Sie ist für ihre Erholungsorte bekannt: die Stadt am Fuße des Staffelberges. Umso weniger passen die Erfahrungen dazu, die mehrere Personen in den letzten Wochen bezüglich des Kurparks und der Obermain-Therme auch öffentlich äußerten: die Belästigung durch das Rauchen.
"In der Obermain-Therme gibt es zwei Raucherbereiche", klärt Werkleiter Hans Josef Stich auf, "einen im Thermen- und einen im Saunabereich." Sie befinden sich unter einem Pavillon, der an den Seiten geöffnet ist, bzw. unter einem Vordach. In der Sauna würden tatsächlich auch Nichtraucher am blauen Dunst vorbeilaufen, räumt Stich ein. "Aktuell kann dort nichts geändert werden - nach der Erweiterung können wir aber gerne schauen, ob es besser geht."

Heikles Thema

Der Werkleiter, der natürlich auch immer beide Seiten - Raucher und Nichtraucher - beachten muss, macht
außerdem darauf aufmerksam, dass immer noch ein wesentlicher Teil der Bevölkerung raucht. Daher solle man auch den Rauchern die Möglichkeit geben, Zigaretten zu konsumieren. Stich sieht des Weiteren folgende Gefahr beim Bereich in der Therme: "Verschiebt man den Raucherbereich an ein Ende des Areals, besteht die Gefahr, dass er nicht angenommen wird. Stattdessen würde eventuell an irgendwelchen Ecken geraucht werden. Das wäre keine Verbesserung."
Bezüglich der Raucherbereiche erhält der Werkleiter zwar manchmal "Meinungskärtchen", die aber nicht überhand nehmen würden. Stich weist nochmals auf die Gratwanderung bei so einem heiklen Thema hin. "Wenn beispielsweise bei Minusgraden ein rauchender Besucher 500 Meter laufen müsste, um zu rauchen, würde das vielleicht nicht funktionieren und heimlich geraucht werden."

Verbotsschild fehlt

Auch der Kurpark ist von der Rauch-Thematik nicht verschont geblieben: An den Eingängen weist eine Tafel darauf hin, dass das Rauchen verboten ist. Hier kann über die Größe der Anti-Raucher-Bestimmung diskutiert werden: Punkt 4 d sagt zwar eindeutig, dass das Anzünden einer Zigarette im Kurpark verboten ist. Wenn ein Raucher aber den Kurpark betritt, ohne die - vor allem am Haupteingang ungünstig angebrachte - Verordnung Wort für Wort studiert zu haben, dann geht der Kurparkbesucher unwissend seinen Gang. Vielleicht wäre ein rot-weißes Verbotsschild, das sowohl für Radfahrer als auch für Tiere in der Nähe des Drehkreuzes hängt, eine kostengünstige, aber auch effektive Variante, die Bestimmung zu unterstreichen.
Stutzig wird man aber trotzdem: Am Haupteingang schließt ein kleines Café, der "Kiosk am Kurpark", an. Auf dessen Tischen, ein paar Meter Luftlinie vom Aushang der Kurpark-Ordnung entfernt, stehen - Aschenbecher. "Bei uns ist das Rauchen erlaubt, weiter hinten im Kurpark dann nicht mehr", gibt die Bedienung Auskunft. Na, was jetzt?
Hans Josef Stich will sich dahingehend den Haupteingang nochmals anschauen und sich überlegen, das Rauchverbot plakativer zu gestalten. Generell sei es auch beim Kurpark schwierig, es jedem Gast recht zu machen. "Derjenige, den Fahrräder stören, will keine Fahrräder im Kurpark." Und derjenige, den die Raucher stören, will keine Raucher, möchte man ergänzen.
"Man kann alles verbessern, aber auch alles hinterfragen. Manchmal ist weniger mehr", sagt Stich und will keine "20 Verbotsschilder" vor den Eingang des Kurparks pflastern. "Ich bin selbst Nichtraucher, aber wir reden beim Kurpark über einen Freibereich. Natürlich ist Sauberkeit dort auch ein Thema."
Wenn jemand direkt bei den Gradierwerken raucht, sei das selbstverständlich etwas anderes: "Ich habe aber noch nie jemanden gesehen, der dort eine Zigarette in der Hand hatte", sagt Stich. Sollte dies einmal der Fall sein und Besucher sich gestört fühlen, hofft der Werkleiter, dass man die betreffenden Personen direkt anspricht.

Von Rauchern keine Spur

"Man müsste unter Umständen etwas mehr machen, mehr Hinweise anbringen", sagt auch ein Besucher des Kurparks aus Bamberg. "Mir ist das selbst noch gar nicht so aufgefallen, dass hier drin geraucht wird. Wenn ich aber an dem Gradierwerk sitze und jemand fängt neben mir das Rauchen an, würde ich in jedem Fall etwas sagen." Trotzdem zeigt sich der Staffelsteiner Kurpark an diesem Nachmittag von seiner Sahneseite: Besucher müssen wirklich ganz genau hinschauen, um einen am Boden liegenden Zigarettenstummel zu erkennen.
Rauchende Menschen finden sich gar nicht - auch nicht am "Kiosk am Kurpark", wo das Genussmittel ja erlaubt ist. Auch das Ehepaar Roth aus Bad Brückenau hat in dieser Hinsicht nichts zu beanstanden. "Wir sind heute erst zum zweiten Mal hier; aber am Sonntag beim Konzert ist uns kein Raucher aufgefallen. Vielleicht rauchen vorne beim Café ein paar, wenn sie sitzen?", vermuten sie. Was ihnen im Kurpark an bestimmten, abgelegenen Plätzen vielleicht weniger ausmache, wäre aber auf alle Fälle ein Negativ-Faktor direkt an den Gradierwerken und in der Therme: Dort hätten sie etwas gegen Belästigung durch Rauch.
"In jedem Fall soll sich der Kurparkbesucher an die Gesetze und Verordnungen halten, wenn sie vorgegeben sind", sagt Barbara Henschel aus Jena. Sie kommt jedes Jahr einmal nach Staffelstein und besucht den Kurpark gerne. "Aber heutzutage ist es leider üblich, dass die Leute das anders machen als vorgegeben", bedauert die Nichtraucherin und appelliert an die Besucher: "Es wäre schön, wenn im Kurpark nicht geraucht werden würde!"