Wenige Zentimeter fehlten den Handballern der HG Kunstadt am Sonntagabend, um dem designierten Bezirksoberliga-Meister HSG Rödental/Neustadt den ersten Punktverlust der Saison zu bescheren. Doch der letzte Freiwurf von David Jung knallte an das Tordreieck des Rödentalers Gehäuses und ließ nach dem 27:26 (13:15) sowohl jubelnde Rödentaler als auch stolze Kunstadter zurück.

Denn was die Gästetruppe um Trainer Anton Lakiza in der Neustadter Frankenhalle über die 60 Minuten zeigte, war aller Ehren wert. 20 Sekunden vor Spielende hatte man beim 26:26 sogar den Angriff der Rödentaler abgefangen, doch Kunstadt verlor den Ball beim Tempogegenstoß, was Rödentals Pascal Anthofer zum Siegtreffer gegen den ansonsten überragenden Gästekeeper Alexander Kießling nutzte.

HGK-Coach Anton Lakiza sah sein Team an diesem Tag unter Wert geschlagen. Dabei hatte er allen Grund stolz zu sein. Ohne den am Rücken verletzten Hajck Karapetjan liefen die Kunstadter wieder einmal mit dem letzten Aufgebot auf, während bei der HSG kaum ein freier Platz auf der Auswechselbank war. Doch von Anfang an machten die Gäste aus dieser Not eine Tugend und spielten hoch motiviert und mannschaftlich sehr geschlossen auf.

HGK mit Tempo erfolgreich

Vor allem in den ersten 30 Minuten war man dem Tabellenführer überlegen. Basis hierfür war die Torhüter-Leistung von Alexander Kießling. Immer wieder wehrte er Würfe des Gegners ab und leitete den Tempogegenstoß ein, der gegen defensiv behäbig wirkende Rödentaler ein probates Mittel war. Und auch aus dem Rückraum traf David Jung zunächst nach Belieben. Nach 15 Minuten (7:9) räumte der entnervte Rödentaler Schlussmann Robert Fleischmann sein Gehäuse für Jan Claas De Rooij, der aber vor allem gegen Tarek Legat und Daniel Maile nur wenige Bälle zu fassen bekam.

Vier-Tore-Führung für Kunstadter

Legat erzielte in der 23. Minute sogar die 13:9-Führung der Gäste. Die Rödentaler nutzten nun ihre Offensivoptionen ihres breiteren Kaders. Außerdem schlossen die Kunstadter in Überzahl zu überhastet ab. Das Halbzeitergebnis von 13:15 verbuchten die Gäste aber dennoch als einen kleinen Etappensieg.

Kein Team setzt sich ab

Nach dem Wiederanpfiff setzte sich keine der beiden Mannschaften ab. Die Rödentaler profitierten weiter von leichten Fehlern des Gegners, waren aber in der Offensive bis auf die wurfstarken Kenny Schramm und Moritz Weitz ebenfalls unkonzentriert. Das 20:19 (44.) durch Pascal Anthofer und später das 23:21 (50.) durch Moritz Weitz ließen die Kunstadter unbeeindruckt.

Legat und Maile nutzen Lücken

Vor allem die rechte Angriffsseite nutzte mit Tarek Legat und Daniel Maile die Lücken der Rödentaler Abwehr. Da die HG dank zweier gehaltener Strafwürfe weiter klare Vorteile auf der Torhüterposition hatte, blieb die Partie bis zum Ende hochdramatisch.

Die Gäste hätten sicher einen Punkt verdient gehabt. Rödental kam mit einem blauen Auge davon, behielt aber seine weiße Weste.

Die Statistik

HSG Rödental/Neustadt: De Rooij, Fleischmann - Weitz (7), Metz (4), Schramm (4), Oehrl (3), Bernecker (3), Anthofer (3), Kirchner (2), Brungs (1), Fladt, Göpfert, Carl / HG Kunstadt: Kießling, Doerfer - Maile (7/1), Legat (6), Jung (4), Deuber (3), Scholz (3), Oester (1), Petersen (1), Wünschig (1), Schnapp / SR: Feulner, Wilm