Dem Sport im Freistaat droht ein Mitgliederschwund: Der Bayerische Landessportverband (BLSV) rechnet mit einem Verlust von mehr als 100.000 Mitgliedern zum Jahresende. Derzeit sind insgesamt 4,5 Millionen Sportler in den bayerischen Vereinen organisiert.

Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies einen Mitgliederrückgang von insgesamt 1,8 Prozent dar. Insbesondere bei den Kindern und Jugendlichen ist bislang ein Rückgang von 4,3 beziehungsweise 3,7 Prozent zu verzeichnen.

BLSV warnt: Anhaltende Corona-Maßnahmen führen zu Kündigungen

Sollte die Schließung der Indoor-Sportanlagen verlängert werden, rechnet der BLSV mit einem deutlichen Rückgang an Mitgliedern. Bislang haben bereits rund 65.000 Mitglieder ihre Kündigung in den bayerischen Sportvereinen für das kommende Jahr vorgemerkt. Der Mitgliederrückgang werde, so der BLSV, zu Beginn des neuen Jahres noch höher ausfallen - Tendenz weiter steigend.

Daher fordert der BLSV die Politik auf, die zuletzt beschlossene Schließung der Indoor-Sportanlagen zu überdenken und wieder zum Sport auf Basis der Regelungen vor dem 13. November zurückzukehren. Bis dahin war es erlaubt, mit einer weiteren Person eines anderen Hausstandes Indoor Sport zu treiben.

BLSV-Präsident Jörg Ammon appelliert in dieser schweren Phase an die Einheit des bayerischen Sports: "Die besorgniserregende Tendenz der Mitgliederzahlen insbesondere im Kinder- und Jugendbereich wird durch die jüngsten Zahlen in der Gesamtbetrachtung aller Mitglieder noch einmal verstärkt. Unsere oberste Aufgabe muss es sein, die Menschen wieder zurück in die Sportvereine zu bringen und unsere Vereine und das Ehrenamt bei dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen. Hier ist die große bayerische Sportfamilie gefordert, wir müssen jetzt alle an einem Strang ziehen und zusammenhalten. Elementar wichtig ist eine baldige Rückkehr zum Indoor-Sport. Der Sport muss wieder die Möglichkeit bekommen, seinen Beitrag zur Gesunderhaltung der Menschen zu leisten. Hierfür stehen wir mit unseren Vereinen und Fachverbänden bereit."