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Soziales Engagement im Landkreis Lichtenfels: Musiker mit Herz am rechten Fleck

Im Alter ist man schnell alleine, sagt der Schreiner Heinz Anders. Deshalb engagiert er sich bei den Aktiven Bürgern und spielt mit seinem Akkordeon bei Musiknachmittagen in Altenheimen.
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Seitdem er neun Jahre alt ist musiziert Schreiner Heinz Anders und teilt diese Leidenschaft mit Bewohnern in Altenheimen bei Musiknachmittagen, die durch die Aktiven Bürger Lichtenfels organisiert werden. Foto: Theresa Schiffl
Seitdem er neun Jahre alt ist musiziert Schreiner Heinz Anders und teilt diese Leidenschaft mit Bewohnern in Altenheimen bei Musiknachmittagen, die durch die Aktiven Bürger Lichtenfels organisiert werden. Foto: Theresa Schiffl

Seit dem Alter von neun Jahren macht der gelernte Schreiner Heinz Anders Musik. Mit einem Akkordeon begann die Leidenschaft für Noten und Töne. Diese teilt er bald zum 500. Mal mit Senioren in Altenheimen im Landkreis. Dabei hat er schon vieles erlebt, sowohl traurige Situationen und Schicksale, als auch viele fröhliche und unterhaltsame.

Einmal wurde er von einer Altenpflegerin darum gebeten, einem Bewohner in seinem Zimmer zu besuchen und ihm etwas vorzuspielen. "Ich dachte, er hat Geburtstag", erzählt der 75-Jährige. Als er das Zimmer betrat, wurde ihm jedoch schnell klar, warum die Pflegerin so sehr darauf drängte, dass er sofort mitkommt: Um das Bett des Bewohners herum stand seine Familie, um sich von dem Sterbenden zu verabschieden. "Er hatte meine Musik gehört und wollte, dass ich noch einmal für ihn spiele. Er wirkte danach sehr glücklich und zufrieden", erinnert sich Anders.

Flexibel auf Publikum reagieren

Flexibilität ist bei den Musiknachmittagen allgemein wichtig: "Meistens erzähle ich am Anfang einen Witz. Dann merke ich schnell, was für ein Publikum ich habe, ob sie gut oder schlecht gelaunt sind." Er möchte den Senioren eine Freude machen und ihnen zeigen, dass das Leben schön ist.

Zu den Musikauftritten in Seniorenheim kam er, als 2010 seine Schwester in ein anderes Heim wechselte und er damit begann, ihr vertraute Lieder am Bett vorzuspielen. Da habe er gemerkt, dass ihr das sehr viel Freude bereitet, und er wurde von der Leitung gefragt, ob er nicht alle zwei Wochen einen Musiknachmittag machen könne. Schließlich engagierte er sich dann noch ab 2011 bei den Aktiven Bürgern. Neben Anders gibt es weitere Musiker, die in Seniorenheimen spielen. Harald Rausch, der bei den Aktiven Bürgern das Organisationsteam "Betreuung der Senioreneinrichtungen" leitet, koordiniert die Veranstaltungen.

Anerkennung und Wertschätzung

"Mir macht das einfach Spaß", sagt Anders und wirkt zufrieden. Schon immer habe er eine soziale Ader gehabt. Mittlerweile spielt er in fünf Seniorenheimen. Im Alter sei man im Nu alleine. Er wolle den Bewohnern bei seinen Musiknachmittagen mit Geschichten, Witzen sowie dem ein oder anderen Gespräch etwas mehr Lebensfreude schenken. "Vor allem die Anerkennung und Wertschätzung ist wichtig."

Dabei sei er nicht nur Unterhalter: "Ich habe da eine Führungsposition." Das finge schon bei der Sitzordnung an, denn er achte darauf, dass die Senioren von den Pflegekräften mit dem Blick zu ihm positioniert werden. Und er müsse sehr flexibel reagieren, wenn die Gruppe zum Beispiel unruhig wird. "Es ist viel Fingerspitzengefühl notwendig", sagt der Musiker.

Jeder Auftritt sei individuell, und er beziehe alle in das Liedersingen ein. Es sei faszinierend, wie gerade demente Bewohner in solchen Situationen aufblühen und plötzlich alle Lieder mitsingen, so Anders.

Er genieße das Leben und sei ein positiver Mensch. Dieses Lebensgefühl wolle er auch den Senioren vermitteln. "Ich schenke ihnen Zeit. Das ist gerade heute das Wichtigste", sagt Anders und lächelt. Er habe gemerkt, dass sich die Menschen durch die Musik öffnen, und in Gesprächen hätten viele ein großes Vertrauen zu ihm entwickelt. "Musik ist ehrlich und man enttäuscht die Leute nicht."

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