Wohltuende Ruhe und Beschaulichkeit in eine eher hektische Zeit brachte das Advents- und Weihnachtskonzert in der katholischen Pfarrkirche "Mariä Geburt" in Altenkunstadt. 70 Minuten lang präsentierten Schüler und Lehrer der Berufsfachschule für Musik Oberfranken und der Musikschule Kronach Gesangs- und Instrumentalwerke vom Feinsten. Mit beschaulichen Liedern wusste die heimische Gruppe "Fränkischer Wind" zu begeistern. Ein Konzert, an das sich das Publikum noch lange und gerne erinnern wird.


Gotteshaus war voll besetzt

"Gott hat Menschen das wunderbare Talent des Singens und Musizierens gegeben. Lassen wir uns von diesem Talent begeistern und von der Freude, die uns die Musiker bereiten, durchdringen", sagte Franziskaner-Pater Bonifaz, der Mitwirkende und Zuhörer willkommen hieß. Mit dem "Präludium - Toccata - Chiaconna" von Dietrich Buxtehude, einem dänisch-deutschen Komponisten und Organisten des Barock, eröffnete Paul Beckert an der Orgel den musikalischen Reigen. Eine ausgewogene Mischung sorgte dafür, dass auch Musikfreunde, die nicht unbedingt auf weihnachtliche Klänge stehen, auf ihre Kosten kamen. Die jungen Künstler sangen und musizierten mit Leidenschaft, bewiesen Können und Virtuosität. Dem Traditional "The First Noel" für Trompete und Klavier folgten die Volksweisen "Auf, auf es kommt der Tag" und "Schlaf, schlaf holdseliges Jesulein", bravourös interpretiert von einem Trompeten-Trio.
Aus dem "Kölner Gesangbuch" stammt das um 1615 entstandene Weihnachtslied "Als ich bei meinen Schafen wacht". Von einem Gesangsensemble vorgetragen, erzählt es - basierend auf dem Lukas-Evangelium - von der Verkündigung der Geburt Christi an die Hirten von Bethlehem. Die Melodie ist eine Folge von Ruf und Echo; eine musikalische Form, wie sie zu Beginn des 17. Jahrhunderts beliebt war.


Gitarren-Ensemble begeisterte

Hörenswert auch das Terzett "Hebe deine Augen auf zu den Bergen" aus Felix Mendelssohn-Bartholdys Oratorium "Elias" für Sopran- und Altstimmen mit Orgelbegleitung. Es zählt zu den bekanntesten Werken des Komponisten und schildert die Geschichte des biblischen Propheten Elias. Ein Gitarrenschüler brachte Johann Pachelbels Kanon zu Gehör. Der einzige, den der Nürnberger Barockkomponist geschrieben hat. Musik, die unter die Haut ging. Aufhorchen ließ ein Cello-Quartett mit dem Lied "Bittersweet" der finnischen Musikgruppe "Apocalyptica". "Air" aus der Suite Nr. 3 von Johann Sebastian Bach hatten die meisten im Publikum schon einmal gehört. Die Interpretation durch ein Akkordeon-Ensemble dürfte aber auch für sie neu gewesen sein. "Klingt ungewöhnlich, aber trotzdem schön", meinte ein Konzertbesucher. Mit melodiös-beschwingten Tanzrhythmen aus der Feder von Michael Praetorius (1571 bis 1621) wusste ein Gitarren-Ensemble zu begeistern.

Mit beschaulichen Liedern setzte die heimische Gruppe "Fränkischer Wind" das anspruchsvolle Programm fort. Das fünfköpfige Ensemble hat sich dank vieler Auftritte und nicht zuletzt mit seinem beliebten "Wäddshaus-Singa" (Wirtshaus-Singen) weit über die Gemeindegrenzen hinaus einen Namen gemacht. In der Schweiz beziehungsweise Ungarn beheimatet sind die weihnachtlichen Weisen "Mein Mund, der singt" und "Es kam ein Engel vom hohen Himmel". Ein musikalisches Schmankerl war das Lied "1000 Sterne sind ein Dom". Es stammt aus der Feder von Siegfried Köhler, der in der ehemaligen DDR zuhause war. Dies ist umso bemerkenswerter, zumal es für die Menschen im anderen Teil Deutschlands sehr schwer war, sich in irgendeiner Form zum christlichen Glauben zu bekennen.


Stimmgewaltiger Lobgesang

Das Vokalensemble der Berufsfachschule für Musik Oberfranken bestritt das Finale. Stimmgewaltig erklang der Lobgesang der heiligen Nacht "In dulci jubilo" von Hieronymus Praetorius (1560 bis 1629). Einfühlsam brachte der Chor Morten Lauridsens "O Magnun Mysterium" zu Gehör. Die Zuhörer erhoben sich von den Plätzen und klatschten lange Beifall. Das Weihnachtslied "Es ist ein Ros entsprungen" erklang als Zugabe. Die Sänger hatten sich dazu über das gesamte Kirchenschiff verteilt. "Mein Gott, ist das schön. Da kriegt man ja richtig Gänsehaut", flüsterte eine Zuhörerin. Namens der katholischen Pfarrgemeinde dankte Maria Winkler den Schülern und Lehrern der Berufsfachschule für Musik Oberfranken, der Musikschule Kronach sowie dem "Fränkischen Wind" für die "wunderschöne Einstimmung auf das Christfest". Extra-Applaus gab's für Simeon Schmitt, der im Akkordeon-Ensemble mitgespielt hatte. "Unter den vielen Mitwirkenden ist er nicht nur der Jüngste, er ist auch ein Altenkunstadter", schmunzelte Winkler. Der Spendenerlös des Advents- und Weihnachtskonzertes kommt der Sanierung der Orgel in der Altenkunstadter Pfarrkirche und der Arbeit der Berufsfachschule für Musik Oberfranken zugute. Im Anschluss servierten Mitglieder des Pfarrgemeinderats im Pfarrhof Glühwein und Lebkuchen.