Der Bayerische Fußballverband (BFV) führt den bisher parallel laufenden Spielbetrieb von klassischem Hallenfußball und Futsal zusammen und stellt ab dem kommenden Winter bei den bayerischen Hallenmeisterschaften auf Hallenfußball nach Fifa-Regeln (Futsal) um. Bei privaten Hallenturnieren ist die Bandenbenutzung vorerst weiterhin möglich.

Mit überwältigender Mehrheit hatte der BFV-Vorstand unter vorheriger Einbeziehung der BFV-Hallen- und Futsalkommission im Frühjahr beschlossen, das Nebeneinander von zwei verschiedenen offiziellen Hallenmeisterschaften aufzugeben. Die parallele Organisation sei bisher mit immensen finanziellen und organisatorischen Aufwand verbunden gewesen.



Schneller und körperloser

Futsal, die weltweit einzige offizielle Hallenfußballvariante, unterscheidet sich im Wesentlichen durch die fehlende Bande, kleinere Tore (Futsal wird auf Handballtore gespielt), einen kleineren Ball mit verminderter Sprungkraft sowie ein Regelwerk, das ein schnelleres, technischeres und körperloseres Spiel gewährleistet. Futsal soll deutlich weniger verletzungsgefährlich sein als der klassische Hallenfußball. Im Vordergrund stehen die technischen Fertigkeiten im Umgang mit dem Ball, weshalb Futsal als ideale "Vorschule" für die Entwicklung der Basisfähigkeiten im Fußball gilt.

Innerhalb des DFB werden aktuell Länder- und Regionalauswahlmannschaften für Futsal gebildet. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch der DFB eine Fußball-Nationalmannschaft stellen wird. Noch gehört der DFB zu den weniger als fünf europäischen Verbänden, die keine Futsal-Nationalmannschaft haben. Auch wegen der geforderten Mitwirkung des BFV ist deshalb eine Umstellung auf Hallenfußball nach Fifa-Regeln notwendig. Nur so haben bayerische Mannschaften in Zukunft auch eine Chance, im Vereinsspitzenfußball in der Halle national mitzuhalten und sich international in der weltweit angeblich boomenden Sportart qualifizieren und weiterentwickeln zu können.

Der BFV ist sich bewusst, dass der klassische Hallenfußball in einigen Regionen des Freistaates eine große Tradition hat. Bis einschließlich der Bezirksebene kann daher jeder Bezirk in der Hallensaison 2013/14 übergangsweise noch selbst entscheiden, wie gespielt wird. Zur Hallensaison 2014/15 erfolgt dann die Umstellung auf "Hallenfußball nach Fifa-Regeln" für alle offiziellen Hallenfußballspiele und -turniere, also Vor-, Zwischen- und Endturniere der Kreismeisterschaften, Bezirksmeisterschaften oder Bayerische Hallenfußballmeisterschaft. "Hiermit trägt der BFV der weltweit en Entwicklung im Hallenfußball Rechnung und steht nicht im Abseits", heißt es in einer Mitteilung.

Ob sich allerdings genügend Schiedsrichter finden lassen, die bereit sind, nach einer entsprechenden Schulung Futsalspiele in der Halle zu leiten, ist offen. Jedenfalls besteht nach Aussage des "Bamberger" SR-Einteilers Herwig Hippacher (Lisberg) bei den unlängst abgehaltenen Sommer-Arbeitstagungen unter den Referees der größten oberfränkischen Schiedsrichtergilde wenig Interesse und Bereitschaft an der Leitung von Futsal-Spielen.