Angehörige von Schwester Maria Margarete Zeis machten sich am Donnerstagmorgen auf dem Weg nach Würzburg, um bei der Feierstunde zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande ihrer Schwester, Patin oder auch Tante dabei zu sein.

Die aus Rothmannsthal stammende Margarete Zeis wurde 1937 als sechstes von zehn Kindern von Johann und Johanna Zeis geboren. Nach ihrer Volksschulzeit im Juraort besuchte sie die Klosterschule in Würzburg. "Mit 14 Jahren trat ich dem Orden der Schwestern des Erlösers bei. Mit viel Energie holte ich die Mittlere Reife nach und durchlief die Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin", erzählte Schwester Margarete.

Danach arbeitete sie im Juliusspital sowie im Josefskrankenhaus. Dort begegnete sie einer Mitschwester, die in einer Urwaldklinik arbeitete.
Diese begeisterte sie so von dieser Aufgabe, dass Schwester Margarete im Alter von 35 Jahren nach Nanyamba in Tansania ging, um dort den Ärmsten der Armen zu helfen.

Sie richtete mit wenigen Mitteln in der dortigen Urwaldklinik ein Labor ein, um bessere Untersuchungen durchführen zu können. "Im Alter von 40 Jahren kam ich für drei Jahre nach Deutschland zurück. Im Juliusspital holte ich die Ausbildung zur Krankenschwester nach, die ich mit der Note eins abschloss", erinnert sich die neue Ordensträgerin.


Bei ihr liefen die Fäden zusammen

Im Alten- und Pflegeheim der Kongegration der Schwestern des Erlösers, im Kloster "Maria Hilf" in Heidenfeld (Landkreis Schweinfurt) verbringt sie jetzt ihren Ruhestand.
Das Bundesverdienstkreuz am Bande händigte am Donnerstagvormittag Innenstaatssekretär Gerhard Eck im Fürstensaal der Residenz in Würzburg der 79-jährigen Schwester Maria Margarete aus. "Ehrwürdige Schwester Maria Margarete, Sie haben sich nicht nur in außergewöhnlicher Form um Religion und Kirche, sondern in ganz besonderer Weise um benachteiligte Menschen und Kinder in Tansania verdient gemacht und damit auch um das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland im Ausland", so Staatssekretär Eck.
Seit 1972 trug sie mit dreijährigen Unterbrechung die Verantwortung im Hospital in Nanyamba für die Arzneimittel, das Labor, den Materialeinkauf, die stationären Patienten, die Wäscherei, die Reparaturen und die Instandhaltung. Seit 2008 war sie Leiterin des "Health Centre" in Nanyamba mit rund 70 Betten und ambulanter Versorgung von mehr als 300 Patienten am Tag.
Ihre besondere Sorge und Fürsorge habe den Ärmsten der Armen, den AIDS-Patienten und den Kindern und Kleinkindern gegolten.


Ausbildung für Kinder

Schwester Maria Margarete habe junge Leute beim Besuch verschiedener Schulen unterstützt, ermöglichte Kindern den Kindergartenbesuch und jungen Leuten den Besuch im Trainingscenter.
Sie habe, so Eck, mit Spendengeldern verschiedene außerordentliche Projekte in Nanyamba initiiert, organisiert und vorbildlich geleitet. Als Beispiele können die aufwendige Renovierung der Kirche, der Haushaltungsschule, des Kindergartens und der Waschküche im Hospital aufgeführt werden.
In Nanyamba, wo Menschen an Wassermangel leiden, konnte mit ihrer Unterstützung in einem Tal ein Regenwasseraufbereitungsbecken gebaut werden, so dass die Bewohner Wasser schöpfen konnten.
"Ehrwürdige Schwester Maria Margarete, mit Ihrem über vier Jahrzehnte andauernden unermesslichen Engagement in Tansania sind Sie ein strahlendes Beispiel gelebter Nächstenliebe und in besonderem Maße würdig, ausgezeichnet zu werden", sagte Eck. red