Mitte der neunziger Jahre wurden bereits über 85 Prozent des in Deutschland anfallenden Abwassers in Kläranlagen behandelt. Bereits seit 1975 hat Frauendorf eine eigenständige Kläranlage, die über drei Reinigungsstufen verfügt: eine mechanische, eine biologische und eine biologisch-chemische Stufe. So schaffen es die Mitarbeiter, einen hohen Reinigungsgrad zu erzielen. Zwischen 130 bis etwa 600 Kubikmeter Abwasser fallen täglich in Frauendorf an.

"Eigentlich sollte damals die Kläranlage unterhalb von Stublang entstehen. Da sollte auch schon der Döbertengrund mit angeschlossen werden. Da aber keine Einigung erzielt werden konnte, wurde das Projekt eben in Frauendorf gebaut", erzählte Ortsbeauftragter Oswald Krappmann. Baubeginn der kleinen, südwestlich von Frauendorf direkt an der Döritz gelegenen Kläranlage war 1972. "Ausschlaggebend für unsere Kläranlage waren die Gastronomie mit den Hotels sowie die Rehabilitationsklinik Lautergrund in Schwabthal."

"Als erster Klärwärter betreute der Schwabthaler Gemeinderat Georg Dusold zunächst die Anlage", fügte der Ortsbeauftragte an. In all den Jahren wurde vor Ort sämtliches Abwasser aus dem Döritzengrund aufbereitet und gereinigt, ob normales Wasser aus den Haushalten, die Abwasser aus der Brauerei oder etwa das Wasser der Schwimmbäder mit Reinigungsmitteln.

Für 2000 Einwohner ausgelegt

Nun sollen die Dörfer Frauendorf, Schwabthal, End, Kaider, Tiefenthal und Kümmersreuth an die Kernstadt Bad Staffelstein angeschlossen werden. Bereits seit 2014 verfolgt man dieses Vorhaben. "Unsere Kläranlage war zur damaligen Zeit ein Segen für den Döritzengrund", stellte Oswald Krappmann fest.

"Bei der jetzigen Anlage in Frauendorf handelt es sich um eine 2000er-Anlage. Das heißt, die Anlage ist für 2000 Einwohner ausgelegt. Zum Vergleich: Die Kläranlage in Bad Staffelstein hat 26 000 Einwohnerwerte", erklärte Abwassermeister Thomas Haas.

Angedacht ist nun, beim Frauendorfer Feuerwehrhaus ein Trennbauwerk zu errichten. "Das ist ein funktionales Bauteil in Kanalisationssystemen und Kläranlagen und dient dazu, diese - etwa bei starkem und andauerndem Regen - durch Abschlagen von überschüssigem Wasser in den Vorflutern zu entlasten. Denn Kläranlagen können ja nur bestimmte Eintragsmengen an Schmutzwasser verkraften, um funktionsfähig zu bleiben", erläuterte Haas. Im Anschluss folgt ein Stauraumkanal mit Drossel, die den "ersten großen Dreck" aufhalten soll. Entlang des Radweges erfolgt dann die Verrohrung bis nach Stublang. Dort wird an die aus Uetzing kommende Ableitung angeschlossen.

Die Kostenkalkulation

Die Gesamtkosten für alle mit der Auflassung der Kläranlage Frauendorf verbundenen Maßnahmen belaufen sich auf voraussichtlich 2,3 Millionen Euro. Zuschüsse sind in Höhe von 1,4 Millionen Euro beim Freistaat Bayern beantragt. Sobald ein Förderbescheid ergangen ist, soll mit dem Bau in Frauendorf begonnen werden. Die jetzige Kläranlage soll nach der Auflassung zurückgebaut werden.

Gründe für die Auflassung der Frauendorfer Kläranlage sind, dass eine aufwendige Sanierung der Anlage notwendig gewesen wäre. Und außerdem ist in großen Anlagen eine bessere Überwachung und Reinigung des Abwassers möglich.

Auf Nachfrage, ob durch den Anschluss der Frauendorfer an Bad Staffelstein Kosten auf die Einwohner zukommen, antwortete der Geschäftsleiter der Stadt Bad Staffelstein, Wolfgang Hörath: "Es werden keine Verbesserungsbeiträge erhoben. Eine Aussage über die Auswirkung des Anschlusses auf den Abwasserpreis lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht treffen."

Klärschlamm wird verbrannt

Neben der Kläranlage befindet sich auf dem rund 4600 Quadratmeter großen Areal ein Schlammstaubecken. "Alle drei bis vier Tage werden hier etwa zwölf Kubikmeter Schlamm hineingepumpt. Zweimal im Jahr wird der Klärschlamm vom Landwirt Lothar Teuchgräber mit seinem Schlepper und Güllefass in die Kläranlage Am Säuleinsgraben gefahren und durch die Rechenanlage gelassen. Der Klärschlamm durchfließt dort den Rechen, und die groben Inhaltsstoffe werden zurückgehalten. Der hohe Wasseranteil in diesem Abfallprodukt wird mithilfe der Schlammpresse entfernt. Das Abfallprodukt wird nach Coburg in die Verbrennungsanlage gefahren", erklärte Abwassermeister Thomas Haas.