Sie wird immer verrückter, diese Kegler-Bayernliga. Voraussagen lässt sich scheinbar kaum mehr ein Spiel. Diesen seltsamen Umstand bestätigte am vergangenen Spieltag auch der Baur SV Burgkunstadt. Beim Herbstmeister aus Luhe-Wildenau traten die Kegler vom Obermain als klare Außenseiter an und entführten am Ende verdient die Punkte. Dabei gab es in der Tagesbestleistung von Johannes Partheymüller den Lichtblick des Spiels, während die Mittelpaarung weiter das Sorgenkind des Baur SV scheint. Vor allem mit Kampfgeist überzeugten die Burgkunstadter.
Anlass zur Hoffnung geben die Resultate der anderen Matches: Eichstätt (3,5:4,5 in Karlstadt) und Mörslingen (3:5 gegen Kasendorf) verloren beide und sitzen damit im Keller mit vier Minuspunkten mehr als Baur SV fest. Gut Holz Zeil hat durch einen 7:1-Sieg über Hirschau den Anschluss hergestellt.
An der Spitze ist Kasendorf schon drei Punkte enteilt und angesichts von nur noch zwei Auswärtsspielen Titelfavorit.


SC Luhe-Wildenau - Baur SV Burgkunstadt 3:5

(10:14 Sätze, 3292:3323 Holz)
Diesmal haben die Taktikfüchse des Baur SV zu einem bewährtem Mittel in der Aufstellung gegriffen: Vorne gut, in der Mitte Risiko und hinten geballte Power. Und das ging genau auf.
Dabei lief es zunächst gar nicht nach Plan, auch wenn Peter Thyroff Bahn 1 sicher mit 150:126 gewann. Doch dann ließ sich der Routinier von technischen Problemen der Anlage aus der Ruhe bringen. Prompt schlug sein Kontrahent Klier voll zu: drei klare Satzgewinne nutzte der Oberpfälzer zum 3:1-Sieg (553:552) über Thyroff.
Daher war es an Johannes Partheymüller, diesmal die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Und diesmal schlug der junge Kunstadter, der bei höherem Trainingsaufwand sicher zu einem Topkegler reifen kann, eiskalt zu: Über 129 und 142 hangelte er sich zu brillanten 170 Holz und zog damit Grünwald den Zahn. Schließlich leuchteten 584:535 am Totalisator auf - der Plan ging auf.


Wer sollte raus?

Dies änderte sich im Mittelpaar jedoch, denn beide Kegler in schwarz-gelb kamen nicht wie erhofft zu recht und "bettelten" förmlich um eine Auswechslung. Nach 60 Wurf entschied man sich dann dafür, Sebastian Krötter (234) zu ersetzen. Harald Zapf legte starke 275 nach, stand aber trotz des 2:2-Satzgleichstands mit 509:547 gegen Kresler auf verlorenem Posten. Dieter Kestel lag lange Zeit deutlich zurück. Am Ende legte er starke 150 Holz nach. Freilich konnte das die 529:536-Niederlage nicht abwenden, aber bei einem 1:3 lag der Gast mit drei Holz vorne.
Für den Gesamterfolg mussten also zwei Siege in den Schlussduellen her. Kein Problem hatte damit Patrick Kalb, der mit vier konstant guten Läufen Wutz nie den Hauch einer Chance ließ. 4:0 hieß es am Ende für den Baur-Taktiker, wobei die 568 aller Ehren wert waren.


Peter Zapf nervenstark

Das Duell des Tages aber lieferte sich Peter Zapf mit dem Star der Wildenauer, Ivan Bosko. Zunächst entschied jeder einen Satz für sich, der Gastgeber aber mit deutlichem Vorsprung. So musste Zapf beide Bahnen holen, um seinem Team zu helfen. Einem dramatischen 137:136 folge ein Kopf-an-Kopf Rennen auf der letzten Bahn.
Zapf behielt die Nerven, spielte am Ende zwei Neuner und krönte das Spiel mit 166 Kegeln, so dass er dank 3:1 Sätzen trotz einem Holz weniger (581:582) die Nase vorne hatte und den Keglern vom Obermain den Sensationssieg sicherte. tc