"Wohlauf die Luft geht frisch und rein" heißt es im Frankenlied. Die Gedankengänge der Athleten, die beim 27. Staffelberglauf dem ungemütlichen Novemberwetter trotzten, liefen wohl eher in die Richtung "Der Staffelberg kriegt mich nicht klein". Der hervorragende Ruf des Staffelberglaufs spiegelte sich wider in der großartigen Teilnehmerzahl. 176 Laufsportbegeisterte bewältigten die anspruchsvolle 3950 Meter lange Strecke und überwanden dabei 260 Höhenmeter.

Er kam, sah und siegte - auf diesen Nenner lässt sich der Coup von Dominic Arnold bringen. Der 26-jährige Athlet des TV 1848 Coburg ging zum ersten Mal beim Staffelberglauf an den Start - und gewann. Mit seiner Zeit von exakt 16 Minuten hatte Arnold am Ende 33 Sekunden Vorsprung auf seinen stärksten Verfolger Kevin Karrer von der LG Bamberg.

Vielleicht lag sein Erfolgsgeheimnis in der akribischen Vorbereitung.
Arnold verriet: "Weil ich ja hier beim Staffelberglauf zum ersten Mal teilnahm, dachte ich mir, es könne nicht schaden, die Strecke im Training schon einmal vorher zu laufen - hat sich ja gelohnt", lachte der sympathische Staffelberg-Sieger und nahm die Glückwünsche der Läuferkollegen entgegen. Missgunst war ein Fremdwort da oben an der Adelgundiskapelle, wo sich die Athleten erst einmal stärkten, bevor es wieder bergab ging zur späteren Siegerehrung.

Aufhorchen ließ einmal mehr der 17-jährige Patrick Hasenberg vom TSV Staffelstein, der als Gesamtdritter in 16:47 Minuten von den heimischen Fans besonders gefeiert wurde. Sein erster Podestplatz beim Staffelberglauf ist das Ergebnis einer stetigen Aufwärtsentwicklung: 2011 wurde Hasenberg in 17:51 Minuten Achter, im Vorjahr hatte er als Fünfter in 17:05 Minuten am Podest "geschnuppert".

Achtbare Zeiten erzielten auch zwei weitere Nachwuchsläufer des ausrichtenden Vereins: Daniel Schramm, Jahrgang 2001, überquerte nach 22:04 Minuten die Ziellinie, der zwei Jahre jüngere Bastian Nützel schlug sich wacker in 24:23 Minuten.

Etliche Läufer im Teilnehmerfeld jenseits der fünfzig bewiesen einmal mehr, dass sie noch längst nicht zum alten Eisen gehören. So kann man vor der Leistung des 58-jährigen Hans-Jürgen Müller, der mit seiner Zeit von 20:13 Minuten nur den Hut ziehen. "Alfred, Alfred" feuerten die auf den Staffelberg gewanderten Zuschauer den ältesten Athleten im Teilnehmerfeld an, Alfred Zach. Nächstes Jahr wird das beliebte Lauf-Urgestein 80 Jahre alt - dass Bewegung jung hält, dafür ist der überaus rüstige Senior von der TS Lichtenfels der beeindruckende Beweis. Die "Läuferlegende vom Obermain" hatte den Staffelberg nach 30:50 Minuten erklommen.

Bei den Frauen gewann in einer bemerkenswerten Zeit von 19:17 Minuten Ulrike Schwalbe. Ihr Sieg war ungefährdet, am Ende lagen zwischen der Athletin des ATS Kulmbach und der Zweitplatzierten Anke Härtel (TV Coburg) 42 Sekunden. Ebenfalls aufs Treppchen kletterte als Dritte Carmen Stichling (lfA Nonstop Bamberg) in 21:24 Minuten. Zwei Athletinnen aus dem Landkreis durften sich über einen Top-Ten-Platz freuen: Die 20-jährige Veronika Knaus (TS Lichtenfels) als Sechste in 23:17 Minuten sowie die jung gebliebene Ulrike Hümmer vom TSV Staffelstein, die mit ihren 51 Lenzen einen beachtenswerten zehnten Rang belegte.

Die Leistungskurve der gerade einmal 15 Jahre jungen Theresa Schramm zeigt weiter nach oben. Nachdem sie im Vorjahr als Gesamt-13. aufhorchen ließ, legte sie heuer noch eine Schippe drauf, steigerte sich um über eine Minute auf 23:06 Minuten, was einen klasse sechsten Rang in der Frauenkonkurrenz bedeutete. Verdienten Applaus erntete auch die jüngste Teilnehmerin im Ziel, die erst siebenjährige Isabel Jansen vom SV Eisfeld.