Die Welt ist bunt. Wie bunt Lichtenfels und der Landkreis sind, daran erinnert man sich, wenn man Martin Ludwigs Bilder sieht. Das vergisst man derzeit manchmal, wenn man aus dem Fenster sieht. Der Kunstmaler Martin Ludwig eröffnete am Freitagnachmittag im Foyer des Rathauses seine Ausstellung "Ein Spaziergang in Lichtenfels und Umgebung".
"Lassen Sie die Bilder auf sich wirken", lud Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) die Besucher ein. Und das taten sie, belegten die Bilder mit durchweg positiven Eigenschaften wie "putzig", "sehr schön" und "karibisch angehaucht". Tja, derzeit ist von Karibik in Lichtenfels nicht viel zu spüren, aber es steckt eine Absicht hinter den farbenfrohen Bildern. "Ich hab es gern ein bisschen grüner in den Städten", meinte Ludwig. "Und grün ist lebhaft." Und das fiel dem Vernissage-Publikum auf.
Als ein Besucher das Bild vom Lichtenfelser Marktplatz sah, fragte er Richtung Bürgermeister scherzhaft: "Ob das wohl die neuen Grünanlagen sind?"
Ludwig ergänzt in seiner Collagetechnik Fotos mit Acrylmalerei, fügt Himmel hinzu, Pflanzen, Wälder, macht die Umgebung stimmungsvoll. Zum Beispiel zaubert er über ein Foto von den Dächern von Lichtenfels einen violetten Schneehimmel und lässt sanfte Flocken über das Bild schweben. Oder er lässt Kloster Banz (Fotografie) in einem von ihm gemalten Wald auftauchen.
Bunt und frisch ist daher auch der aktuelle Kalender der Stadt für 2016, da die zwölf Bilder in Collagetechnik auf den Kalenderblättern abgebildet sind. Im Frühjahr 2015 begann die Arbeit. "Das Ganze musste recht schnell gehen", erinnerte sich Harald Fischer, Leiter des Tourismus- und Kulturamtes der Stadt. Im Archiv und in der Touristen-Information fand er aber schnell die passenden Fotos, die er selbst geschossen hatte. Ludwig nahm die Fotos und erhielt durch Reißen des Papieres den Ausschnitt, den er haben wollte. Mit einem Spezialkleber brachte er das Foto dann auf die Leinwand, bevor er alles beschichtete. Nur durch diese Beschichtung konnte er mit der Acrylfarbe auf Leinwand und Foto gleichermaßen malen. "Der Übergang soll nicht sichtbar sein", betonte Ludwig. Die "Auflösung von Gegenständlichkeit" ist ihm wichtig, daher ist auch die Malerei, die das Foto umgibt nicht realistisch.


Noch 13 Bilder aus dem Landkreis

In der Ausstellung sind nicht nur die zwölf Kalenderbilder in Collagetechnik, sondern auch noch 13 andere Acrylbilder zu sehen, die Motive aus dem Landkreis zeigen. Die Bilder können noch bis zum 15. Januar im Rathaus besichtigt werden. Den Kalender bekommt man für zehn Euro im Rathaus oder in der Touristeninformation.