Die Taktik war wohl richtig, die besten Kegler des Baur SV Burgkunstadt gegen die Stars aus Karlstadt aufzustellen - und alle drei holten in beeindruckender Manier ihren Punkt für die "Schwarz-Gelben". Doch hatten sie die Rechnung ohne ihre Kameraden gemacht; eine Mannschaft besteht nun mal aus sechs Spielern. Der "zweite Anzug" der Burgkunstadter überzeugte diesmal so gar nicht, zu groß war die Kluft innerhalb des Teams. So stand am Ende eine äußerst unnötige 3:5-Niederlage bei Bavaria Karlstadt an der Anzeigetafel. In der Bayernliga, in der sich auch vorne kein klarer Favorit herausschält (Luhe-Wildenau verlor zu Hause überraschend mit 3:5 gegen Hirschau), wird das für die Zapf-Truppe im neuen Jahr wohl Abstiegskampf bis zum Ende der Spielzeit bedeuten. Im Moment steht man zwar noch auf Rang 5 der Tabelle, das spielfreie Schlusslicht aus Zeil aber hat lediglich zwei Minuspunkte mehr auf dem Konto. Neuer Spitzenreiter ist Kasendorf nach einem 6:2-Erfolg gegen Eichstätt. Mörslingen bezwang auf eigener Anlage Landshut und zog - wie Hirschau - mit Burgkunstadt gleich.


Bavaria Karlstadt - Baur SV Burgkunstadt 5:3

(11:13 Sätze; 3348:3310 Holz)
Wie geplant lautete die Marschrichtung der Baur-Teamtaktiker, die starken Karlstadter Kegler aus dem Spiel zu nehmen und in den anderen Paarungen den einen oder anderen Punkt mitzunehmen. So begann Peter Thyroff gegen Michael Burkard, der mit 577 Holz genau das zeigte, was zu erwarten war. Doch damit gewann er gegen den Routinier der Burgkunstadter keinen einzigen Satz. Thyroff erwischte einen Sahnetag. Die Serie von 159, 151, 154 und 150 Holz bei sagenhaften 229 Räumkegeln brachten ihm den Respekt seines Kontrahenten sowie das Topergebnis von 614 Kegeln. Auch sein Nebenmann Harald Zapf begann verheißungsvoll und holte sich mit 143 Holz die erste Bahn. Damit hatte er aber sein Pulver verschossen, denn alle weiteren Durchgänge verlor er stets schon in die Vollen und musste sich Götz mit 530:552 geschlagen geben.
Auch im Mittelkreuz ging die Spitzenpaarung wie geplant an die Gäste. Patrick Kalb spielte zwar nicht ganz so auf wie Thyroff, 564:540 gegen den stärker eingeschätzten Rosemann waren aber aller Ehren wert und brachten den erwünschten Punkt. Auf der anderen Bahn das gleiche Bild wie zuvor: Bastian Krötter begann stark (144), verlor dann in den folgenden beiden Sätzen völlig den Faden und blieb bei 507 Holz stehen, sodass der als Schwachpunkt ausgemachte Weid auf Seiten der Unterfranken mit 528 Kegeln zum Leidwesen der Baur-Kegler punktete. Trotzdem stand es 2:2 bei 18 Überholz für die Sportler vom Obermain.


Topduell geht an Peter Zapf

Das Topduell des Tages lieferten sich wie erwartet Peter Zapf und Kurt Burkard. Beide boten sehenswerten und fehlerfreien Kegelsport, der in einem gerechten 2:2 Satzduell mündete. Doch der Teamchef der Gäste hatte dank überragendem Abräumens (230) am Ende mit großartigen 607:594 Holz die Nase vorne. So wurde auch dieser eingeplante Zähler eingefahren. Doch fehlte die Unterstützung des Partners. Dieter Kestel holte sich mit ordentlichen 136 Satz 1. Doch dann ließ auch er nach und wurde im dritten Lauf gegen Johannes Partheymüller ausgetauscht. Dieser knüpfte aber nicht an seine gute Leistung von zuletzt an. So verlor das Baur-Duo mit indiskutablen 488 Holz gegen die 557 von Weisenberger klar.
Die Ursachen für die Niederlage liegen auf der Hand, die mannschaftliche Geschlossenheit der letzten Jahre geht dem Baur SV heuer ab. Die Topspieler belegen die Ränge 2, 3 und 12 in der Bayernliga-Schnittliste - damit zählt man eigentlich zu den Meisterschaftsfavoriten. Alle anderen im Team sollten wohl über den Jahreswechsel die eine oder andere Trainingseinheit nachlegen, um im neuen Jahr den Ligaverbleib zu sichern. tc