Am Gymnasium hat man sich dazu entschieden, am Sozialen Tag der Organisation "Schüler Helfen Leben" (SHL) am 14. Juni mitzuwirken. Daher haben wir Schülersprecher Maximilian Hartmann sowie die SMV-Verbindungslehrer Jenny Schreiner und Roman Berth um ein Interview gebeten.

FT:
Maximilian, erklär unseren Lesern bitte, was der Soziale Tag ist.
Maximilian Hartmann: Mit Hilfe eines Zitates lässt sich der Soziale Tag sehr gut veranschaulichen: "Am Sozialen Tag tauschen die Schüler ihr Klassenzimmer mit einem Arbeitsplatz". Das heißt im Klartext: Die Schüler der 9. und 10. Klassen arbeiten für einen Tag bei einer Arbeitsstelle ihrer Wahl, dürfen dort "kleine" Arbeiten verrichten, wie zum Beispiel Geschirr spülen in einem Restaurant oder Unkraut jäten in einer Gärtnerei. Das Geld, das sie verdienen , wird jedoch gespendet, und zwar der Organisation "Schüler Helfen Leben" (SHL). Diese hilft den Menschen auf dem Balkan - vor allem den Jugendlichen -, die unter den Kriegsfolgen und Armut leiden.

Wie könnte eine solche Hilfe ausschauen?
Maximilian Hartmann: Diese Organisation ermöglicht den Jugendlichen eine Ausbildung. Sie baut Ausbildungsstätten und Jugendzentren, die durch eine Stiftung von SHL auch langfristig gesichert sind.

Frau Schreiner und Herr Berth, was bietet der Soziale Tag?
Jenny Schreiner: Der Soziale Tag bietet allen Beteiligten eine Vielzahl von Möglichkeiten und Chancen. So gibt er den Kindern und Jugendlichen in Südosteuropa Zukunftsperspektiven, denn durch die Ausbildungsstätten, die gebaut werden, erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihr Leben selbst zu gestalten. Außerdem werden sie ermutigt, bei dem Aufbau einer friedlichen und demokratischen Gesellschaft aktiv mitzuwirken, denn SHL will Frieden stiften und Frieden bewahren.
Roman Berth: Die Schüler in Deutschland können ihr soziales Engagement zeigen, weil sie für andere Menschen einen ganzen Tag arbeiten. Sie zeigen dadurch außerdem ihren Willen, die Situation auf dem Balkan zu ändern. Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit, sich bei einem Betrieb zu bewerben, über einen angemessenen Lohn zu verhandeln, einen Tag lang in einen Betrieb hineinzuschauen und somit Erfahrungen in der Berufswelt zu sammeln. Der Arbeitgeber zeigt, falls er einen oder mehrere Schüler einstellt, dass er das Projekt und somit das soziale Engagement der Schüler unterstützt. Dadurch positioniert sich das Unternehmen als wertorientiert und verantwortungsbewusst.

Wie läuft der Soziale Tag ab?
Maximilian Hartmann: Alle Schüler werden auf den Zweck des Sozialen Tages vorbereitet. Sie bekommen Hintergrundwissen über die Geschichte des Balkans, ihnen wird erklärt, wie sie sich einen "Arbeitgeber für einen Tag" suchen können und sie bekommen die Arbeitsvereinbarung. Das ist sozusagen der Arbeitsvertrag, in dem sich der Arbeitgeber und der Schüler einigen, was der Schüler verdient und wie lange er arbeiten muss. Am 14. Juni gehen die Schüler früh zu ihrer Arbeitsstelle. Am Abend treffen sich dann alle Beteiligten in der Schule zum gemeinsamen "Feierabend". Dabei gibt es etwas zu essen und zu trinken. Außerdem wird verkündet, wie viel Geld insgesamt erarbeitet wurde. Dann lassen wir den Tag beim gemütlichen Beisammensein ausklingen.

Frau Schreiner, wie stehen die Lehrer zum Sozialen Tag?
Jenny Schreiner: Die Zustimmung zu einem solchen Projekt ist hoch. Viele Kollegen freuen sich, dass der Soziale Tag nun auch an unserer Schule stattfinden wird. Einige haben schon gefragt, ob sie selbst mitmachen dürften.

Und dürfen sie?
Haben wir noch nicht gefragt, aber warum nicht?

Maximilian, warum soll der Soziale Tag am Gymnasium Burgkunstadt stattfinden? Was macht ihn so besonders?
Maximilian Hartmann: Im ersten Teil stellt sich mir die Frage: Warum sollte er nicht stattfinden? Wie Frau Schreiner und Herr Berth schon gesagt haben, ist der Soziale Tag für alle Beteiligten von Nutzen. Die Schüler können ihre soziale Ader zeigen und ein Praktikum machen; was die Arbeitgeber betrifft, so wirft ihre Teilnahme ein positives Licht auf den Betrieb; und den Menschen auf dem Balkan zeigt man, dass man an sie denkt und dass ihre Situation nicht ausweglos ist. Was ich am schönsten finde, ist die Art, wie man spendet: Man arbeitet bei einem Betrieb, legt sozusagen selbst Hand an. Das Motto lautet ja auch "Spende deine Hände", und man kann wirklich etwas bewirken. In Deutschland allein kommen durchschnittlich 700 000 Euro pro Jahr bei dieser Aktion zusammen. Wenn man bedenkt, dass das Projekt europaweit durchgeführt wird, ist das eine riesengroße Menge an Geld.

Was wünschen Sie sich für den Sozialen Tag?
Maximilian Hartmann: Es würde uns alle freuen, wenn sich viele Unternehmen dazu bereit erklärten, Schüler für einen Tag einzustellen und ihnen die Chance geben, einen Tag lang für eine gute Sache zu arbeiten. Es ist uns wichtig, dass alle Schüler diese Möglichkeit nutzen und somit Erfahrungen in der Berufswelt sammeln. Außerdem hoffen wir, dass die Schüler Spaß dabei haben und es nicht als Zwang ansehen, denn das ist nicht Sinn und Zweck der Sache.

Möchten Sie unseren Lesern noch etwas mitteilen?
Roman Berth: Ja, falls der ein oder andere Arbeitgeber nun von diesem Projekt begeistert ist und mit Hand anlegen will, sei es, dass er Schüler anstellen möchte oder aber auch uns beim Feierabend mit einer Spende, zum Beispiel Bratwürste, Steaks, Brötchen oder auch Geld, unterstützen möchte, dann würden wir uns freuen, wenn er uns dies mitteilen würde, indem er uns eine Mail an smvgymbuku@googlemail.com sendet. smv/cv