Irgendwie wollten es die Handballer selbst und noch weniger die vielen Zuschauer im Lichtenfelser Sportzentrum nach dem Abpfiff wahrhaben, was in den letzten neun Minuten der Partie zwischen der TSL und dem Bezirksoberliga-Schlusslicht passiert war. Wie ein sicherer Sieger hatte die Mannschaft von TSL-Trainer Nicholas Cudd schon ausgesehen und eine Fünf-Tore-Führung eingespielt. Gejubelt haben am Ende jedoch die Gäste vom TV Schönwald und deren mitgereiste Fans, die dank toller Moral einen verdienten 33:32-Auswärtssieg erkämpft hatten.


Drei Stammspieler fehlten der TSL

Dass von dem so wichtigen Spiel für die Korbstädter nichts Zählbares übrig blieb, lag auch mit am Fehlen von Lukas Tremel, Ferdinand Brunner und vor allem Stammtorwart Andreas Lutz. Erfreulich war die Rückkehr von Cornelius John, der im Rückraum Akzente setzte.
Allerdings war auch der Gast nicht in Bestbesetzung in Lichtenfels angetreten. Letztlich ging die Taktik des TVS-Trainers, in der Schlussphase auf eine offensive Abwehr umzustellen, voll auf.


Nervöser Beginn

Beide Mannschaften begannen recht zerfahren und nervös und nutzten gute Chancen nur bedingt. Bei Lichtenfels stimmten wenigstens die Abwehr und auch der Kampfgeist. Nach mehreren Ballverlusten und vergebenen Wurfmöglichkeiten geriet die mehrfach in Unterzahl agierende TSL mit 9:12 ins Hintertreffen. Durch den im Rückraum nicht zu stoppenden Andreas Kraus, den treffsicheren Philipp Rödel am Kreis und nach Paraden von Torwart Tim Renner war der Gastgeber im Spiel und der Gleichstand zur Halbzeit mit dem 14:14 wieder hergestellt.


Nervenprobe in Hälfte 2

Die Nerven aller Anwesenden wurden in Hälfte 2 auf eine Zerreißprobe gestellt. Eine nun spielerisch glänzende Lichtenfelser Mannschaft auf der einen Seite - eine völlig verunsicherte Schönwalder auf der anderen - doch das alles nur bis zur 51. Minute!
Mit dem Wiederbeginn nutzte der Gastgeber die Angriffsschwäche seines Gegners innerhalb von zwei Minuten zum 17:14-Vorsprung (33.). Die Schönwalder verloren viele Bälle durch unkonzentrierte Spielweise, bretterten regelrecht mehrere Würfe an die Wand und lagen nach 43 Minuten mit 20:24 zurück.
Lichtenfels drückte weiter aufs Tempo und lieferte schöne Angriffe über die erste und zweite Welle ab. Bei den Würfen von Jonas Höfner und Carsten Hansen sowie weiterhin Kraus hatte TVS-Schlussmann Maximilian Sockel keine Abwehrchance. Eine doppelte Manndeckung störte die TSL nicht, die auf 29:24 erhöhte und sich damit auch für die glänzenden Paraden bei Nicholas Cudd im Tor revanchierte.


Klägliche Chancenverwertung

Schönwald zeigte allerdings eine hervorragende Moral. Der Gast spürte, dass sich die Lichtenfelser mit der nun offenen Deckungsvariante sichtlich schwer taten. Die TSler zeigten zu wenig Bewegung und waren viel zu langsam in der Rückwärtsbewegung. Und die Chancenverwertung war in dieser Phase kläglich. Nach 57 Minuten kassierte die TSL per Konter schließlich die Quittung: Zunächst fiel der Ausgleichstreffer, kurz danach das 32:31 für den Gast. Der TVS-Schlussmann hielt seinen Kasten bravourös sauber, lediglich Höfner verkürzte noch zum Anschlusstreffer. In den letzten 90 Sekunden schaffte die TSL das mögliche Remis nicht mehr und kassierte eine schmerzliche Niederlage.


Die Statistik

TS Lichtenfels: Renner, Cudd - Rödel (4), Rießner (1), Schulze (1), Hansen (6), Schröck, Mahler (1), Kraus (11/2), Höfner (6), Opitz, John (2) / TV Schönwald: Sockel - Richter (6), Oswald (1), Schörner (3), Fiedler (1), Rauch, Pusch (7), Geyer (3), Kiesling (3), Dir (8/4), Kaufmann, Hüttner (1) / SR: Moje (Kasendorf), Zeller (Pegnitz)