Manche kamen vielleicht aus Vorsicht - Stichwort Corona - nicht, andere sind vermutlich mit der Gesamtsituation in der Marktgemeinde soweit zufrieden und wieder andere hätten einen fahrbaren Untersatz gebraucht. Über die Gründe der ziemlich spärlichen Resonanz bei der zentralen Bürgerversammlung des Marktes Ebensfeld ließe sich trefflich spekulieren.

Radweg nach Scheßlitz

Etwa ein gutes Dutzend Interessierter folgte den Ausführungen von Bürgermeister Bernhard Storath, der zahlreiche begonnene oder in der Marktgemeinde noch anstehende Projekte beleuchtete. "Kleukheim hat's verdient", meinte der Rathauschef etwas zur dortigen Dorferneuerung. In diesem Zusammenhang ging Storath auch auf den auf zwei Bauabschnitte aufgeteilten Neubau eines Radwegs zwischen Kleukheim und Scheßlitz ein. Die Umsetzung des zweiten Teils dürfte 2021 erfolgen. Auf die Sanierung der Ebensfelder Schule und des "Hauses der Bäuerin" in Birkach - beides war freilich nur dank der staatlichen Zuschüsse möglich - ging Storath ebenso ein wie auf den Breitbandausbau oder auf Baugebiete. In Prächting, Kleukheim und Döringstadt sind selbige in der Planung. Die Vergabe erster Arbeiten erfolge für Kleukheim und Prächting bereits im Herbst, ließ der Bürgermeister wissen. Genauso wie die umfangreichen Maßnahmen in Döringstadt zum Umbau der Gaststätte "Jägersruh" in ein Gemeinschaftshaus sowie die angrenzende Realisierung eines Feuerwehrstellplatzes durften auf der Agenda der Bürgerversammlung auch die Planungen zur Neunutzung des ehemaligen Neuner-Anwesens in der Ebensfelder Hauptstraße nicht fehlen.

Abriss-Vergabe im Oktober

Nun werde, so Storath zum letztgenannten Punkt, ein Gutachten zu möglichen Altlasten eingeholt. "Da wird aber nichts Großartiges herauskommen", ist er sich sicher. Im Oktober erfolgt seitens der Gemeinde dann voraussichtlich die Vergabe an eine Firma zwecks der notwendigen Abrissarbeiten. Anschließend könne man ein Konzept zur Neunutzung des Areals auf den Weg bringen.

Betreffend des angelaufenen Denkmalschutzkonzeptes in Kutzenberg betonte Storath: "Hier sind wir dran."

Bei seinem Ausblick auf anstehende Projekte nannte der Bürgermeister unter anderem auch die Schaffung einer sechsten Hortgruppe im Ebensfelder Schulgebäude - ein entsprechender Beschluss über die Wahl des Standortes könnte in der kommenden Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag fallen - sowie die im Frühjahr 2021 anvisierte Umsetzung des geplanten Tankstellenautomats per EC-Karte in der Frankenstraße nahe des Rathauses.

Hin und wieder muss ein Bürgermeister auch - gerade wenn es sich um Daseinsvorsorge handelt - unangenehme Punkte ansprechen. Dies ist etwa der Fall betreffend der Bauarbeiten an der Kläranlage in Ebensfeld. Die Kosten für die Außenbauwerke mit einer Summe von 360 000 Euro sowie die rund 750 000 Euro, mit denen die Klärschlammpresse zu Buche schlägt, werden satzungsgemäß auf die Grundstücksbesitzer umgelegt. Auf den Inhaber eines Einfamilienhauses kommen schätzungsweise 400 bis 500 Euro an Kosten zu, wurde verlautbart. Positiv vermeldet werden konnte, dass die Gebühren für den Wasserverbrauch (1,69 Euro) sowie die Grundgebühr hierzu in 2019 gegenüber dem vorangegangenen Jahr nicht erhöht werden mussten. Gleiches gilt für die Hebesätze, welche auch 2020 unverändert bleiben wie in den beiden Vorjahren mit 340 Prozent für Grundsteuer A und B sowie 350 Prozent für die Gewerbesteuer.

5861 Einwohner

Derzeit liegt die Einwohnerzahl des Marktes Ebensfeld - Stand 31. Dezember 2019 - bei 5861, was eine leichte Verringerung gegenüber Ende 2018 (5877) darstellt. Einige Dörfer in der Gemeinde wie etwa Döringstadt und Birkach sind allerdings sogar gewachsen. Als ebenfalls erfreulich zu bezeichnen sind die 57 Neugeborenen im Jahr 2019. Im Jahr zuvor waren es lediglich 44.

In seinem Fazit lobte der Bürgermeister die gute Zusammenarbeit des im März neu gewählten Gemeinderats. Natürlich gebe es seitens der Bürger immer Wünsche, die nicht erfüllt werden können, oder etwas, was die Bevölkerung gerne schneller hätte, räumte er ein. Im Übrigen war sich der Bürgermeister nicht zu schade, um auch einzugestehen, dass er und die Gemeindeverwaltung keineswegs fehlerlos sind. "Wir versuchen, die Fehler gering zu halten und wollen auch gar nicht herumreden, wenn einmal etwas schief laufen sollte", so Storath. Insgesamt, so die Einschätzung des Rathauschefs, habe er aber das Gefühl, "dass die Stimmung in der Gemeinde gut ist". Wichtig sei ein konstruktives und aufrichtiges Miteinander aller, schloss er seine Ausführungen. Das habe 2019 und auch im wegen Corona schwierigen Jahr 2020 gut geklappt, wofür er Bürgern, Vereinen, Gewerbetreibenden und allen in der Gemeinde beruflich oder ehrenamtlich Tätigen von Herzen danke.