Er brannte ein 42 195 Meter langes Lauffeuerwerk ab, und die Konkurrenten mutierten am Ende fast zu Statisten. Bei den neunten Auflage des vom TSV Staffelstein ausgerichteten Obermain-Marathons lief Lokalmatador Uwe Bäuerlein in einer anderen Liga, errang in beeindruckender Manier seinen zweiten Sieg nach 2011.

Zum vierten Mal in Folge auf dem Treppchen

"Angriff ist die beste Verteidigung" lautet ein Sportler-Sprichwort - und gemäß dieser Devise legte Bäuerlein los wie die Feuerwehr, lief von Anfang an vorneweg. Der TSV-Athlet, der bei dem mittlerweile weit über die Grenzen Oberfrankens bekannten Laufevent seit 2010 ununterbrochen auf dem Podium stand und vor zwei Jahren erstmals Marathon-König wurde, wollte es wissen.
"Schon nach drei Kilometern wusste ich, dass das heute was werden könnte", meinte der Gewinner im Stadion und bejubelte ausgelassen seinen zweiten Triumph in
2:46:34 Stunden: "Das ist einfach nur geil!"

Konkurrenz abgeschlagen

Interviews, Händeschütteln - während sich Bäuerlein feiern ließ, war von den Verfolgern noch weit und breit nichts zu sehen. Nach satten elf Minuten kamen auf den Rängen 2 bis 4 innerhalb von 30 Sekunden Mario Wohlfahrt (Team Hofff), Andreas Neuwald (SV Bergdorf-Höhn) und Stephan Gunzelmann (LAC Quelle Fürth) ins Ziel. Sie lagen alle noch unter drei Stunden, was Hochachtung verdient angesichts des anspruchsvollen Streckenprofils. Doch gegen Uwe "Marathonman" Bäuerlein war an diesem Tag kein Kraut gewachsen.

One-Woman-Show

Zu einer "One-Woman-Show" von Sandra Fischer-Paul wurde wieder der Marathon der Frauen. Die Athletin, die für den TDM Bamberg an den Start ging, verbesserte ihre Siegerzeit aus dem Vorjahr nochmals um gute zwei Minuten auf hervorragende 3:12:37 Std. und hatte damit über eine halbe Stunde zwischen sich und der zweitplatzierten Birgit Heyer (TV Coburg) gelegt.
Insgesamt 250 Läuferinnen und Läufer überstanden wieder die sprichwörtliche Berg- und Talfahrt. 42,195 km sind an sich schon eine Leistung. Jeder, der an diesem Sonntagmorgen bei zum Glück trockenen Bedingungen die Anstiege hinauf nach Kloster Banz, Vierzehnheiligen und zum Gipfel des Staffelbergs erfolgreich bewältigte, konnte sich ohnehin als moralischer Sieger fühlen.
Der Obermain-Marathon ist inzwischen Kult - wie anders lässt es sich erklären, dass erneut Rund 1000 Läuferinnen und Läufer den Halbmarathon absolvierten. Hier gestalteten sich die Entscheidungen an der Spitze wesentlich knapper.

Titelhattrick für Nico Jahreis

Wenngleich mit starkem Selbstbewusstsein durch die beiden Triumphe in 2011 und 2012 ausgestattet, musste sich Nico Jahreis vom SC Sparkasse Hochfranken mächtig ins Zeug legen, um am Ende den Titel-Hattrick zu schaffen. In 1:14:58 Std. gewann Jahreis doch überlegen vor Hauke Dutschak, der (1:15:36).
Zum dritten Mal in Folge siegreich, das gelang auch Steffi Paulus, die über die 21,1 km für das Team Schuh-Heinkelmann aus Bad Staffelstein an den Start ging. Applaus brandete auf, als Paulus nach 1:29:43 Std. jubelnd die Hände gen Himmel reckte. Sandra Spörl von der FT Naila musste sich mit 40 Sekunden Rückstand geschlagen geben.

Sophia Franz auf dem Treppchen

1992 geboren - und damit noch zwei Jahre jünger ist Sophia Franz vom TSV Staffelstein. Die aufstrebende Athletin präsentierte sich auf den Punkt topfit, und so gelang ihr in 1:32:31 Std. als Dritte der Sprung aufs "Stockerl" - Chapeau!
Laufbegeisterung ist generationenübergreifend - und auch heuer wieder schnürten etliche Senioren die Turnschuhe. So absolvierten auch der 71-jährige Berthold Wolf und der geringfügig jüngere Hans-Joe Lanz (beide TS Lichtenfels) in 2:01:57 bzw. 1:56:17 Std. den Halbmarathon. Ältester Teilnehmer war der 75-jährige Helmut Wanzek vom TV Coburg. "Nächstes Jahr beim Jubiläum sind wir wieder dabei", versprachen die fitten Senioren. Sie trugen ein Lächeln auf den Lippen, genau wie alle rund 2200 Athletinnen und Athleten, die als Läufer oder Nordic-Walker die Atmosphäre genossen. Den Worten von Sandra Fischer-Paul beim Siegerinterview ist nichts hinzuzufügen: "Der Obermain-Marathon ist halt meine Heimat".