Kleine Füßchen trampeln über den frisch verlegten Fußboden, es riecht nach neuen Möbeln und aus den Ecken hört man aufgeregtes Gebrabbel. Als Ulrike Zenk den Gruppenraum betritt, kommen die Kinder auf sie zu. Es gibt keinerlei Berührungsängste zwischen den Kleinen und der Kindergartenleiterin. Sie ist stolz auf die neuen Räume in ihrer Einrichtung: "Wir haben jetzt zwei neue Gruppen. Die Schnatterenten und die Krabbelkäfer."
Im Anbau im Ebensfelder Kindergarten sind nun 26 neue Kinderkrippenplätze entstanden. Den Bau plante die Ebens felder Architektin Luitgard Hagel. Der Anbau hat eine Bruttogrundfläche von 453 Quadratmetern.
Darin sind die zwei Krippenräume, Schlafräume, ein Spielgang, Nebenräume, in denen zum Beispiel ein Bällebad auf seinen Einsatz wartet, eine Küche und ein Bade- und Wickelzimmer untergebracht.
Man merkt, dass es den Kindern dort gut gefällt, und auch die Eltern nehmen das Angebot der neuen Krippe gut an.
"Zuerst war nur eine Krippengruppe geplant, aber im Hinblick auf die kommenden Jahre wurde schnell umentschieden", sagt Luitgard Hagel. Und das war allem Anschein nach die richtige Entscheidung: Von 39 Krippenplätzen sind momentan 38 belegt. "Bis September ist jetzt noch ein Platz frei, für die Zeit danach gibt es dann aber wieder mehr Plätze", sagt Kindergartenleiterin Ulrike Zenk.
Seit 7. Januar sind die "Schnatterenten-" und die "Krabbelkäfer-"Gruppe mit Leben erfüllt. Am morgigen Sonntag wird der Anbau feierlich eingeweiht. Domkapitular Norbert Jung wird um 10 Uhr einen Gottesdienst mit Segnung des Neubaus abhalten.
Von 14 bis 16.30 Uhr findet ein Tag der offenen Tür statt. Dabei gibt es ein buntes Spielprogramm für die Kinder mit Bastelecke und Kinderschminken; zudem werden Geschichten vorgelesen. Die Eltern können währenddessen Kaffee trinken und Kuchen essen.
Die Kindergartenleiterin weist allerdings darauf hin, dass es keinen Alkohol geben wird: "Auf dem Kindergartengelände darf sowieso nicht geraucht werden und wir wollen auch nicht, dass es Bier gibt."

Tag der offenen Tür

Beim Tag der offenen Tür können sich die Eltern dann die neuen Räume anschauen. "Es war mir wichtig, dass es einen möglichst kindgerechten Bau gibt. Daher habe ich zum Beispiel Wert auf abgerundete Ecken gelegt", sagt die Architektin Luitgard Hagel. Sie habe versucht, aus der Sicht der Kinder zu planen, fährt sie fort und zeigt dabei auf die Fenster, die bis zum Boden herab reichen und durch die die Kinder immer freien Blick in die Natur haben.
Auch der Patron des Kindergartens und der -krippe wird im Anbau wiederentdeckt: St. Michael, der in der Offenbarung des Johannes den Teufel in Drachengestalt besiegt hat. Ihm zu Ehren wurde im Garten ein Drache in den Spielplatz mit eingebaut.
Die Kosten des Anbaus wurden bei ersten Berechnungen auf knapp eine Million Euro beziffert. Davon übernimmt die Regierung von Oberfranken 680 000 Euro, die Diözese Bamberg 80 000, die Pfarrei Ebensfeld 50 000; der Restbetrag wird von der Gemeinde getragen.