"Das Kripperla lebt", sagt Kunibert Wagner, während er die Figuren für den Heiligen Abend richtig hinstellt. Die Maria sitzt auf einer Bank, Josef steht mit der Laterne dahinter, zwei Schafe werden vor dem Tor platziert - und natürlich findet das Jesus-Kind seinen Platz in der Krippe.

Seit dem ersten Advent steht die große Krippe im Wohnzimmer von Kunibert Wagner in Ebensfeld. Er hat die großen Sachen aufgestellt. Um die Figuren haben sich seine Enkelkinder gekümmert. "Die können das besser als ich. Die haben ein ruhigeres Händchen", sagt der 72-Jährige. In den 1990er-Jahren hat Wagner mit dieser Krippe begonnen. Von Jahr zu Jahr kam immer etwas Neues dazu. Außer den Figuren, die von den Urlauben in Südtirol stammen, hat der Rentner alles selbst gemacht. 150 Figuren tummeln sich in der Landschaft.

Dieses Jahr hat Wagner die Krippe neu strukturiert.
Denn es gibt ein neues Highlight: eine Wurzel aus Köttel im Jura. "Zwei Jahre hatte ich diese zu Hause, hab sie gereinigt und hergerichtet." Neben einem kleinen See hat Wagner aus den Hohlräumen der Wurzel kleine beleuchtete Höhlen gemacht. Im Oktober hat er mit der Neustrukturierung in seinem Keller begonnen. Pünktlich zum ersten Advent ist sie fertig geworden.

"Als Rentner sucht man sich halt ein Hobby", sagt Wagner und lacht. Holzarbeiten haben es dem gelernten Schlosser schon immer angetan. Jetzt hat er eben die Zeit, das umzusetzen, was ihm alles einfällt. Und Krippen spielten für den 72-Jährigen schon immer eine wichtige Rolle. Im Haus der Familie Wagner gab es noch nie ein Weihnachten ohne Krippe.

Die erste Krippe von Kunibert Wagner und seiner Frau, damals noch gekauft, ist in der Familie geblieben. Die stellt seine Enkelin in ihrem Zimmer auf. Und auch seinen beiden Kindern hat der Rentner eine Krippe gebaut. "Die Tradition geht damit einfach weiter und das freut mich riesig."