Der Sommer hat gerade einen kleinen Durchhänger, was die Temperaturen betrifft. Doch die nächsten heißen Tage kommen bestimmt.

Die Fußgängerzone der Kurstadt ist im Sommer gut gefüllt. Sicherlich ein Grund: die Eisdielen, die am Wochenende steten Zulauf genießen, ebenso wie die Cafés, deren im Schatten liegende Sitzplätze bei Besuchern begehrt sind. Radfahrer, die allem Anschein nach Touren unternehmen und kurz zur Stärkung ein Getränk oder Eis genießen, stechen ins Auge. Bei vielen Menschen außerdem zu sehen: Sonnenbrillen, die bei jedem Geschlecht und Alter beliebt sind.

Hosen, Brillen und Hüte

Ein Besucher der Staffelsteiner Innenstadt am Dienstagmittag ist Familie Hohe aus Aschaffenburg. "Sandalen, Sommerstyle, Sonnenbrille", sind sie sich einig, würden zum Sommer passen.
"Luftig und mit Hut muss man sich außerdem kleiden." Die Aschaffenburger machen bis Sonntag noch Urlaub im Umland und sind voll des Lobes über das Maintal. Alle drei tragen kurze Oberteile, kurze Hosen und eine Kopfbedeckung, um sich gegen die von oben herabbrennende Sonne zu schützen. Auch wenn es noch wärmer wäre, würden sie sich nicht anders kleiden, sagen sie.

Auch Willi Eidloth kommt nicht aus Bad Staffelstein, sondern aus Kronach. "Ich bin hier, um die Therme zu besuchen", sagt er. Eidloth ist ebenfalls mit kurzer Hose, einem Polo-Hemd und einer Sonnenbrille bekleidet. "Wenn es noch wärmer wäre, würde ich nichts anders machen", erklärt er und erteilt damit indirekt auch Hüten und Kappen eine Absage. Überhaupt scheinen sich viele Befragte einig zu sein: Ein luftig-leichter Kleidungsstil würde zu diesen heißen Sommermonaten passen. Leute, die noch mit langer Hose unterwegs sind, werden vereinzelt auch gesichtet. Die würde er aber gegen eine kurze Hose eintauschen, wenn sich die Temperaturen noch erhöhten, und zusätzlich zu Hut und Sonnenbrille greifen, sagt ein Passant.

Geschlossenes bei der Arbeit

Dennoch: Nicht jeder kann sich so kleiden, wie es ihm gerade passt. Karin Ganß verkauft jeden zweiten Samstag an einer Seite des Staffelsteiner Rathauses von 7 bis 13 Uhr frisches Obst, Gemüse und Eier. Bei Hitze muss sie sich natürlich entsprechend kleiden: "Kurze, leichte Kleidung ziehe ich an. Und zwar ohne Ärmel, nur mit Trägern", sagt die Verkäuferin. Durch das Podium hinter ihr und am Standpunkt mitten in der Stadt an einer Straßenkreuzung stehe die Hitze hier regelrecht. Worauf Ganß, die Angestellte bei Horst Heimanns Obst- und Gemüsehandel ist, aber achten muss: "Ich trage nie offene Schuhe!" Es könnten ja auch mal Früchte oder ganze Kisten abstürzen, sagt sie. Deswegen gebe sie stattdessen Turnschuhen den Vorzug.

Fließende Stoffe im Sommer

Die Vorliebe für leichte Kleidung in den Sommermonaten merken selbstverständlich auch die Bekleidungsgeschäfte: "Im Sommer werden größtenteils fließende Stoffe, Leinen oder Naturfaser gekauft", erklärt Angela Mittelbach vom Modehaus Dinkel. Man merke im Sommer schon einen Trend zu leichter Kleidung beziehungsweise bestimmten Stoffen. Auch der Unterschied zum letzten Jahr sei spürbar: "Heuer war im Frühjahr vier Wochen lang gutes Wetter. Währenddessen haben wir viel abverkauft und mussten teilweise nachordern", sagt die Verkäuferin.

Ihre Kollegin Lilo Andres beleuchtet noch einen anderen Aspekt: "Zu uns kommen auch viele Urlauber, die etwas kaufen wollen. Da ist dann meistens egal, welches Wetter gerade ist."