Mit Optimismus sind die Ringer des AC Lichtenfels die 500 km nach Aachen gefahren und wollten den Hinrundensieg wiederholen. Guter Dinge waren ebenso die mitgereisten Fans vom ACL-Fanclub, die "ihre" Ringer lautstark auch in der Ferne unterstützten. Am Ende jubelten jedoch die Aachener. Nachdem es vor dem letzten Kampf 11:11 gestanden war, bezwang Dimitar Georgiev den Lichtenfelser Simon Pilzweger mit 9:3 und sorgte so für den 13:11-Endstand.

Ernüchterndes Resümee des Trainers

Das Resümee der Lichtenfelser fiel ernüchternd aus. ACL-Trainer Ali Hadidi fasste es so zusammen: "Wir sind den langen Weg gefahren, um zu siegen, doch du kannst nicht gewinnen, wenn einzelne Ringer unter den Erwartungen bleiben."
Der Rumäne Iulian Grajdan (57 kg, gr.-röm.) und der ACler Juhasz Bence lieferten sich einen ausgeglichenen Kampf.
Die ersten Punkte holte sich der Aachener zum 3:0, bevor Bence in der zweiten Hälfe aufdrehte. Die Aufholjagd brachte trotzdem keine großen Wertungen mehr, der Aachener legte nochmals nach und siegte mit 5:2 (2:0).
Im Schwergewicht (130 kg, Freistil) stellte der Aachener Neuzugang Zviad Metreveli den Lichtenfelser Mateusz Filipczak mit einem Beinfeger in die Brücke. 20 Sekunden lang stemmte sich Filipczak gegen die drohende Niederlage, ehe er nach knapp einer Minute mit beiden Schultern auf die Matte gedrückt wurde (6:0).

Chuchorov sorgt für die ersten Punkte

Im dritten Kampf durften die Lichtenfelser erstmals jubeln, als Krum Chuchurov (61 kg, Fr.) nach nur 35 Sekunden den jugendlichen Michael Otto besiegt hatte. Mit einem Einsteiger beförderte der Lichtenfelser seinen Kontrahenten auf die Schultern (6:4).
Sebastian Reuther (98 kg, gr.-röm.) musste die Überlegenheit des Aachener Eigengewächses Martin Otto anerkennen. Nach einem Wurf des Aacheners vom Stand in den Boden und einem Konter von Sebastian stand es 4:2 für den Aachener. Per Kopfklammer brachte Otto über mehrere Aktionen einen 20:2-Vorsprung, der zum technisch überlegenen Sieg führte (10:4).

Savchev verteidigt seien Führung

In der 66-Kilo-Greco-Klasse sahen die Fans über weite Strecken einen ausgeglichenen Kampf zwischen Edward Barsegjan und dem Lichtenfelser Rumen Savchev. Der Aachener ging mit einem "Rausschieber" mit 1:0 in die Pause, ehe der Lichtenfelser Punktegarant kurz nach der Pause seine Chance nutzte und sich am Mattenrand eine Vierer-Wertung holte, die er bis zum Schluss clever verteidigte. Ein weiterer Einser des Korbstädters führte zum 5:1-Endstand von Savchev (10:6).
Der Aachener Waldemar Peil (86 kg, Fr.) legte gegen Patryk Dublinowski einen beherzten Start hin und ging mit 6:0 in Führung. Als sich Dublinowski auch noch am Knie verletzte und lange behandelt werden musste, sah es nicht gut für den ACler aus. Doch der Lichtenfelser gab nicht auf, holte Punkt um Punkt auf und triumphierte noch mit 7:6, was dem Gast einen Punkt aufs Mannschaftskonto brachte (10:7).
Der Aachener Yaschar Jamali (66 kg, Fr.) landete bei Timur Seidel zwei Beinangriffe, womit er sich vier Punkte sicherte. Seidel holte deren zwei auf sein Konto, was in einem ebenbürtigen Kampf nicht ganz reichte (11:7).

Zhan Beleniuk bleibt unbesiegt

Die 86-Kilo-Klasse im griechisch-römischen Stil beherrscht der ACler Zhan Beleniuk in der Bundesliga Nord wie kaum ein anderere. Er blieb auch gegen Edgar Babajan unbesiegt. Mit der ersten Bodenlage drehte er den Aachener durch und führte somit 2:0. Mit einer schwungvollen Aktion in Hälfte 2 bekam er seinen Gegner von hinten zu fassen, brachte ihn zu Boden und holte mit dem 4:0 verdient zwei Mannschaftspunkte zum 11:9-Zwischenstand für Aachen.
Im vorletzten Duell ging der ACler Hannes Wagner (75 kg, gr.) gegen Rame Khalil wegen einer Erkrankung unter der Woche geschwächt in den Kampf. Trotzdem rang der Klosterlangheimer den Aachener zweimal zu Boden und vollendete auch zwei Durchdreher. In Vollbesitz seiner Kräfte hätte er wahrscheinlich einen noch deutlicheren Sieg gelandet. So gewann er souverän mit 5:2 (11:11).
Es war also angerichtet. Wer die 75-Kilo-Freistilklasse für sich entscheidet, gewinnt den Mannschaftskampf. Und es fing gut an für Simon Pilzweger und den ACL im Kräftemessen mit Dimitar Georgiev. Der Lichtenfelser zog seinen Gegner immer wieder auf und lag nach dem ersten Abschnitt mit 1:0 in Front. Doch die zweiten drei Minuten gehörten Georgiev, nach einem zwischenzeitlichen 3:3 setzte sich der Bulgare mit Beinangriffen und Durchdrehern letztlich mit 9:3 durch und ließ seine Aachener frenetisch jubeln. hsch