"Dass ausgerechnet wir im kleinen Bad Staffelstein die Ersten in der Region sind, ist schon etwas Besonderes", freut sich Polizeihauptmeister Dirk Lamm am Mittwoch über die frische Auslieferung eines neuen 3er-BMW mit blauer Folierung. Neben der Polizeistation Bad Staffelstein gehören die Dienststellen Bayreuth-Stadt und -Land, Stadtsteinach, Selb und Rehau zum exklusiven Kreis in Oberfranken, die ab dieser Woche ihrer Arbeit mit einem neuen, blauen Streifenfahrzeug nachgehen dürfen.

Dass ausgerechnet diese sechs, teils verhältnismäßig kleinen Polizei-Standorte, eine Vorreiterrolle in Oberfranken einnehmen dürfen, hat keine besondere Bewandtnis, erklärt Jürgen Stadter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums, auf Nachfrage: "Es sind Standorte, wo Fahrzeuge ausgesondert werden müssen oder Leasingverträge enden." Ein Großteil der 200 uniformierten Streifenwagen in Oberfranken steht unter Leasing-Verträgen
- meist über drei Jahre. Sukzessive werden die grün-silbernen Polizeifahrzeuge in den nächsten Monaten und Jahren ausgetauscht. "Wann der Austausch komplett abgeschlossen ist, ist noch nicht absehbar. Aber da man an die Verträge gebunden ist, kann das noch einige Jahre dauern", sagt Stadter.


Reaktion auf neue Uniformen

Als einziges Bundesland waren in Bayern die Polizisten bislang noch in grünen Uniformen und Streifenwagen im Einsatz. Im März 2015 sprach sich in einer Abstimmung die große Mehrheit der uniformierten Polizisten in Bayern für blau als neue Kleidungsfarbe aus. "Dann war es nur noch ein logischer Schritt, auch die Einsatzfahrzeuge umzurüsten", erklärt Stadter.

Nach einer langen Testphase der neuen Dienstkleidung werden Ende des Jahres die Polizeidienststellen in Erlangen und Sulzbach-Rosenberg (Oberpfalz) die Ersten sein, die komplett mit blauen Uniformen ausgestattet werden. Bis Mitte 2018 sollen schließlich alle 28 000 uniformierten Polizisten in Bayern blau ausstaffiert sein. In Bad Staffelstein ist der Wechsel der Uniform für Ende 2017 geplant. "Natürlich könnte es anfangs mal eine Verwechslung mit der Bundespolizei oder dem THW geben", sagt Gerald Storath. "Das wäre aber nicht schlimm, denn von Menschen mit blauer Uniform wird einem immer geholfen."

Gespannt sind er und seine 14 Kollegen in Bad Staffelstein bereits auf die ersten Reaktionen der Bürger auf das blaue Polizeiauto. "Es wird am Anfang sicher für etwas Verwunderung sorgen. Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier, da wird es keine Schwierigkeiten geben", sagt Storath.

Die neue Optik der Streifenwagen ist nicht nur rein ästhetischer Natur, sondern soll auch für mehr Sicherheit sorgen. "Mit der neongelben Warnbeklebung an den Seiten sind die Fahrzeuge deutlich besser erkennbar", erklärt Jürgen Stadter. "Das ist für die eingesetzten Streifen vor allem beim Absichern von Unfallstellen ein großes Plus."


Hinweis auf Notrufnummer

Neu ist auch der Hinweis in der Fensterscheibe auf die Notrufnummer 110. Storath: "So ein Hinweis ist nie verkehrt, gerade auch, weil wir aktuell viele neue Mitbürger haben." Technisch gesehen gibt es laut Jürgen Stadter keine großen Änderungen zu den "alten" Dienstfahrzeugen.

190 PS bringt der neue 3er-BMW der Polizeistation Bad Staffelstein auf die Straße - immerhin 10 PS mehr als das Vorgängerfahrzeug. Weitere Neuerungen, die Gerald Storath bisher entdeckte, sind ein neues akustisches Anhaltesignal und Blaulicht im Kühlergrill. Mit dem neuen Dienstauto zeigt er sich insgesamt sehr zufrieden, merkt aber augenzwinkernd an: "Wenn man erst einmal am Steuer sitzt, fühlt sich der Wagen gar nicht mehr blau an."