Mittelschwere Brandverletzungen erlitten zwei Realschüler, 15 und 16 Jahre alt, am Mittwochmorgen bei einem Experiment im Chemieunterricht. Mit dem Helikopter wurden sie in die Helios-Klinik nach Erfurt geflogen, die über Spezialbetten für Brandverletzungen verfügt.

Die Brandmeldeanlage der Realschule Burgkunstadt gab gegen 8.23 Uhr Alarm. "Zwei Schüler brennen", lautete eine Minute später die telefonische Alarmierung aus dem Schulsekretariat, wie Kreisbrandrat Timm Vogler, der den Großeinsatz leitete, mitteilte. Ganz so schwer, wie befürchtet, seien die Verletzungen der beiden 15-Jährigen aus Redwitz und Hochstadt glücklicherweise nicht gewesen: Einer erlitt Verbrennungen am Bauch, der andere am Oberschenkel und einem Unterarm. Sie waren ansprechbar und konnten mit Hilfe von Lehrern in den Sanitätsraum der Schule gehen, wo sie erstversorgt wurden, bis die Rettungskräfte eintrafen. Ein weiterer Schüler aus Weismain erlitt einen Schock.

"Zwei Schüler brennen" - Alarm-Meldung aus der Realschule
Es habe sich um ein einfaches Experiment gehandelt: Die Schüler der Klasse 9c destillierten unter Anleitung einer Referendarin bei einem Micro-Versuch mit einem kleinen Docht-Brenner Rotwein. Dabei kam es zu der Verpuffung und einer Stichflamme, war zu erfahren. Die Kriminalpolizei Coburg ermittelt den genauen Hergang des Unfalls.

Rund 40 Feuerwehrleute aus Burgkunstadt und Altenkunstadt sowie zehn Sanitäter waren im Einsatz. Sie brachten die beiden Verletzten zu den Helikoptern, die sie nach Erfurt in die Spezialklinik transportierten.

"Es ist glücklicher Weise glimpflich abgelaufen", meinte Landrat Christian Meißner, der den Einsatz vor Ort verfolgte. Da es sich um Jugendliche handele, seien alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen und der Eiltransport per Hubschrauber beschlossen worden. Mitarbeiter der Psychosoziale Notversorgung betreuten die Klassenkameraden und die Referendarin. Außerdem seien die Eltern sofort informiert worden. Die übrigen Schüler hätten die Möglichkeit, in ihren Klassen über den Unfall zu sprechen und anschließend werde der Unterricht nach Möglichkeit fortgesetzt. "Ein solcher Unfall im Schutzraum Schule erfordert besonderes Einfühlungsvermögen, da kann man nicht zur Tagesordnung übergehen", sagte der Landrat. Er würdigte das schnelle und umsichtige Vorgehen der Rettungskräfte.

Psychologische Betreuung
Fassungslosigkeit und aufgebauschte Gerüchte, die über Facebook verbreitet wurden, bestimmten die Stimmung an der Schule nach dem Unfall, wie Kreisfeuerwehr-Seelsorger Alfred Bernhardt berichtete. Während einige Mädchen weinend vom Sekretariat aus ihre Eltern benachrichtigten, reagierten andere unter Schock scheinbar gefasst.

Ein speziell auf Schüler vorbereitetes Betreuungsteam, das bereits vor zwei Jahren beim Tod eines Realschülers auf den Bahngleisen im Einsatz war, nehme sich der Betroffenen an und werde sie auch in den nächsten Tagen begleiten. Oft löse sich der Schock erst später und dann sei es wichtig, einen kompetenten Ansprechpartner zu haben. Auch die eintreffenden Eltern wurden vom Psychosozialen Notdienst betreut.