Für die Bayernliga-Kegler des Baur SV Burgkunstadt lief es an diesem Spieltag genau anders herum. Schon oft hatte der Aufsteiger in dieser Saison das lachende Ende für sich, diesmal aber feierten die Gäste vom TSV Großbardorf. Bis 30 Wurf vor Schluss sah der Baur SV trotz zum Teil durchwachsener Leistungen wie der sichere Sieger gegen den Tabellenführer aus Großbardorf aus, dann aber hielten die Nerven nicht. Vielleicht hat man sich auch mit der völlig umgekrempelten Aufstellung ein bisschen verzockt - Peter Thyroff stand beispielsweise erstmals im Mittelpaar - aber das werden die Fans der jungen Truppe verzeihen. Letztlich war die Niederlage verdient, lag man in die Vollen noch knapp vorne (2139:2100), so brachte das schwache Abräumspiel (1039:1093) die Unterfranken auf die Siegerstraße.
Statt Titelrennen heißt es für die Burgkunstadter nun Abstiegskampf.
In den letzten vier Spielen müssen die Kegler noch genügend Zähler sammeln, denn die Teams aus dem Keller punkteten. So schlug Schlusslicht Durach die Kasendorf mit 7:1. Der Vorletzte Landshut blieb gegen Bobingen siegreich (5:3). Bei den Niederbayern sind die Burgkunstadter am Samstag zu Gast.
An der Spitze thront neben Großbardorf nun Zeil, das im Topspiel Karlstadt mit 5:3 bezwang.


Baur SV Burgkunstadt - TSV Großbardorf 2:6

(11:13 Sätze, 3177:3193 Holz)
Peter Zapf verlor gegen den Großbardorfer zwar den ersten Satz (134:140), doch damit hatte der Gästespieler sein Pulver verschossen. Die folgenden drei Durchgänge gingen klar an den tagesbesten Burgkunstadter, der zudem 60 Holz aufs Teamkonto buchte (567:507). Sebastian Kestel - überraschend im Startduo - begann stark (276), verlor aber die erste Bahn unglücklich mit nur einem Holz. Schneider auf Seiten der Unterfranken hielt sein Niveau und gewann drei Sätze, während Kestel vor allem im Räumen nachließ und mit durchwachsenen 514:523 am Ende das Nachsehen hatte, was vor allem der letzten Bahn (111) geschuldet war.
Statt 2:0 hieß es also 1:1. Im Mittelkreuz wartete der Gästetopspieler Christian Helmerich auf Peter Thyroff. Letzterer ging leicht angeschlagen ins Match, was ihm am Ende chancenlos sein ließ. Nur einen Satz gewann der Baur-Routinier und zog mit 537:564 klar den Kürzeren. Dafür glich Johannes Partheymüller mit einem 3:1-Satzsieg für Burgkunstadt aus, obwohl er in der Gesamtholzzahl gegen Patrick Ortloff mit 529:532 zurücklag. Bei 2:2 Mannschaftspunkten lag der Baur SV mit 21 Holz in Front.


Opitmismus vor dem Schlussduo

Da die stärksten Großbardorfer schon durch waren, ging das Schlussduo der "Schwarz-Gelben" optimistisch auf die Bahnen. Und Kevin Naujoks legte hervorragend los, gewann mit guten 265 die beiden ersten Sätze gegen Schmitt. Ausgeglichen war das Match bis dahin bei Patrick Kalb. Bahn 3 brachte dann aber zwei Satzverluste für die Gastgeber, es standen aber nach wie vor 23 Überholz zu Buche. Nach den Vollen sah es dann so aus, als würde Patrick Kalb die Wende nicht mehr schaffen, was sich dann auch bestätigen sollte. Am Ende hatte hier Behr mit 3:1 Sätzen (546:532) die Nase vorne. Naujoks transportierte ein Überholz in die letzten 15 Abräumwürfe. Sollte er dies halten können, würde der Baur SV mit 5:3 triumphieren. Doch Marco Schmitt spielte nervenstark, räumte 50 Holz und zog Naujoks auf den letzten Schub den Zahn. Der Baur-Akteur blieb bei 498:521 stehen, sodass die Großbardorfer noch den Sieg feierten.
Unter dem Strich ging bis auf Peter Zapf kein Spieler der Heimmannschaft an seine Leistungsgrenze, was in einem Topspiel zu wenig ist. tc