Nachdem sich Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) und die Verwaltung bereits seit zwei Jahren mit der Thematik beschäftigen, werden die Pläne zur Modernisierung der Kläranlage nun im Laufe dieses Jahres umgesetzt. Das beschloss der Gemeinderat in einstimmig in seiner Sitzung am Dienstagabend.
Die Gesamtinvestitionen für die nächsten Jahre betragen rund 1,4 Millionen Euro. Davon sind 300 000 Euro für eine Schlammpresse und die Fällmittel-Dosierstation bereits im aktuellen Haushalt enthalten. Zur besseren Schlammentwässerung werden diese Bauteile in Kürze in die Kläranlage integriert. Die weiteren Modernisierungsarbeiten zur Schlammstabilisierung folgen, je nach Haushaltslage, in den nächsten fünf Jahren, teilte Kämmerer Reinhold Bräutigam auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Die exakte Finanzierung sei laut Bernhard Storath noch nicht abschließend geklärt, soll aber nach Möglichkeit zu 100 Prozent über Beiträge verwirklicht werden. Die Beitragsfinanzierung soll den Bürgern nach der endgültigen Entscheidung auch zeitnah mitgeteilt werden.

Der Bayerische Gemeindetag hat im vergangenen September entschieden, dass es sich bei den geplanten Modernisierungsarbeiten um Verbesserungen der vorhandenen Einrichtung handelt und die Kosten daher in vollem Umfang über Verbesserungsbeiträge umgelegt werden dürfen.


Keine Zuschüsse zu erwarten

Hoffnungen auf staatliche Zuschüsse, nach denen sich Heinrich Kunzelmann (FW/JW) erkundigte, gebe es laut Storath eher nicht. Einzige Möglichkeit wären kommende neue Förderrichtlinien, die etwaige Renovierungsarbeiten an Kläranlagen unterstützen, erklärte Matthias Kraft vom Planungsbüro Baur Consult.


Dem Schlamm Wasser entziehen

Der Diplom-Ingenieur stellte in der Gemeinderatssitzung die geplanten Ausbaustufen des Vorhabens in Ebensfeld vor. In der ersten Stufe sollen demnach die Schlammentwässerung ausgebaut und der Phosphat-Anteil durch den Neubau einer Fällmittelstation verringert werden. Durch die Entwässerung werde der Wassergehalt des Schlamms - und dadurch auch das gesamte Schlammvolumen - deutlich reduziert. Das ermögliche einen gewissen Puffer und auch neue Entsorgungswege für den Schlamm.

Bisher werde der größtenteils sehr nasse Schlamm einmal pro Woche an Landwirte abgegeben. Kraft erklärte, dass keiner genau wisse, wie lange diese Art der Entsorgung noch möglich sei. Durch die Entwässerung ergäben sich die Möglichkeiten, den festeren Schlamm in einem Kohlekraftwerk zu verbrennen oder ihn zur Rekultivierung einzusetzen.


Eigenstromerzeugung möglich

Die zweite Ausbaustufe, die innerhalb der nächsten fünf Jahren verwirklicht werden soll, umfasst die Schlammstabilisierung anhand eines anaeroben Abbaus - sprich unter Luftausschluss. Dieses Prinzip mit standardisierten Bauteilen sei laut Kraft weitaus innovativer und günstiger als die Alternative der aeroben Stabilisierung, für die man größere Betonbecken bauen müsste. Durch Faulungsprozesse werde die Schlammmenge - und folglich auch die Transportkosten - weiter verringert.

Außerdem soll es durch diese Art von Schlammstabilisierung künftig möglich sein, Eigenstrom zu erzeugen. Das wiederum soll die laufenden Betriebsnebenkosten der Kläranlage auf lange Sicht senken. Diese liegen laut Kämmerer Reinhold Bräutigam bei aktuell rund 500 000 Euro pro Jahr.




Im Gemeinderat Ebensfeld kurz notiert


Erneuerung Das staatliche Bauamt Bamberg plant im Herbst die Renovierung der Kellbachbrücke. Im Zuge dessen sollen die anschließende Stützwand und der Gehweg, die sich ebenfalls in einem sanierungsbedürftigen Zustand befinden, mit erneuert werden. Die Kosten hierfür werden mit 17 330 Euro beziffert. Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben einstimmig zu.

Farbkonzept Die entstehenden Lärmschutzwände an der Bahnlinie sollen farblich einheitlich gestaltet werden. Im Mai werden dem Gemeinderat vier Farbmuster vorgestellt. Diese Muster werden anschließend einige Wochen im Rathaus für alle Bürger ausgestellt. Nachdem sich alle ein Bild gemacht haben, wird der Gemeinderat im September über die Farbgebung entscheiden. mg