Nationale und auch internationale Meisterschaften der Ringer wurden vom Deutschen Ringerbund (DRB) und Weltverband aufgrund der Corona-Pandemie bereits auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Derzeit terminiert der internationale Dachverband der Ringer, United World Wrestling (UWW), den internationalen Kalender neu, danach will auch der DRB die deutschen Meisterschaften neu ansetzen, um Kollisionen mit den großen Wettkämpfen, vor allem aber mit den noch ausstehenden Olympia-Qualifikationen zu vermeiden. Davon hängt auch der Start der DRB-Bundesliga 2020 ab. Ursprünglich sollte die Saison 2020/21 am 5. beziehungsweise 19. September beginnen. Wie der Geschäftsführer des DRB, Karl Martin Dittmann, mitteilte, wird der Start in die neue Meisterschaftsrunde um einen Monat in den Oktober verschoben. "Der genaue Termin ist abhängig von den Olympia-Qualifikationskämpfen, deren Termine die UWW derzeit neu erstellt", sagt Dittmann.

Für die Bundesligavereine bedeutet das eine Neuordnung ihres Wettkampfkalenders. Doch auch der finanzielle Druck wird für viele Verbände und Vereine größer. So signalisiert der DRB, dass sich erste Sponsoren zurückziehen und auch Gelder aus den geplanten Einnahmen der nunmehr verschobenen deutschen Meisterschaften fehlen. Ähnlich geht es auch den Vereinen, von denen einige ihren Etat für die Saison noch nicht unter Dach und Fach haben. In der derzeitigen Lage Sponsoren zu akquirieren, dürfte schwierig werden.

"Wir hoffen natürlich, dass trotz aller Widrigkeiten alle Mannschaften antreten", sagt Jörg Guttmann, der Mannschaftsleiter des Bundesliga-Aufsteigers AV Germania Markneukirchen, der in der Staffel Südost mit dem AC Lichtenfels im Wettebewerb steht. Der Neuling aus Sachsen verfügt über einen vergleichsweise kleinen Etat, während die Red Devils Heilbronn nach eigener Aussage noch etwa 150 000 Euro benötigen, um die neue Meisterschaftsrunde auch finanziell abzusichern.

ACL vorbereitet auf alle Varianten

Verunsicherung herrscht auch beim AC Lichtenfels. Die Korbstädter verfügen über eine eigene Halle, doch sie leiden an den Einschränkungen, die den Sport in Bayern besonders stark einschränken. Heiko Scherer, Sportlicher Leiter des ACL, sagt: "Derzeit ist alles noch sehr ungewiss, wir wissen noch nicht, wie es bei den Sponsoren aussieht, ob und wann die neue Saison überhaupt startet, wir stehen untereinander in engem telefonischen Kontakt, und wenn die Maßnahmen gelockert werden, wollen wir auf alle möglichen Varianten - vielleicht auch mit weniger Mannschaften vorbereitet sein."jöri