Eberlein (Abteilungsleiter FSV Unterleiterbach - 13./36-): "Ein turbulentes Spieljahr geht für den FSV Unterleiterbach zu Ende. Verletzte zu Beginn der Saison, Trainerwechsel, Relegation und dann noch der Abstieg. Auf die ersten drei Punkte musste man lang warten, ehe man am sechsten Spieltag die SpVgg Stegaurach bezwingen konnte. Man war zwar kaum schlechter als der Gegner, aber meist zog man den Kürzeren. Zum Ende der Hinrunde stabilisierte sich die Mannschaft. Gegen die drei ersten der Abschlusstabelle konnte in der Rückrunde gewonnen werden, aber gegen direkte Konkurrenten, also wenn es darauf ankam, wurde kläglich versagt. Immer wieder war man auf Tuchfühlung zum rettenden Ufer, aber immer wieder kam ein Dämpfer obendrauf. Nach den verlorenen Spielen gegen die SpVgg Stegaurach und den TV Ebern, legte Trainer Jefkay sein Amt nieder. Seine Enttäuschung war zu groß. Er wollte dadurch ein Zeichen setzen und die Mannschaft wachrütteln. Tobias Eichhorn, der erst für die kommende Saison geplant war, sprang ein. Hätte man annähernd in der Vorrunde so viele Punkte geholt, wie in der Rückrunden, wäre man nie in Bedrängnis gekommen. Hervorzuheben, trotz der Misere, ist der Kreispokalsieg gegen Saas Bayreuth. Ein Grund für den Abstieg war auch die eklatante Auswärtsschwäche, gerade einmal vier Punkte konnte man einfahren. Die Heimbilanz mit 32 Punkten sieht da ganz anders aus. Trainer Eichhorn schwor die Truppe für die Relegation ein. Die erste Hürde gegen SCW Obermain wurde genommen. Gegen den SV Dörfleins aber war man total von der Rolle. Jetzt heißt es den Kopf frei zu bekommen und sich auf die neue Saison in der Kreisliga vorzubereiten."

Dieter Rauch (Abteilungsleiter des TSV Marktzeuln - 15./25): "Die Bezirksliga war für den Verein und die Mannschaft etwas Neues. Wir mussten erkennen, dass das Niveau deutlich höher ist als in der Kreisliga. Vor allem die Mannschaften aus dem Raum Bamberg haben durch ihr größeres Einzugsgebiet qualitativ bessere Spieler zur Verfügung als im Raum Lichtenfels oder Kronach. Das höhere Spiellevel war aber eine gute Erfahrung vor allem für unsere jüngeren Spieler, die gesehen haben, was in einer solchen Liga abgeht. Leider hatten wir in der vergangenen Saison viel Pech mit Verletzungen. Ich glaube, wenn wir länger komplett gewesen wären, hätten wir sieben, acht Punkte mehr geholt und vielleicht drin geblieben. Zu Saisonbeginn haben wir - auch die Aufstiegseuphorie, aber mit der Stammmannschaft toll aufgespielt und waren mit an der Tabellenspitze. Dann sind zwei, drei Leistungsträger ausgefallen, was die jungen Spieler nicht kompensieren konnten. Vor allem die Verletzung von Andreas Frank, ein überragender Sechser, hat uns weh getan. Er konnte letztlich nur drei Partien bestreiten. Auch Tobias Schütz stand nur in sechs Begegnungen auf dem Feld. Dazu kamen noch kurzfristige Ausfälle. So haben wir viele Spiele knapp verloren. Aber aus dieser Erfahrung hat die Mannschaft gelernt und kann dies mit in die Kreisliga-Saison nehmen. Dort werden uns mit den Abgängen von Adrian Kremer zum FC Lichtenfels und Andre Bergmann zum FC Burgkunstadt unsere zwei Toptorschützen fehlen. Routinier Ulrich Backert wechselt zum FC Schwürbitz. Ohne diese drei Leistungsträger wollen wir im gesicherten Mittelfeld mitspielen. Mit Christian Schüpferling von der SpVgg Obersdorf, Fabian Göhl vom FC Baiersdorf, der in der Kreisklasse 25 Tore erzielt hat, Oliver Schütz, der nach einer langen Verletzung wieder angreifen will, und dem 19-jährigen Flüchtling Abbas Takleef aus dem Irak, der bei der JFG Kunstadt-Obermain gespielt hat, hoffen wir, die Abgänge kompensieren zu können. Trainer Oliver Kellner geht in sein drittes Jahr beim TSV. Sein Spielsystem gefällt mir sehr gut. Es werden viele Chancen herausgespielt. Dass die nicht genutzt wurden, kann man nicht dem Trainer anlasten. Er leistet gute Arbeit und bringt sich auch ins Vereinsleben ein.
Finanziell lief es in der Bezirksliga erstaunlich gut. Mit dem Zuschauerschnitt von etwa 175 Besuchern waren wir sehr zufrieden. So ziehen wir kein negatives Fazit aus der vergangenen Saison, sondern treten gestärkt und mit einigen Erfahrungen mehr in der starken Kreisliga Kronach an." gefa/us