Als Gert Grüner seinen letzten Zug ins Brett schraubte, war der Schachkampf zwischen der SG Michelau/Seubelsdorf und dem Coburger SV II längst entschieden. Trotz Minusbauern würde der Spitzenspieler der SG nun das Remis gegen Andreas Fischer halten. Nichts schien den Coburgern an diesem siebenten Spieltag der Bezirksklasse II zu gelingen. So fiel der Sieg der SG Michelau/Seubelsdorf mit 7,5:0,5 ungewöhnlich deutlich aus. Ein wichtiger Sieg für die SG im Fernduell mit dem Tabellenführer und Aufstiegsaspiranten SK Weidhausen.

Zwei Coburger Bretter unbesetzt


Schon vor dem ersten Zug war klar, dass die SG wohl gewinnen würde. Da die Coburger nicht vollzählig antraten, die beiden letzten Bretter konnten nicht besetzt werden, verbuchte die SG Michelau/Seubelsdorf zwei Zähler kampflos. Der Rest wurde im Stile einer Spitzenmannschaft souverän abgespult. Schon Alfred Hoppe zeigte seine Routine, als er einen Stellungsaufbau wählte, bei dem sein Gegner Herbert Banfelder um einen isolierten Einzelbauern nicht umhin kam. Hoppe belagerte und eroberte letztlich mühelos den Schwächling im gegnerischen Lager. Somit führte die SG schon 3:0.
Auch Spitzenspieler Klaus Beier hatte wenig Mühe mit seinem Gegenüber. Der amtierende oberfränkische Meister warnt jedoch vor dem Tabellenvierten SSV Burgkunstadt. In zwei Wochen fordert er von der Mannschaft höchste Konzentration, um nicht noch gegen die Schuhstadter auszurutschen. In seiner eigenen Partie jedenfalls profitierte Beier von der falschen Stellungseinschätzung seines Gegners Peter Ros. Der wickelte im Mittelspiel so nachteilig ab, dass er einen Doppelbauer auf der e-Linie davontrug. Nach Mobilisierung seiner Dame und im Zusammenwirken mit den Schwerfiguren, sorgte Beier in einer Kurzpartie dafür, dass Ros' Stellung an dieser Schwäche einging.

Überfall auf den König


Auch Andreas Schüpferling steuerte einen ganzen Punkt bei. Der derzeit erfolgreichste Spieler der Bezirksklasse kam mit Schwarz spielend problemlos aus der Eröffnung. Als Volker Albrecht auch noch einen Bauern einstellte, behielt Schüpferling so viel Initiative, dass er mit einem Schwerfigurenüberfall den feindlichen König aus seiner Deckung zog und in Richtung Matt auf offenem Brett trieb.
Stellungsgerecht wusste sich auch Edgar Schaller aufzubauen. Besonders sein Läuferpaar zielte auf den Königsflügel von Werner Fiedler. Der aber, passiv aufgestellt, sollte bald zu wenig Raum zum Manövrieren haben. Bei der Umgruppierung zur Verteidigung seiner Schwächen traten sich die Figuren Fiedlers gegenseitig auf die Füße. Nachdem Schaller bald darauf erstes Material einstrich, ließ er seinen Gegner mit einer völlig demolierten Stellung zurück.

Häggbergs Gegner in Zeitnot


Abwartend verhielt sich Markus Häggberg in seinem Match gegen Gerhard Stöcklein. Nicht eben viel konnte der SGler aus der Eröffnung herausholen. Darum startete er bald einen Königsangriff, bei dem er aber geschickt seine Kräfte heranzuholen wusste. Auch gelang es ihm zu lavieren und im Zentrum Drohungen zu schaffen. Auch er gewann mit übersichtlichem Positionsspiel einen Bauern. In verlorener Position überschritt darauf sein Gegner auch noch die Zeit.
Mit diesem Kantersieg schloss die SG zumindest bei den Brettpunkten zu dem an diesen Spieltag ebenfalls auftrumpfenden Tabellenführer SK Weidhausen auf. In den Mannschaftspunkten liegt Michelau (13:1) noch einen Punkt hinter der makellosen Weidhausener Bilanz von 14 0 zurück. Wenn in der kommenden Runde gegen Burgkunstadt nichts anbrennt, wird der Aufstieg wohl im direkten Aufeinandertreffen zwischen der SG Michelau/Seubelsdorf und dem SK Weidhausen in vier Wochen entschieden. MH