Seit 17 Jahren ist Pfarrer Rudolf Scharf nun in Ebensfeld tätig. Und genauso lange gibt es sie schon, die Wohnviertelhelfer. Kunigunde Hegele war von Anfang an mit dabei. "Der Name Wohnviertelhelfer ist eigentlich nicht so passend", sagt die 64-Jährige, die sich mit insgesamt 35 Helferinnen und Helfern ehrenamtlich für die älteren Menschen der Kirchengemeinden Ebensfeld, Döringstadt und Eggenbach engagiert. Das Problem des Begriffs Wohnviertelhelfer sei vor allem, dass die Menschen damit weniger einen Besuchsdienst als eine Unterstützung im Haushalt verbinden. Dies sei für die Helfer, die sich neben dem Beruf und dem Familienleben ehrenamtlich um die älteren Menschen kümmern, zeitlich aber gar nicht machbar.

"Wir wollen den Menschen in erster Linie eine Abwechslung bieten und ihnen zeigen, dass sie in unserer Gemeinde nicht vergessen werden", erklärt Hegele. Dass die Wohnviertelhelfer an die älteren Menschen denken, zeigt sich an ihren zahlreichen Aktivitäten. Vier- bis fünfmal im Jahr werden Seniorennachmittage im Pfarrheim organisiert, es gibt Spieleabende und Besuche zu Ehejubiläen, runden Geburtstagen und in der Advents- und Fastenzeit.

"Man lernt die Menschen kennen"


"Bei den teilweise auch längeren Besuchen lernt man die Menschen natürlich näher kennen und baut auch ein Vertrauensverhältnis zu ihnen auf", sagt Hegele. Das mache es zwar etwas schwieriger, neue Helfer zu integrieren, weitere Freiwillige sind ihr und Pfarrer Scharf jedoch trotzdem immer willkommen und müssen sich lediglich im Vorfeld an das Pfarramt wenden.

Ohne die Helfer, denen jeweils Wohnviertel mit bis zu 25 Senioren zugeteilt sind, wäre ein Besuchsdienst für ältere Menschen in Ebensfeld gar nicht möglich, das weiß auch Pfarrer Scharf. Aus diesem Grund ist er besonders stolz auf das Engagement seiner Gemeindemitglieder und möchte den Helfern im Rahmen eines Tages der Ehrenamtlichen am 27. Oktober danken. Als größte Auszeichnung ihrer Arbeit sieht Kunigunde Hegele, dass die Angebote von den Senioren auch angenommen werden und sie bisher an noch keiner Tür abgewiesen worden ist.