Im Königsberger Stadtteil Altershausen (Kreis Haßberge), den die Staffelsteiner Stadträte Werner Freitag und Klaus Schnapp im Frühjahr dieses Jahres besichtigten, haben es Bürger und Stadt geschafft: Altershausen ist energie-autark. Vom ökologischen Baugebiet bis zum Gemeinschaftsheiznetz wird in dem Stadtteil viel Wert auf umweltschonende Baustoffe und erneuerbare Energien gelegt. Ähnliche Projekte könnten sich die beiden Stadträte auch in der Adam-Riese-Stadt vorstellen.

"Was uns fehlt, ist jemand, der sich dieses Themas mit Herzblut annimmt", sagt Schnapp. Auch Werner Freitag geht davon aus, dass das Potenzial für Energieprojekte bei den Staffelsteiner Bürgern durchaus vorhanden sei und lediglich ein Ideengeber fehle. "Energiewende, das bedeutet nicht nur die Umstellung auf regenerative Energien, sondern auch Energie-Einsparung und Steigerung der Energie-Effizienz", sagt Freitag. Hierbei sei von städtischer Seite eine Einflussnahme kaum möglich, Energie sparen sei in erster Linie Bürger-Sache, erklärt der Stadtrat weiter.

Möglichkeiten, sich auch von städtischer Seite des Themas Energiewende anzunehmen, habe es in der Vergangenheit bereits mehrfach gegeben. Teilweise wurden diese, wie beispielsweise bei der Errichtung von Photovoltaikanlagen auf Schulen, auch genutzt. "Die Kanalarbeiten in der Stadt wären auch eine gute Möglichkeit gewesen, um ein Fernwärmenetz einzurichten", sagt Freitag. Er schlägt außerdem vor, gerade auch die Energie für die städtischen Gebäude aus regenerativen Quellen zu gewinnen. Die anfänglichen Kosten würden sich gerade bei Energieprojekten mit der Zeit schnell amortisieren, ergänzt Schnapp.

Vorreiterrolle annehmen


Trotzdem stelle die Finanzierung häufig eine Erschwernis dar, wenn es darum geht, energetische Vorhaben in die Tat umzusetzen. Schnapp betont, dass die Energieversorgung zwar städtische Pflichtaufgabe sei, nimmt jedoch auch die Staffelsteiner Bürger in die Pflicht: "Was wir wollen, sind Projekte, welche die Bürger sowohl an den Gewinnen als auch an der Verantwortung teilhaben lassen." Nicht nur die großen Energiekonzerne sollen künftig von Gesetzen wie dem Erneuerbare-Energien-Gesetz profitieren können. Klaus Schnapp baut hierbei vor allem auch auf interkommunale Zusammenarbeit, um durch gemeinden-übergreifende Projekte bei den Kosten für den einzelnen Bürger einsparen und die Gewinne maximieren zu können.

"Wo der Strom herkommt, ist nicht egal", betont Werner Freitag. Er geht davon aus, dass es gerade auch einzelne Städte sind, die in puncto Energiewende Großes bewirken können. Wie sich bei vergangenen Energieprojekten zeigte, steht der Stadtrat dem Thema insgesamt aufgeschlossen gegenüber. Jetzt sei es vor allem auch an den Staffelsteiner Bürgern, sich einzubringen und die Vorreiterrolle von Städten wie Alterhausen anzunehmen.